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Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Es gibt verschiedene Begriffe oder Definitionen von Nachhaltigkeit. Die älteste Definiton ist vermutlich immer noch die brauchbarste. Sie meint, die von Hans Carl von Calowitz in seinem Buch "Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht" '(1713) untersuchte Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei welchem immer nur so viel Holz entnommen wird wie nachwachsen kann, so dass der Wald nie zur Gänze abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann.

interessanter Link dazu: http://www.bmu.de/reden/archiv/15/trittin/doc/4254.php

Der moderne Begriff der Nachhaltigkeit geht davon aus, dass wir mit unserer Umwelt, den Ressourcen unserer Erde, so umgehen sollten, dass auch nachfolgende Generationen (in 3/5/7 Generationen, also langfristig) zumindest gleich gute Lebensbedingungen vorfinden.

AlexanderDworak 's einfache und umfassende Erklärung in vier Worten: "Nachhaltigkeit heißt der Mitwelt und ihrer Zukunft die Lebensgrundlagen zu garantieren."

HelmutLeitner: "Nachhaltigkeit ist der langfristig-optimierende Umgang mit Resourcen, wobei alle Resourcen gemeint sind, z. B. ökologische, technische, menschliche, soziale oder gesellschaftliche."

Bücher: http://www.earthscan.co.uk/

Informationsquellen zum Thema Nachhaltigkeit

Das Lebensministerium betreibt die umfangreiche Homepage, welche interessante Informationen zum Thema beinhaltet:

                  http://www.nachhaltigkeit.at 

Unter dem Ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Genauere Informationen findne Sie auf folgender Seite:

                  http://www.footprintnetwork.org/

Die Aachener Stiftung Kathy Beys hat ein sehr umfangreiches Glossar der Nachhaltigkeit publiziert:
                  http://www.nachhaltigkeit.info

Trendstudie Nicht-Nachhaltiges Österreich: Unsere Fehler gefährden die Zukunft unserer Kinder

Das Positionspapier des Forums Nachhaltiges Österreich zum Thema „Nicht-nachhaltige Trends in Österreich“ fasst sechs Teilstudien zusammen, die im Jahr 2005 zu den Themen Ressourceneinsatz, Siedlungsentwicklung, Qualitative Lebensraumveränderung, Work-Life-Balance, Soziale Ungleichheiten und Gesundheit sowie Internationale Beziehungen erarbeitet wurden. All dies sind Bereiche, in denen besonders besorgniserregende Trends festzustellen sind. Die ExpertInnen leiten daraus konkrete Maßnahmen ab, die schon heute von der Politik aufgegriffen werden können. --> Mehr zur NichtNachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Ökologie

Was unterscheidet Nachhaltigkeit von Ökologie und was bedeutet Nachhaltigkeit für den ländlichen Raum? (Franz Nahrada)

Nachhaltigkeit wird durch den menschlichen Einfluss in die Natur stark beeinflusst. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, wie die menschliche Handlungsfreiheit für zukünftige Generationen überhaupt noch gesichert werden kann.

Ich sehe viele Dimensionen wovon das für den ländlichen Raum äußerst wichtig werden wird:

- Die Erhaltung der Bedingungen des Lebens in Kulturlandschaft. Nachhaltigkeit fordert nicht wie die Ökologie ein bestimmtes "außermenschlich" festgelegtes Maß im Umgang mit Natur, sondern ein jeweils dem menschlichen Bedürfnis angepaßtes "Re-Investieren" in die natürlichen Lebensgrundlagen. Es geht darum, die Chance eines möglichst hohen Kulturniveaus und Lebensstandards für jeden Menschen ohne Minderung der Möglichkeiten anderer Menschen und zukünftiger Generationen zu wahren. Der ländliche Raum bietet in diesem Sinn elementare Funktionen:

  • Er ist solarer Retentionsraum und daher der Ort freier Energie, Quell von Biomasse und damit entscheidender Lebensgrundlagen (Nahrung und Energie). Er ist Speicher von Energie in gebundener und freier Form und Speicher von Wassser)
  • Er ist Reproduktions- und Dissipationsraum und zwar sowohl in stofflicher Hinsicht (CO2-Reduktion, Wasserkreislauf, Luftreinhaltung) als auch im Sinne der psychologischen Befreiiung des Menschen von sozialem Anpassungsdruck und Enge. In diesem Sinn ist er die elementare Voraussetzung physischer und psychischer Gesundheit.
  • Er ist Speicher von unfassbarer genetischer Diversität, aber auch von kulturellem Erbe, das in den Werken vergangener Generationen und im Wissen der heute Lebenden besteht. (Siehe dazu eine interessante und fundamentale Arbeit hier
Der ländliche Raum ist somit die Nachhaltigkeitsreserve schlechthin. schon heute ist das Überleben der Großstädte nur möglich weil ihr ökolkogischer Fußabdruck - der weit über ihre tatsächliche Größe hinausgeht - von den Reserven in ländlichen Räumen kompensiert wird.

So richtig die Forderung ist, die Städte nachhaltiger zu gestalten, so wichtig ist die Betonung des ländlichen Raums als wichtigste Quelle von Leben und Ressourcen. Wir wollen ja gerade die Aufmerksamkeit auf einen Raum richten, der den Menschen viele Chancen die sie in den Städten verspielt haben zurückgibt. Dies ist nur durch eine nachhaltige Entwicklung möglich. Der Mensch findet im ländlichen Raum mehr Handlunsgmöglichkeiten vor, die die Ressourcenbasis unmittelbar beeinflussen. Diese Handlungsmöglichkeiten sind nicht im mindesten ausgeschöpft.

Und sie sind informationsintensiv. Spannend ist die Möglichkeit in großem Unfang mit einer Fülle von natürlichen Prozessen zusammenzuarbeiten und sie so zu arrangieren, daß das Gesamtresultat die Ressourceneffizienz um Faktor 10 oder Faktor 20 erhöht. Entgegen der landläufigen Meinung geschieht das weniger durch reine Einsparung, sondern durch neues intelligenteres Design aller stofflichen und energetischen Prozesse, durch komplexere Wirkungsketten, durch besseres Arrangement, durch Füllen von "missing links" . Eine Grundforderung ist die langfristige Unwandlung von Abfall in Nähstoffe, an denen eine "grüne Chemie" schon heute mit Nachdruck arbeitet. (Braungart/McDonough).


Nachhaltigkeitsprojekte und Links

Diskussionen
NachhaltigkeitUndInformation wurde auf eine eigene Unterseite verschoben

Helmut Leitners Synopsis: Ich sehe im Begriff der Nachhaltigkeit derzeit vier Aspekte:

  • (1) Das dauerhafte Verfügbarmachen, Produzieren und Erhalten wesentlicher Ressourcen
  • (2a) durch Mittel der Effizienz bzw. Sparsamkeit
  • (2b) im Modellrahmen stabiler Kreisläufe
  • (3) motiviert aus sozialer Verantwortung sich und anderen gegenüber in Gegenwart und Zukunft.
Die "information ecology" könnte dann im Bereich Nachhaltigkeit bezüglich der "Ressource Wissen" im Zusammenhang "Effizienz" und "sozialer Verantwortung" interpretiert werden. Wissen im Sinne von GründerWiki:DatenInformationWissenWeisheit als aktivierte, im Menschen zur Beantwortung von Fragen aufbereitete Information.

Diskussion zum Begriff der Nachhaltigkeit

AlexanderDworak: Einfache und umfassende Erklärung von NH in VIER Worten:

Der MITWELT und ihrer ZUKUNFT die LEBENSGRUNDLAGEN GARANTIEREN.

Wem GARANTIEREN zu "hart" ist kann auch GEWÄHRLEISTEN sagen.

