Sorry, very late, however, tomorrow SUNDAY the 15th of April 07 there
will be printed a longish Interview with Frithjof on the LAST page
of the Wirtschaftssection of Die Welt am Sonntag. Please, if this
news gets to you have a look. FrithjofBergmann
danke für die Ergänzung. Du hast die leise Ironie vielleicht nicht
bemerkt. Ich halte das Interview nicht unbedingt für gelungen, und ein
Punkt der eben besonders störend ist ist daß der Fabberfetisch und die
Fabberideologie wieder einmal viel zu breit getreten werden. Die
technologische und ökologische Nonchalance des Produktionsbildes trifft
sich mit dem ökonomischen Widerspruch, dass die Dezentralisierung der
Produktion noch lange nicht bedeutet, dass nicht der Geldmangel für die
Besucher des Fabbershops (oder wie auch immer, wir haben ja schon genug
Beispiele für Eigenbauhäuser) genau dieselbe Hürde bedeuten könnte wie
heute im Supermarkt. Und daß komplexe Produktion ohne Wissen - ein System
aktiver und passiver Kompetenzen - möglich sein soll, halte ich dezidiert
für falsch, ich glaube auch nicht daß Frithjof das so gemeint hat, aber es
kommt eben so rüber. Die vermeintlichen oder wirklichen Schwächen im
visionären Bild der neuen Arbeit werden durch die Interviewerin jedenfalls
sehr klar erkannt, und in der Hektik des Interviews sind meinem Gefühl
nach nicht immer die besten Antworten gegeben worden. (Ich hätte zum
Beispiel der Interviewerin ihr Kokettieren mit der eigenen Ignoranz
einfach nicht abgenommen). Umgekehrt ist es eben so, daß Frithjof einer
der wenigen ist der überhaupt die Probleme fundamental anspricht und an
einer Lösung jenseits von Geldzaubereien arbeitet. Ich denke Frithjofs
Interviews werden immer so gut oder so schlecht sein wie die Realisierung
des Gedankens "Neue Arbeit" es erlaubt, und der für mich naheliegende
Schluß ist eben der, an der Realisierung weiterzudenken und das Prinzip
gegen die Beispiele hochzuhalten bzw. bessere zu suchen.
Soviel in aller Kürze, mehr ist mir derzeit nicht möglich.
danke für die Ergänzung. Du hast die leise Ironie vielleicht nicht
bemerkt.
tatsächlich nicht.
Ich halte das Interview nicht unbedingt für gelungen, und ein
Punkt der eben besonders störend ist ist daß der Fabberfetisch und die
Fabberideologie wieder einmal viel zu breit getreten werden. Die
technologische und ökologische Nonchalance des Produktionsbildes trifft
sich mit dem ökonomischen Widerspruch, dass die Dezentralisierung der
Produktion noch lange nicht bedeutet, dass nicht der Geldmangel für die
Besucher des Fabbershops (oder wie auch immer, wir haben ja schon genug
Beispiele für Eigenbauhäuser) genau dieselbe Hürde bedeuten könnte wie
heute im Supermarkt. Und daß komplexe Produktion ohne Wissen - ein System
aktiver und passiver Kompetenzen - möglich sein soll, halte ich dezidiert
für falsch, ich glaube auch nicht daß Frithjof das so gemeint hat, aber es
kommt eben so rüber. Die vermeintlichen oder wirklichen Schwächen im
visionären Bild der neuen Arbeit werden durch die Interviewerin jedenfalls
sehr klar erkannt, und in der Hektik des Interviews sind meinem Gefühl
nach nicht immer die besten Antworten gegeben worden. (Ich hätte zum
Beispiel der Interviewerin ihr Kokettieren mit der eigenen Ignoranz
einfach nicht abgenommen). Umgekehrt ist es eben so, daß Frithjof einer
der wenigen ist der überhaupt die Probleme fundamental anspricht und an
einer Lösung jenseits von Geldzaubereien arbeitet. Ich denke Frithjofs
Interviews werden immer so gut oder so schlecht sein wie die Realisierung
des Gedankens "Neue Arbeit" es erlaubt, und der für mich naheliegende
Schluß ist eben der, an der Realisierung weiterzudenken und das Prinzip
gegen die Beispiele hochzuhalten bzw. bessere zu suchen.
Volle Zustimmung. Trotzdem fehlt mir etwas.
FB, zitiert aus: http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?NeueArbeit/Geleitwort
...
Eine 180 Grad entgegengesetze Oekonomie ist jetzt beim Ausbruch aus ihren
Eierschalen: Die Oekonomie der dezentralen, nicht hierarchischen, nicht
buerokratischen, sondern sich selbst organisierenden, lokalen unvergleichlich
effizienteren und wettbewersbsfaehigeren Betriebe, die auf der Woge der
naechsten Technologie basieren. Mit dieser Neuen Technologie und diesen
Neuen Betrieben werden wir das was wir zu einem erfuellenden, froehlichen,
wahrhaft menschlichen Leben brauchen, in ganz wenigen Stunden pro Woche
erzeugen, und in dem bei weitem groessten Teil unserer Arbeit werden wir
auf Arten und Weisen tätig sein die Sinn haben, die uns nicht erschoepfen
sondern im Gegenteil Kraft geben, die wir nicht mehr tun muessen sondern
die wir im Gegenteil wirklich und im Ernst tun wollen.
