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2010-09-10


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Verändert: 15c15
aktuelle Krisenthemen waren und sind immer auch Gegenstände unserer Veranstaltungen, wobei es ein zentrales Anliegen von uns ist, über eine sachlich-kritische Zustandsbeschreibung und Analyse hinaus auch nicht leicht durchschaubare Zusammenhänge und mögliche Auswege aus Krisensituationen aufzuzeigen. Von daher ist es uns sehr wichtig, immer auch positive Beispiele, Initiativen, Konzepte etc. als mögliche Alternativen in und zum Mainstream vorzustellen, sie kritisch-konstruktiv zu diskutieren und gegebenenfalls mit zu verbreiten.
zum Auftakt der Herbstveranstaltungsreihe unseres Berliner Gesprächskreises möchten wir Sie/Euch herzlich einladen.

Verändert: 17,18c17,18
Diesmal soll es vor allem darum gehen, individuelle Krisenerfahrungen und Krisenbewältigungsmöglichkeiten zum Gegenstand zu machen.
Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten und Chancen es als Auswege aus individuellen (oder auch nur als individuell empfundenen) Krisensituationen geben könnte, ohne dass dabei die gesellschaftlichen Dimensionen von notwendig empfundenen oder erkannten gemeinschaftlichen Veränderungen ausgeblendet werden.
Angesichts sich zunehmend verstärkender Krisenerfahrungen mit dem Klima, der Umwelt, der Wirtschaft und in der Gesellschaft wollen wir verstärkt die Suche nach Alternativen zu den heute noch dominierenden Erklärungsmustern, Vorstellungen und praktizierten Konzepten fortsetzen.
Orientiert an dem Leitbild: “Die Natur macht es erfolgreich vor - Wirtschaft ist Kreislauf und nicht Wettlauf und kennt auch kein unbegrenztes Wachstum“ steht unsere Veranstaltung diesmal unter der Überschrift:

Verändert: 20,22c20
Unter der Überschrift:
:Krisenerfahrungen und Krisenverarbeitung in krisenhaften Zeiten und unsicherer Zukunftsperspektive.
:Wie können Krisen zu Chancen werden?
Ausfahrt Zukunft: Warum liegt unsere große Chance in der Rückbesinnung auf ein regionales, lebensdienliches Wirtschaften, basierend auf Kreisläufen bewirtschafteter Natur?

Verändert: 24c22
möchten wir Sie/Euch zu unserer Okt.-Veranstaltung hiermit herzlich einladen.
Inputgeber: Prof. Willy Ripl, Systeminstitut Aqua Terra (SAT) e.V., Technische Universität Berlin, ein ausgewiesener Umweltfachmann und Querdenker, der in seinen Beiträgen und Aktivitäten bei uns, in Europa und bis Australien immer wieder so nachdrücklich auf die grundlegende Bedeutung von möglichst kurzgeschlossenen Kreisläufen in Natur und Wirtschaft und einer darauf basierenden Landschaftsbewirtschaftung hinweist.

Verändert: 26c24,25
Unsere Inputgeber und Diskussionspartner sind diesmal :
In der Wiederherstellung von Wasserkreisläufen und einer naturgemäßen Bodenbewirtschaftung durch Land(schafts)wirte sieht er u.a. auch die Lösungsrichtung unserer heutigen Klimaprobleme.
Für eine nachhaltige Entwicklung muss die Gesellschaft einen Paradigmenwechsel vollziehen und eine verlustarme Kreislaufwirtschaft mit effizient gestalteten Wasser- und Stoffkreisläufen auf der Basis regenerativer Energien aufbauen. Zu den vielfältigen Arbeiten von Prof. Ripl und dem Aqua-Terra-Verein siehe auch: http://www.aquaterra-berlin.de

Verändert: 28c27
1. Prof. Dr. Eckart Hildebrandt.
Zum Schwerpunkt unseres Themenabends noch einige vorbereitende Anmerkungen:

