März und April 2024 mehrere Arbeitstreffen mit Martin Maitz in Villach und in Radenci - Konzeption der "Lernorte" ERFA Runde; daraus resulieren ab Mai regelmäßige online - Treffen
Juli - September - Vorbereitung einschlägiger Tracks für die "Mitmachkonferenz der Wandelbewegung" Obergrafendorf 20.-22.9.2024 zur Wandelbewegung am Land und zur politischen Bedeutung von Bioregionen , mit Gerlind Weber (exBOKU-Institutsvorständin) und Michael Baumgartner.
Oktober-November Aufbau einer Gruppe zur Theorie und Praxis der Selbstversorgung in Bad Radkersburg (nicht gekoppelt an die DorfUni) und ebenda auch einer Gruppe zur Alterskultur im ländlichen Raum (Mit Auftritt der "Wilden Alten" im November)
23.6.2025 Konstituierende Generalversammlung des Vereins DorfUni Bad Radkersburg mit Vorstandswahl
5.-8.7.2025 Teilnahme an der FAB 25 in Brünn / Tschechien - Ländliche Makerspaces führt zur Zusammenarbeit mit FarmLab
August-September Arbeit am Antrag und Einreichung "Lernen, Tun und teilen" (GAP Fördermaßnahme 77/3 Bereich Innovation / Smart Villages) Deadline 12.9.
15. - 17.9. DorfUni Netzwerktreffen in St. Stefan ob Stainz mit Unterstützung der Stieglerhaus Stiftung.
6. - 10.10. Aktionswoche im INTERREG Projekt "MURA CALLING"
1. Ein Forschungsgegenstand, der zugleich Vision, Bedürfnis und Auftrag ist
GIVE arbeitet an etwas, das nicht fertig in der Welt vorliegt, aber in der Welt fehlt – einem umfassenden Modell des „Globalen Dorfs“.
Das Globale Dorf ist
ein physischer (!) Lebensraum einer überschaubaren Gemeinschaft,
in unmittelbarem Kontakt und Symbiose (!) mit Landschaft und Natur und
zugleich über Kommunikationstechnologien verbunden mit globalen Quellen von Wissen und aucn verfügend über Technologien der Umsetzung.
Diese drei (Kern) Elemente sind essentiell und verstärken einander massiv.
Es ist als umfassend funktionierende Siedlungs- und Lebensform die städtischem Leben qualitativ gleichwertig ist heute sicher kein fertiges vorfindbares Objekt, sondern ein Desiderat-aber keine bloße Wunschvorstellung; ein Muster, das heute bereits an vielen Stellen deutliche Konturen zeigt, und das als Elementarform einer künftigen planetaren Gesellschaft samt seinen entwickelten Formen (vielleicht "Landstadt", "Bioregion" etc.) überragende Bedeutung haben könnte.
Wir nähern uns diesem Muster an durch Bilder, Geschichten, Erfahrungen, aber auch durch Begriffe, Diagramme und Simulationen. Und vor allem durch das Experiment. Die Analogie ist das Flugzeug, das auch aus Teilen sinnvoll konstruiert und getestet werden musste, um letztlich "fliegende" Realität zu werden, und auch visionäre Phantasie spielt eine entscheidende Rolle in disem Konstruktionsprozess.
Die Sehnsucht nach urbaner Lebensqualität im ländlichen Raum ist die Sehnsucht von Menschen, die weder die Enge der Stadt noch die Vereinzelung des Landes wollen. Sie manifestiert sich primär in neuen Räumen sozialer Dichte, Räumen für Begegnung, Kooperation und Wissenszugang jenseits der Großstadt, und bringt viele Experimente und ständig neue Fragen und Entwicklungen mit sich. Wichtig ist dass wir davon ausgehen können überreichlich viele und ganz verschiedene Bausteine dafür in der Hand zu haben.
Im Unterschied zum Flugzeug haben wir es mit einem Lebensraum zu tun, der durch die Kombination von lokaler Verwurzelung und globaler Vernetzung viele Bedürfnisse vieler Menschen zugleich erfüllt.Im Flugzeug kommt es darauf an, dass es uns sicher und verlässlich durch die Lüfte von A nach B bringt. Alles andere ist Beiwerk.
Im Globalen Dorf erwarten wir dass wir wir uns wirklich dauerhaft zu Hause fühlen, dass uns nichts was unser Leben ausmach.t wirklich abgeht.
Das ist der - für Sozialwissenschaften - ungewöhnliche Charakter von GIVE:
Die Forschung selbst realisiert das, was sie erforscht.