Frithjof Bergmann, 1. November 2006
Was mir in der Bewegung der Neuen Arbeit fehlt, ist der faktische
Wille zum
"dezentralen, nicht hierarchischen, nicht buerokratischen,
sondern sich selbst organisierenden"
Wirken.
Es gibt dagegen die starke Ausrichtung auf ein Zentrum (sei es Frithjof
Bergmann oder ein Verein), der als Ligitimierungsquelle verstanden wird.
Das ist Zentralismus.
Es gibt die "Neue Arbeit" im Sinne eines geschützten und besessenen
Markenbegriffes, der mehr ausschließend als integrierend gebraucht wird.
Das ist die Schaffung einer knappen Ressource, die man kontrolliert.
Es gibt Gruppen der Neuen Arbeit als Inseln, die projektorientiert
arbeiten und kaum einen Erfahrungsaustausch pflegen. Oft sind die
Treffen nicht-öffentlich und der Zugang dazu und zum Wissen mit
Hürden verbunden.
(es lohnt sich zu wissen, dass die Projekt-Metapher seinen Ursprung
im Manhattan-Projekt - zur Entwicklung der Atombombe - hat und diesem
seinen sprunghaften Popularitätsanstieg im Politik- und Wirtschafts-
Establishment verdankt, und mindestens so problematisch ist,
wie die Produkt-Vermarktungs-Metapher)
Dem entgegen sollte die Bewegung der Neuen Arbeit viel offener sein
und sich als ein lernendes Netzwerk (oder "worknet") mit dezentralen
selbstorganisierenden Gruppen verstehen, die über die Projekte hinweg
geldlos operieren, diese organisieren und integrieren und vor allem
den Lernprozess und den Informationsaustausch sicherstellen.
Dazu wäre erforderlich, dass sich in den Köpfen der Neuen Arbeit die
Sicht der sozialen Situation verändert. Man sollte Frithjof Bergmann
aus der ihm aufgezwungenen Rolle eine zentraler Guru und Legitimations-
quelle erlösen und ihn in einer anderen Rolle sehen: als dezentral
wirkende Inspirationsquelle und Entfaltungshilfe der Identitäten von Gruppen und Personen, die für ihr Selbst selbst tätig werden müssen.
Sorry, very late, however, tomorrow SUNDAY the 15th of April 07 there
will be printed a longish Interview with Frithjof on the LAST page
of the Wirtschaftssection of Die Welt am Sonntag. Please, if this
news gets to you have a look. FrithjofBergmann
danke für die Ergänzung. Du hast die leise Ironie vielleicht nicht
bemerkt. Ich halte das Interview nicht unbedingt für gelungen, und ein
Punkt der eben besonders störend ist ist daß der Fabberfetisch und die
Fabberideologie wieder einmal viel zu breit getreten werden. Die
technologische und ökologische Nonchalance des Produktionsbildes trifft
sich mit dem ökonomischen Widerspruch, dass die Dezentralisierung der
Produktion noch lange nicht bedeutet, dass nicht der Geldmangel für die
Besucher des Fabbershops (oder wie auch immer, wir haben ja schon genug
Beispiele für Eigenbauhäuser) genau dieselbe Hürde bedeuten könnte wie
heute im Supermarkt. Und daß komplexe Produktion ohne Wissen - ein System
aktiver und passiver Kompetenzen - möglich sein soll, halte ich dezidiert
für falsch, ich glaube auch nicht daß Frithjof das so gemeint hat, aber es
kommt eben so rüber. Die vermeintlichen oder wirklichen Schwächen im
visionären Bild der neuen Arbeit werden durch die Interviewerin jedenfalls
sehr klar erkannt, und in der Hektik des Interviews sind meinem Gefühl
nach nicht immer die besten Antworten gegeben worden. (Ich hätte zum
Beispiel der Interviewerin ihr Kokettieren mit der eigenen Ignoranz
einfach nicht abgenommen). Umgekehrt ist es eben so, daß Frithjof einer
der wenigen ist der überhaupt die Probleme fundamental anspricht und an
einer Lösung jenseits von Geldzaubereien arbeitet. Ich denke Frithjofs
Interviews werden immer so gut oder so schlecht sein wie die Realisierung
des Gedankens "Neue Arbeit" es erlaubt, und der für mich naheliegende
Schluß ist eben der, an der Realisierung weiterzudenken und das Prinzip
gegen die Beispiele hochzuhalten bzw. bessere zu suchen.
Soviel in aller Kürze, mehr ist mir derzeit nicht möglich.
danke für die Ergänzung. Du hast die leise Ironie vielleicht nicht
bemerkt.
tatsächlich nicht.