Verändert: 30,31c29
Er war jahrzehntelang als Arbeitssoziologe am Wissenschaftszentrum (WZB) Berlin und zeitweise auch als Hochschullehrer an der Uni Bremen tätig.
Seine Arbeitsfelder reichen von dem Gebiet des völlig unterbewerteten Bereichs der Technik(entwicklungs)gestaltung und ihren dahinterstehenden, aber völlig verdeckten und vernachlässigten Leitbildern, Absichten und Interessen (Stichwort: NC-Technik), über alternative Produkte und Produktion (Beispiel Lucas Aerospace in GB) und Konversionsaktivitäten in der Rüstungs- und Schiffsbauindustrie in D., zu selbstverwalteten Betrieben und sozialen Unternehmen wirtschaftlicher Selbsthilfe, über Forschungen zur Arbeits- und Lebenszeitkonzepten der Zukunft, und vor allem auch seinen vielen Studien über die Zukunft von Arbeit im Kontext von Nachhaltigkeit und Ökologie.
Prof. Willy Ripl hat durch eine Reihe grundlegender Orientierungsbeiträge in unserem Kreis schon mehrmals auf die zentrale Bedeutung von Kreisläufen in Natur und Wirtschaft und einer darauf basierenden Landschaftsbewirtschaftung hingewiesen.

Verändert: 33c31
Im Internet finden sich so umfangreiche Hinweise über seine vielen, für politische Zukunftsdiskussionen so wertvollen Arbeiten, dass es hier gar nicht möglich ist, alle seine Arbeitsfelder zu benennen. Seine umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten hatten und haben dabei immer auch eine auf Praxis und Umsetzung zielende Dimension. Durch seine schon frühe um die ökologische Dimension von Wirtschaft erweiterte Sichtweise wurde Eckart Hildebrandt auch zu einem maßgeblichen Mitinitiator des Berliner Instituts für Ökologische Forschung (IÖW).
Seine zentrale Ausgangsfrage dabei lautete: Wie können einzelne Einheiten/Zellen und erst recht ein Cluster von mehreren Zellen (menschlichen Organisationen, Lebensgemeinschaften, Gemeinden und Regionen ectr.) es erreichen und darin unterstützt werden, lebensförderliche Bedingungen zu schaffen bzw. wieder zu erlangen?

Verändert: 35c33
In der Frühzeit der 80er, als das WZB noch seinen Standort am Berliner Steinplatz (nahe TU Berlin-Charlottenburg) hatte und unser Freund Prof. Frieder Naschold noch lebte und dort verdienstvoll auch auf dem neuen Forschungs- und Gestaltungsfeld der Humanisierung des Arbeitslebens (HdA?) und weiterer Bereiche der öffentlich geförderten Produktions- und Fertigungstechniken wirkte, führten wir ja auch eine zeitlang die Treffen unseres Berliner Innovationskreises dort im WZB durch. Frieder Naschold und Eckart Hildebrandt zählten bereits damals zu den stets inspirierenden Teilnehmern unserer Querdenkrunden.
Seine Antwort: Mittels dezentraler, autarker Strukturen.

Verändert: 37c35
Mit dem Austritt aus dem offiziellem Teil des Arbeitslebens und einem noch nicht ganz überwundenen Schlaganfall mit zunächst großen körperlichen Einschränkungen wird er an Hand seiner persönlichen Krisenerfahrungen zeigen, warum gerade er es für so wichtig hält, seine - aus seiner Sicht - verallgemeinerbaren Erfahrungen einer Krisenerfahrung und deren Verarbeitung offen zu legen und ehrlich zu diskutieren. Wer ihn kennt, weiß, dass er es damit sehr ernst meint.
Dieser Lösungspfad weist in Richtung einer wachsenden Autarkie und Autonomie von Gemeinden und Regionen. In Sachen Klima ebenso wie bezüglich des Erhalts und der Rückgewinnung lebensförderlicher Existenzbedingungen für Menschen und Natur.

Verändert: 39c37
2. Dietmar Born,
Hier ist W. Ripl gedanklich sehr eng mit seinem Landsmann Leopold Kohr (österreichischer Nationalökonomen und Philosoph, 1909 – 1994, s. a. dessen Buch: “Das Ende der Großen“, http://www.leopold-kohr-akademie.at verbunden.