Nachhaltigkeit und Soziales

HelmutLeitner: Ein Nebenast der Gespräche mit Gisela führte in den Bereich der unterschiedlichen Wahrnehmung von Nachhaltigkeit in Europa und den USA. Gisela meinte, dass die Amis den Begriff rein wirtschaftlich-ressourcenbezogen bevorzugen und die soziale Komponente ausblenden, während die Europäer das Soziale als integrierten Bestandteil sehen.

Mein unangenehmen Gedanke dazu: Die Vorsorge für zukünftige Generationen ist nichts anderes als das Kümmern um die Lebensbedingungen von Mitmenschen (die zufällig nach uns leben) und ist nicht anders als das Kümmern um die Lebensbedingungen von Menschen, die gleichzeitig mit uns leben - also auch um wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit. So erscheint Nachhaltigkeit als nichts anderes als die Soziale Idee in einem anderen Gewand. Unangenehm deshalb, weil das Problem der Nachhaltigkeit - wenn das stimmt - wohl kaum isoliert von sozialen Fragen gelöst werden kann.

FranzNahrada: Vielleicht ist das "nichts anderes" ein wenig überzogen. Während die "Soziale Idee" an der Verteilung des Reichtums ansetzt, thematisiert Nachhaltigkeit die Art und Weise seiner Produktion. Auf der anderen Seite neutralisiert der Begriff Nachhaltigkeit natürlich jeden sozialen Gegensatz

Diskussion

      • HelmutLeitner: ich finde den Nachhaltigkeitsbegriff immer noch verwirrend. Wenn Alexander von "in Zukunft Lebensgrundlagen garantieren" spricht, dann umschließt dass auch die Frage von wirtschaftlichen, religiösen oder politischen Konflikten. Ist der Nachhaltigkeitsbegriff ein ganzheitlicher, etwa entsprechend einer Christopher Alexander'schen "Lebensentfaltung" oder nicht? Wenn ja, wie wird er sinnvoll priorisiert? Wenn nein, wo sind die Abgrenzungen?
      • FranzNahrada: Ich würde sagen der Nachhaltigkeitsbegriff ist ein ganzheitlicher - unter expliziter und starker Beachtung der physischen und emotionalen Naturverbundenheit des Menschen.
      • UweChristianPlachetka: Ich glaube, die Verwirrung um den Nachhaltigkeitsbegriff entsteht daraus, dass es wahrscheinlich keine sichere Methode gibt, ihn zu quantifizieren. Hoffe, das Risikoforschungsinstitut der Uni Wien davon überzeugen zu können, das zu ändern. Dabei soll z.B. herauskommen: Diese Verfahrensweise / Entwicklungsprojekt usw. ist zu xy% nachhaltig.
Technische Hilfe zur Diskussion:

http://de.wikipedia.org/wiki/Brundtland-Bericht Bitte mir Kommentare zu dieser Idee auch ins persönliche Tagebuch reinzustellen. UweChristianPlachetka/Tagebuch.

HelmutLeitner: Uwe, ich finde die Quantifizierung ein glänzende Idee. Vielleicht gibt es auch deshalb Probleme, wie beim Begriff "gut", weil die Bewertung vom Referenzsystem abhängt. Vielleicht gibt eine persönliche / lokale / regionale / nationale / globale bzw. soziale / ökonomische / ökologische Nachhaltigkeitsperspektive (das wären dann 15 Stück). Idealerweise wäre jede positiv, aber eine Gesamtbewertung wäre auch wünschenswert, wenn sich Bewertungsperspektiven wiedersprechen. Könnte so etwas realisierbar sein?

UweChristianPlachetka: Grad ist mein Chef zur Tür hereingekommen, hat leider Stress, aber grundsätzlich ist mein Chef bereit, hier eine Eisbrecherrolle zu spielen: Institut für Risikoforschung, uralte Homepage: http://www.irf.univie.ac.at/.

Langfristiges ökonomisches Handeln?

HelmutLeitner: Vielleicht ist Nachhaltigkeit nichts weiter als "langfristig ökonomisches Handeln". Im natürlichen Gegensatz zu "kurzsichtig ökonomischem Handeln".