Ich halte das Interview nicht unbedingt für gelungen, und ein
Punkt der eben besonders störend ist ist daß der Fabberfetisch und die
Fabberideologie wieder einmal viel zu breit getreten werden. Die
technologische und ökologische Nonchalance des Produktionsbildes trifft
sich mit dem ökonomischen Widerspruch, dass die Dezentralisierung der
Produktion noch lange nicht bedeutet, dass nicht der Geldmangel für die
Besucher des Fabbershops (oder wie auch immer, wir haben ja schon genug
Beispiele für Eigenbauhäuser) genau dieselbe Hürde bedeuten könnte wie
heute im Supermarkt. Und daß komplexe Produktion ohne Wissen - ein System
aktiver und passiver Kompetenzen - möglich sein soll, halte ich dezidiert
für falsch, ich glaube auch nicht daß Frithjof das so gemeint hat, aber es
kommt eben so rüber. Die vermeintlichen oder wirklichen Schwächen im
visionären Bild der neuen Arbeit werden durch die Interviewerin jedenfalls
sehr klar erkannt, und in der Hektik des Interviews sind meinem Gefühl
nach nicht immer die besten Antworten gegeben worden. (Ich hätte zum
Beispiel der Interviewerin ihr Kokettieren mit der eigenen Ignoranz
einfach nicht abgenommen). Umgekehrt ist es eben so, daß Frithjof einer
der wenigen ist der überhaupt die Probleme fundamental anspricht und an
einer Lösung jenseits von Geldzaubereien arbeitet. Ich denke Frithjofs
Interviews werden immer so gut oder so schlecht sein wie die Realisierung
des Gedankens "Neue Arbeit" es erlaubt, und der für mich naheliegende
Schluß ist eben der, an der Realisierung weiterzudenken und das Prinzip
gegen die Beispiele hochzuhalten bzw. bessere zu suchen.
...
Eine 180 Grad entgegengesetze Oekonomie ist jetzt beim Ausbruch aus ihren
Eierschalen: Die Oekonomie der dezentralen, nicht hierarchischen, nicht
buerokratischen, sondern sich selbst organisierenden, lokalen unvergleichlich
effizienteren und wettbewersbsfaehigeren Betriebe, die auf der Woge der
naechsten Technologie basieren. Mit dieser Neuen Technologie und diesen
Neuen Betrieben werden wir das was wir zu einem erfuellenden, froehlichen,
wahrhaft menschlichen Leben brauchen, in ganz wenigen Stunden pro Woche
erzeugen, und in dem bei weitem groessten Teil unserer Arbeit werden wir
auf Arten und Weisen tätig sein die Sinn haben, die uns nicht erschoepfen
sondern im Gegenteil Kraft geben, die wir nicht mehr tun muessen sondern
die wir im Gegenteil wirklich und im Ernst tun wollen.
Frithjof Bergmann, 1. November 2006
Was mir in der Bewegung der Neuen Arbeit fehlt, ist der faktische
Wille zum
"dezentralen, nicht hierarchischen, nicht buerokratischen,
sondern sich selbst organisierenden"
Wirken.
Es gibt dagegen die starke Ausrichtung auf ein Zentrum (sei es Frithjof
Bergmann oder ein Verein), der als Ligitimierungsquelle verstanden wird.
Das ist Zentralismus.
Es gibt die "Neue Arbeit" im Sinne eines geschützten und besessenen
Markenbegriffes, der mehr ausschließend als integrierend gebraucht wird.
Das ist die Schaffung einer knappen Ressource, die man kontrolliert.
Es gibt Gruppen der Neuen Arbeit als Inseln, die projektorientiert
arbeiten und kaum einen Erfahrungsaustausch pflegen. Oft sind die
Treffen nicht-öffentlich und der Zugang dazu und zum Wissen mit
Hürden verbunden.
(es lohnt sich zu wissen, dass die Projekt-Metapher seinen Ursprung
im Manhattan-Projekt - zur Entwicklung der Atombombe - hat und diesem
seinen sprunghaften Popularitätsanstieg im Politik- und Wirtschafts-
Establishment verdankt, und mindestens so problematisch ist,
wie die Produkt-Vermarktungs-Metapher)
Dem entgegen sollte die Bewegung der Neuen Arbeit viel offener sein
und sich als ein lernendes Netzwerk (oder "worknet") mit dezentralen
selbstorganisierenden Gruppen verstehen, die über die Projekte hinweg
geldlos operieren, diese organisieren und integrieren und vor allem
den Lernprozess und den Informationsaustausch sicherstellen.
Dazu wäre erforderlich, dass sich in den Köpfen der Neuen Arbeit die
Sicht der sozialen Situation verändert. Man sollte Frithjof Bergmann
aus der ihm aufgezwungenen Rolle eine zentraler Guru und Legitimations-
quelle erlösen und ihn in einer anderen Rolle sehen: als dezentral
wirkende Inspirationsquelle und Entfaltungshilfe der Identitäten von
Gruppen und Personen, die für ihr Selbst selbst tätig werden müssen.