Verändert: 41c39
ein aus der Industrie kommender früherer Unternehmer, ist unserem Berliner Innovationskreis auch schon seit ca. 3 Jahrzehnten eng verbunden. Dies sowohl als geschätzter Referent verschiedener früherer Themenabende als auch einer, der sich mit seinen Diskussionsbeiträgen stets anregend und positiv motivierend einbringt.
“Die Zukunft ist dezentral oder sie wird nicht sein“, unter diese Überschrift verfaßte auch Ulrich Jochimsen, sein langjähriger und enger Mitstreiter für dezentrale und erneuerbare Energie- und Wirtschaftskonzepte vor Jahren einen beachtenswerten Beitrag, s.a. http://www.ulrich-jochimsen.de

Verändert: 43c41
Sein bisher letzter Themenabend; gemeinsam mit der Österreichischen Bäuerin Birgit Schulhofer vom Juli 2007 über “Chancen bäuerlicher Familienbetriebe, in Zukunft ohne Subventionen zu überleben können“(!), siehe http://www.silafa.at, dürfte sicherlich noch einigen von uns in guter Erinnerung sein.
Zu nennen ist desweiteren auch noch Hermann Scheer, der 2006 unter dem Titel: “Die primäre Landwirtschaft wird wieder primär“ http://www.hermannscheer.de in bisher ungewohnter Klarheit herausgearbeitet hat, wie die landwirtschaftliche Weltmarktorientierung und globale Wirtschaftsliberalisierung in eine Sackgasse, ja in soziale Katastrophen führen wird. Und das nicht nur bei uns, sondern vor allem auch in sog. “Entwicklungsländern“, die ja gemäß WTO- und IWF-Politik ihre heimische Wirtschaft nicht auf Selbstversorgung, sondern auf Export ausrichten sollen. Die durch Börsenkurse bei Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie ausgelösten Welthungerkrisen belegen das sehr anschaulich.

Verändert: 45c43,45
Als einst höchst erfolgreicher Mittelstandsunternehmer (noch in alten Westberliner Zeiten) wurde Dietmar Born von der damaligen Politik gerne als Vorzeigeunternehmer herausgestellt. Doch erstaunlich war damals auch, dass von seinen wertebezogenen Vorgehens­weisen, die ja die Grundlage seines unternehmerischen Erfolgs war (sie basierten auf den Grundprizipien der EKS-Strategie_), kaum jemand ernsthaft Kenntnis nahm.
Eine radikale Rückbesinnung auf den Menschen als Quelle von Produktivität und die Natur mit ihrer Endlichkeit an natürlichen Ressourcen als zweitem Standbein – das sind die beiden grundsätzlichen Säulen einer nachhaltigen Existenzsicherung, für die all diese genannten Vordenker stehen
In Anlehnung an die erfolgreichen Wirtschaftskonzepte der Natur mit ihren in Mio. Jahren gesammelten Erfahrungen heißt das auch für uns - auch wenn es manchem zunächst noch schwer fallen dürfte, dies zu glauben bzw. zu akzeptieren - Nachhaltig wirtschaften heißt letztlich:
Wir müssen uns, unsere Wirtschaft und unsere menschlichen Gemeinschaften so umorientieren und umorganisieren, daß unser Überleben ohne Wachstum möglich wird. Die Natur zeigt es ja!

Verändert: 47c47
_Anm.: EKS steht für evolutions-konforme Strategie als auch Engpass-konzentrierte Strategie als auch energo-kybernetische Strategie, wobei für Herrn Born die Benennung als evolutions-konforme Strategie sehr wahrscheinlich die zutreffendste Bennennung sein dürfte. Bei der EKS-Strategie geht es im Kern darum, die eigenen Stärken und nicht die Schwächen zum Ausgangspunkt für Veränderungen und Aktivitäten zu machen, um dann mit seinen jeweiligen Stärken zu versuchen, die Probleme Dritter bestmöglichst zu deren Nutzen zu lösen. In wirtschaftliches Handeln übersetzt heißt das, dass der eigene Gewinn nicht das entscheidende Ziel wirtschaftlichen Handelns sein sollte, sondern dieser selbst erst die Folge/das Ergebnis eines nutzenstiftenden Handelns zu Gunsten Dritter ist.
Hierbei können wir uns auch an den Vorgehensweisen bio-kybernetischer und systemtechnischer Vordenker und Akteuren wie z.B. Frederic Vester http://www.frederic-vester.de und Gunter Pauli http://www.blueeconomy.de/de orientieren.