Aber was ist "ökonomisches Handeln" ? FranzNahrada

Vorschlag: Ökonomisches Handeln versucht vorgegebene Ziele mit minimalem Einsatz an Ressourcen (Arbeit, Energie, Rohstoffe, Geld, ...) zu erreichen. -- HelmutLeitner 8. August 2006 18:19 CET

Eben. Ökonomisches Handeln im Sinn der Betriebswirtschaft ist vielleicht sehr prinzipiell nichtnachhaltig. Richard Levine hat da mal eine nette Geschichte erzählt: das Rennpferd das mit immer weniger Heu gefüttert wurde. Der Besitzer wollte mit minimalem Einsatz an Resourcen vorgegebene Ziele erreichen. Zuerst ging das ja eine Weile gut. Das Pferd wurde immer schlanker und lief wirklich schneller. Sein Besitzer dachte sich: da kann ich ja noch ein klein wenig sparen. Und dann fiel es plötzlich tot um. Will sagen: Nachhaltiges Handeln ist oft vorausschauendes Handeln, das auch gegen die Gesetze der (Markt-) Ökonomie auf die Wiederherstellung der (auch und gerade der freien) Ressourcen achtet und dafür sogar mehr Ressourcen einsetzt. FranzNahrada 8. August 2006 20:54 CET

Also die Geschichte mit dem Rennpferd ist wirklich zu blöd erfunden, um ernst genommen zu werden.

Mir geht es um zwei Dinge:

(1) klassisches Nachhaltigkeitsdenken beruht auf einer Wertesetzung, z. B. "wir müssen unsere Umwelt erhalten" wobei der Preis keine Rolle spielt. Als solches ist es mit ökonomischen Denken inkompatible und bringt sich in einen Kontrast. Oben habe ich auch Probleme mit dem Konzept gehabt, weil sich z. B. "Nachhaltiger Umgang mit Information" nicht richtig einbetten lässt. Ich denke, dass diese Denkweise aus einer Argumentationschwäche kommt, die auch in unrealistischen Forderungen mündet (siehe CoForum:Haus KB5 in Kirchbach).

(2) Alles, was Nachhaltigkeit will ist aber auch etwas, das man sich "leisten können muss", ist letztlich etwas ökonomisches. Das sind kommunizierende Gefäße. Wenn die KB5-er ökonomisch erfolgreich sind, können sie sich auch Zuschüsse in einen Seminarbereich oder ein NewWork-Projekt leisten. Wenn du Vorträge hältst, die nachhaltig zur Verfügung stehen (mit dem selben Aufwand 1000 statt 100 Leute erreichst), dann hast du mehr Aufmerksamkeit im DorfWiki und vielleicht mehr Zeit für XY oder für deine Gesundheit. Jeder Ressourcenverbrauch erfordert langfristig eine Ressourcen-wiederherstellung oder ein Produktions-Umstellung und erzeugt damit Kosten. Jedem Risiko entspricht ein Versicherungskostenbedarf. Jede Umweltverschmutzung erzeugt Umwegkosten im Gesundheitssystem. Da gibt eine Verknüpfung zu eine gesellschaft-langfristigen Vollkostenrechung.

Der Begriff der Nachhaltigkeit sollte ökonomisiert werden können. Das ist natürlich ein Tabubruch für alle, die Jahrzehnte gesagt haben "wir brauchen keine Argumente für Nachhaltigkeit, wir setzen das als Wert". Werte ergeben sich jedoch in der Analyse als kulturelle Patterns, mit den Funktionen Argumentationsvereinfachung (Argumentationsabbruch) und Interessenverschleierung (Definitionsmacht für "was ist gut"). Damit kann man sich in Positionen einbetonieren, aber nur schlecht Systeme verändern, vor allem, wenn man das ökonomische Denken, das man ideologisch ablehnt, an anderen Stellen hochgradig benötigt. Man könnte das als eine grundlegende Paradoxie der Nachhaltigkeitsbewegung sehen. -- HelmutLeitner 9. August 2006 11:35 CET

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