Das macht den Laborcharakter aus. Es gibt eine Leitidee mit mannigfachen Vorteilen, aber Realität gewinnen kann diese Leitidee nur durch das Zusammenwirken vieler Erfahrungen, Perspektiven, Experimente. Dieser Forschungsgegenstand kann daher auch gar nicht monodisziplinär bearbeitet werden. Er verlangt Interdisziplinarität, Transdisziplinarität, Kooperation über Sektoren und Professionen hinweg. Und er bewährt sich in der Praxis und durch die Akzeptanz der Mitwirkenden
2. Die Konvergenz der Kräfte identifizieren (aus der Kritik das Neue finden)
Es gibt heute zahlreiche Initiativen, die – jede auf ihre Weise – Bausteine des Globalen Dorfs entwickeln. Oft kennen sie einander nicht. GIVE hat die Aufgabe, diese Kräfte sichtbar zu machen, zu kartieren und als emergentes Muster lesbar zu machen.
Akteure: Wer treibt die Transformation bereits voran?
Muster: Welche wiederkehrenden Lösungsansätze tauchen in unterschiedlichen Kontexten auf?
Musterlexikon, Mustersammlung, Mustersprache
Landkarte: Wie ordnen wir diese Kräfte räumlich, konzeptionell und sozial ein? Wie wirken sie aufeinander, erzeugen Knotenpunkte und Koopperationstrukturen?
GIVE hat nicht den Auftrag, selbst die große Transformation zu „machen“.
GIVE hat den Auftrag, sie sichtbar, diskutierbar, vernetzbar zu machen.
Das Netzwerk ist selbst Teil der Methode.
3. Gelegenheiten nutzen und sich in die aktuellen Debatten einmischen
Eine Forschungs- und Vernetzungsorganisation hat in unserer Zeit eine gesellschaftliche Verantwortung. Das Konzept des Globalen Dorfs ist keine Idylle, sondern eine Antwort auf reale Krisen. Deshalb muss GIVE seine Stimme einbringen – wo immer der Diskurs über Zukunftsfragen geführt wird.
In die ökologische Debatte, wo die positive Rolle der Mensch-Natur- Symbiose hervorgehoben wird, gegen die Trennung von menschlichen Lebensräumen und Natur wie in den "Rewilding" Konzepten
In die Debatte um die soziale Frage, wo das Ende der Lohnarbeit als zentraler Identitätsstiftung bevorsteht
In die Debatte um Krieg und Frieden, wo die autonomen Lebensräuume menschliche Energie nach Innen in die verfeinerung der jeweiligen Lebenssphäre lenken statt Agression gegen außen.
Beispiele für Anschlussfähigkeit:
Krieg und Frieden: Dezentralisierung, lokale Resilienz, zivile Infrastruktur, Reduktion von Verwundbarkeit.
Klima und Umwelt: Regenerative Räume, Landschaften als aktive Systeme, regionale Kreisläufe, technologische Kultur der Suffizienz.
Soziale Spaltung: Neue Formen von Gemeinschaft, Inklusion und geteiltem Wissen.
Botschaft an die potenziell Mitwirkenden:
Wir suchen Menschen, die nicht nur zuschauen wollen.
Wir suchen Menschen, die an der Schnittstelle zwischen Vision und Realität stehen wollen.
Es geht darum, gemeinsam Chancen zu erkennen und konkrete Schritte zu setzen – sei es wissenschaftlich, kommunikativ oder durch Projekte in den Regionen.
Wir sind ein Labor, dessen Forschungsgegenstand eine Zukunftsform des Zusammenlebens ist.
Wir sind ein Netzwerk, das Kräfte bündeln kann, die oft isoliert wirken.
Und wir sind eine Stimme, die die großen Debatten unserer Zeit mit einem konstruktiven, posturbanen Zukunftsbild bereichern will.
Eure Mitarbeit ist nicht nur willkommen – sie ist notwendig.
Warum wir Globale Dörfer wollen und brauchen
1. Weil die bestehende räumliche Ordnung der Gesellschaft zerreißt
Die urbanen Großräume sind am Limit:
Wohnkosten eskalieren,
soziale Segregation nimmt zu,
Infrastrukturen sind überlastet,
Resilienz sinkt,
die ökologische Last ist enorm.
Gleichzeitig entleeren sich die ländlichen Räume:
Verlust junger Bevölkerungsgruppen,
Schließung kritischer Daseinsvorsorge,
Rückbau der kulturellen und ökonomischen Vielfalt.