Verändert: 49c49
Diese für unsere heute dominierende Wirtschaftspraxis doch höchst ungewöhnliche Sicht- und Vorgehensweise ist zwar simpel und verstehbar, steht aber letztlich doch konträr zur heutigen Praxis. Als Vorgehensweise einer zukünftigen Wirtschaftsweise sollte sie gerade bei den Kritikern der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsweise, die an Alternativen interessiert sind, die verdiente Beachtung finden!
Und genau unter diesem mehrdimensionalem Blickwinkel treffen sich viele dieser hier nur angedeuteten Ideen und Konzepte auch mit den sich in unserem Innovationskreis schon über Jahre immer stärker herausbildenden Vorstellungen von zukunftsorientierten dezentral-regionalen Kreislaufwirtschaftskonzepten, von Konzepten regionaler Wertschöpfung, angepassten Technologien und der fördernden Rolle regionaler Währungen.

Verändert: 51c51
So wie man sich allenfalls gegen Folgen von Krisen versichern lassen kann, nicht aber gegen Krisen selbst, sind auch praktizierende EKS`ler nicht vor Krisen völlig geschützt. Davon könnte auch Herr Born aus eigener Erfahrung berichten. Doch für ihn wurde die Krise tatsächlich zur Chance und führte zu einem Wandel innerer Einstellungen und zu seiner Weiterentwicklung. Aus der Krise lernend und verändernd hervorgegangen, wurde er zu einem erfolgreichen Berater, genauer noch: Begleiter von in Krisen gekommenen Eigentümer- und Mittelstandsbetrieben.
In diesem Sinne dürfen wir uns also bestimmt wieder auf einen sehr anregenden und Mut machenden Themenabend mit einem ungewöhnlichen Querdenker freuen und verbleiben bis dahin

Entfernt: 53,63d52
Seine auf Menschen setzende Vorgehensweise zum Erreichen von erfolgreichen, lebensfähigen Berieben machte eine kurze Zeit selbst das damalige BMFT (Bonner Forschungs- und Technologieministerium) auf ihn aufmerksam. Doch es zeigte sich bald, dass ebenso wie viele Manager, auch Politiker, Wissenschaftler und Verwaltungsleute schnell das Interesse verlieren können, wenn dabei zu viel Mitbestimmung von Betroffenen bzw. zwar erkennbare Ergebnisse herauskommen, die aber durch ein reines Beschreiben noch nicht übertragbar sind. “Man muss es selber machen!“.

Als ein erfolgreicher Innovations- und Managementbegleiter verdient seine zentrale Aussage: “Jeder existenzgefährdete Betrieb ist sanierbar!“ gerade in der heutigen Zeit doch größte Aufmerksamkeit. So wie jeder Betrieb, jede Organisation letztlich aus Menschen besteht, gilt es Dietmar Born gemäß zunächst (und das konsequent) beim einzelnen Menschen, bzw. bei sich selbst anzusetzen.

Das Kernstück seiner erfolgreichen Praxis dreht sich letztlich immer um die Aussage: Krise ist Chance! Sie gilt es anzunehmen, zu nutzen und aus ihr heraus zu wachsen. Zur Einstimmung auf seine Tätigkeitsbereiche empfehlen wir auch auf seine Internetseite http://www.born-und-partner.de zu gehen.

Auf dem Hintergrund, dass sicher nicht nur beide Inputgeber, sondern auch viele von uns persönliche Krisen durchlebt, ja durchlitten haben oder vielleicht auch noch drin sind, dürfte im wertschätzenden Dialog untereinander gerade dieser Themenarbeit ein sehr fruchtbarer werden. Dazu sind alle herzlich eingeladen.

In der Hoffnung, Sie/Euch bei unserer Veranstaltung daher am 1. Okt. begrüßen zu können,

verbleiben

Verändert: 66c55
Udo Blum, Hartwig Paulsen ( alternativen@g-ibs.de )
Udo Blum und Hartwig Paulsen

Verändert: 68c57
NS: Unser dann folgendes Treffen findet am 5. Nov. mit Prof. Bernd Senf zum Themenfeld: “Geldschöpfung – öffentliche Verschuldung - Euro in der Sackgasse“ statt.
NS. Unsere dann folgende Veranstaltung zum Themenschwerpunkt: “Individuelle Krisenerfahrung und Krisenbewältigung in krisenhaften Zeiten“ mit Dietmar Born (Berlin) findet diesmal bereits am 1. Okt. statt.

Treffen des Berliner Innovationskreises "Alternativen in Arbeit, Technik, Betrieben und Regionen"

Zeitpunkt: Freitag, am 10. September 2010, Beginn: 19.00 h.

Ort: Katholische Akademie, Hannoversche Str. 5, Berlin, Clubraum 3

ca. 5 min. von der U-Bahnstation Oranienburger Tor entfernt.

Für alle, die an Kontaktmöglichkeiten zu anderen Akteur/innen unseres Kreises interessiert sind, besteht bereits ab 18.00 h wieder die Möglichkeit zum persönlichen Zusammentreffen und zum Erfahrungsaustausch. Dazu sind alle herzlich eingeladen.

Ankündigung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitsuchende in Sachen Alternativen,

zum Auftakt der Herbstveranstaltungsreihe unseres Berliner Gesprächskreises möchten wir Sie/Euch herzlich einladen.

Angesichts sich zunehmend verstärkender Krisenerfahrungen mit dem Klima, der Umwelt, der Wirtschaft und in der Gesellschaft wollen wir verstärkt die Suche nach Alternativen zu den heute noch dominierenden Erklärungsmustern, Vorstellungen und praktizierten Konzepten fortsetzen. Orientiert an dem Leitbild: “Die Natur macht es erfolgreich vor - Wirtschaft ist Kreislauf und nicht Wettlauf und kennt auch kein unbegrenztes Wachstum“ steht unsere Veranstaltung diesmal unter der Überschrift:

Ausfahrt Zukunft: Warum liegt unsere große Chance in der Rückbesinnung auf ein regionales, lebensdienliches Wirtschaften, basierend auf Kreisläufen bewirtschafteter Natur?

Inputgeber: Prof. Willy Ripl, Systeminstitut Aqua Terra (SAT) e.V., Technische Universität Berlin, ein ausgewiesener Umweltfachmann und Querdenker, der in seinen Beiträgen und Aktivitäten bei uns, in Europa und bis Australien immer wieder so nachdrücklich auf die grundlegende Bedeutung von möglichst kurzgeschlossenen Kreisläufen in Natur und Wirtschaft und einer darauf basierenden Landschaftsbewirtschaftung hinweist.

In der Wiederherstellung von Wasserkreisläufen und einer naturgemäßen Bodenbewirtschaftung durch Land(schafts)wirte sieht er u.a. auch die Lösungsrichtung unserer heutigen Klimaprobleme. Für eine nachhaltige Entwicklung muss die Gesellschaft einen Paradigmenwechsel vollziehen und eine verlustarme Kreislaufwirtschaft mit effizient gestalteten Wasser- und Stoffkreisläufen auf der Basis regenerativer Energien aufbauen. Zu den vielfältigen Arbeiten von Prof. Ripl und dem Aqua-Terra-Verein siehe auch: http://www.aquaterra-berlin.de

Zum Schwerpunkt unseres Themenabends noch einige vorbereitende Anmerkungen:

Prof. Willy Ripl hat durch eine Reihe grundlegender Orientierungsbeiträge in unserem Kreis schon mehrmals auf die zentrale Bedeutung von Kreisläufen in Natur und Wirtschaft und einer darauf basierenden Landschaftsbewirtschaftung hingewiesen.

Seine zentrale Ausgangsfrage dabei lautete: Wie können einzelne Einheiten/Zellen und erst recht ein Cluster von mehreren Zellen (menschlichen Organisationen, Lebensgemeinschaften, Gemeinden und Regionen ectr.) es erreichen und darin unterstützt werden, lebensförderliche Bedingungen zu schaffen bzw. wieder zu erlangen?

Seine Antwort: Mittels dezentraler, autarker Strukturen.

Dieser Lösungspfad weist in Richtung einer wachsenden Autarkie und Autonomie von Gemeinden und Regionen. In Sachen Klima ebenso wie bezüglich des Erhalts und der Rückgewinnung lebensförderlicher Existenzbedingungen für Menschen und Natur.

Hier ist W. Ripl gedanklich sehr eng mit seinem Landsmann Leopold Kohr (österreichischer Nationalökonomen und Philosoph, 1909 – 1994, s. a. dessen Buch: “Das Ende der Großen“, http://www.leopold-kohr-akademie.at verbunden.

“Die Zukunft ist dezentral oder sie wird nicht sein“, unter diese Überschrift verfaßte auch Ulrich Jochimsen, sein langjähriger und enger Mitstreiter für dezentrale und erneuerbare Energie- und Wirtschaftskonzepte vor Jahren einen beachtenswerten Beitrag, s.a. http://www.ulrich-jochimsen.de

Zu nennen ist desweiteren auch noch Hermann Scheer, der 2006 unter dem Titel: “Die primäre Landwirtschaft wird wieder primär“ http://www.hermannscheer.de in bisher ungewohnter Klarheit herausgearbeitet hat, wie die landwirtschaftliche Weltmarktorientierung und globale Wirtschaftsliberalisierung in eine Sackgasse, ja in soziale Katastrophen führen wird. Und das nicht nur bei uns, sondern vor allem auch in sog. “Entwicklungsländern“, die ja gemäß WTO- und IWF-Politik ihre heimische Wirtschaft nicht auf Selbstversorgung, sondern auf Export ausrichten sollen. Die durch Börsenkurse bei Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie ausgelösten Welthungerkrisen belegen das sehr anschaulich.

Eine radikale Rückbesinnung auf den Menschen als Quelle von Produktivität und die Natur mit ihrer Endlichkeit an natürlichen Ressourcen als zweitem Standbein – das sind die beiden grundsätzlichen Säulen einer nachhaltigen Existenzsicherung, für die all diese genannten Vordenker stehen In Anlehnung an die erfolgreichen Wirtschaftskonzepte der Natur mit ihren in Mio. Jahren gesammelten Erfahrungen heißt das auch für uns - auch wenn es manchem zunächst noch schwer fallen dürfte, dies zu glauben bzw. zu akzeptieren - Nachhaltig wirtschaften heißt letztlich: Wir müssen uns, unsere Wirtschaft und unsere menschlichen Gemeinschaften so umorientieren und umorganisieren, daß unser Überleben ohne Wachstum möglich wird. Die Natur zeigt es ja!

Hierbei können wir uns auch an den Vorgehensweisen bio-kybernetischer und systemtechnischer Vordenker und Akteuren wie z.B. Frederic Vester http://www.frederic-vester.de und Gunter Pauli http://www.blueeconomy.de/de orientieren.

Und genau unter diesem mehrdimensionalem Blickwinkel treffen sich viele dieser hier nur angedeuteten Ideen und Konzepte auch mit den sich in unserem Innovationskreis schon über Jahre immer stärker herausbildenden Vorstellungen von zukunftsorientierten dezentral-regionalen Kreislaufwirtschaftskonzepten, von Konzepten regionaler Wertschöpfung, angepassten Technologien und der fördernden Rolle regionaler Währungen.

In diesem Sinne dürfen wir uns also bestimmt wieder auf einen sehr anregenden und Mut machenden Themenabend mit einem ungewöhnlichen Querdenker freuen und verbleiben bis dahin

mit freundlich-kollegialen Grüßen

Udo Blum und Hartwig Paulsen

NS. Unsere dann folgende Veranstaltung zum Themenschwerpunkt: “Individuelle Krisenerfahrung und Krisenbewältigung in krisenhaften Zeiten“ mit Dietmar Born (Berlin) findet diesmal bereits am 1. Okt. statt.


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