Globale Dörfer adressieren beide Dysfunktionen zugleich: Sie lösen die künstliche Dichotomie zwischen Stadt und Land auf, indem sie urbane Qualitäten (Dichte, Kompetenz, Kultur, Innovation) mit ländlichen Qualitäten (Platz, Natur, Kosteneffizienz, Gemeinschaft) koppeln. Dadurch entsteht ein neuer Gleichgewichtspunkt in der Raumstruktur, der zugleich lebensfähig, resilient und attraktiv ist.
2. Weil die digitale Leistungsfähigkeit der Gesellschaft falsch verteilt ist
Die Versprechen der Digitalisierung sind real – aber ungleich eingelöst:
Wissen ist global verfügbar,
Zusammenarbeit technisch möglich,
Produktivität nicht mehr an Orte gebunden.
In der Realität jedoch:
profitieren vor allem Metropolen,
wird die Peripherie bestenfalls zum Konsumentenraum,
bleiben lokale Wertschöpfung und Gestaltungsmacht schwach.
Im Globalen Dorf wird digitale Infrastruktur zur Grundlage gemeinschaftlicher Entwicklung:
Innovation entsteht in Netzwerken, nicht in Zentralen.
Globale Dörfer stehen für skalierte Dezentralität:
klein genug für Verantwortung und soziale Intelligenz,
groß genug für moderne Technologie, Bildung und Kultur,
vernetzt genug für globale Teilhabe.
4. Weil die bestehenden Sozialformen überlastet sind
Traditionelle Dorfgemeinschaften zerfallen.Die Großstadt ersetzt sie nicht.Es entsteht ein sozialer Zwischenraum:
Vereinzelung,
Überforderung,
fehlende gegenseitige Absicherung.
Globale Dörfer schaffen soziale Dichte ohne urbane Enge:
Orte, an denen man sich kennt, ohne kontrolliert zu werden,
Orte der Zusammenarbeit statt bloßer Koexistenz,
Orte, die Vielfalt integrieren, weil sie funktional gebraucht wird,
Orte freiwilliger Zugehörigkeit.
Das ist eine zentrale soziale Innovation unserer Zeit.
5. Weil wir neue Kultur- und Lernformen brauchen
Wissen kann nicht mehr nur vermittelt werden.
Es muss gemeinsam erzeugt, angewendet und weiterentwickelt werden.
Ein Globales Dorf ist immer auch:
ein Lernökosystem,
eine vielgliedrige Kultur- und Technikwerkstatt,
ein Entwicklungsraum für menschliche Potentiale,
ein transdisziplinäres Labor.
Hier entstehen neue Formen des Lernens zwischen Wissenschaft, Praxis, Kunst und Alltag.
6. Weil planetare Krisen lokale Antworten verlangen
Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Energie- und Ernährungssicherheit sind globale Probleme mit lokalen Auswirkungen.
Globale Dörfer ermöglichen:
regionale Kreislaufwirtschaft,
regenerative Landschaftsnutzung,
lokale Energieautonomie,
resiliente Ernährungssysteme,
ökologische Wiederherstellung als Alltagspraxis.
Technik allein reicht nicht.
Es braucht ein soziales und kulturelles Umfeld, das diese Transformation trägt.
7. Weil Zukunft mehr bedeutet als bloßes Überleben
Globale Dörfer stehen für eine neue Qualität des guten Lebens:
sinnvolle Arbeit,
schöpferische Tätigkeiten,
Nähe zur Natur,
geteilte Verantwortung,
kulturelle Vielfalt,
globale Wissensvernetzung.
Sie verbinden Hochmoderne mit menschlicher Maßstäblichkeit.
8. Weil diese Perspektive sonst niemand systematisch formuliert
Smart-City-Konzepte denken Stadt,
Regionalpolitik denkt Verwaltung,
Energiepolitik denkt Infrastruktur,
Sozialpolitik denkt Dienstleistungen.
Globale Dörfer denken den integralen Lebensraum.
Sie sind kein Nischenprojekt, sondern ein fehlendes Paradigma.
9. Weil wir an einem historischen Wendepunkt stehen
Lohnarbeit wird unter immer härtere Bedingungen gesetzt,
um irgendwann von der KI übernommen zu werden
eine Neue Arbeit ist also notwendig, die unmittelbar von bedürfnissen vor Ort ausgeht.
Technologien dezentralisieren und verschärfen den Wettbewerb ungemein, sie erlauben uns aber auch an der Peripherie vieles zu schaffen was bis jetzt unmöglich war
Wissen wird global teilbar,
Gemeinschaft wird neu verhandelt,
ökologische Grenzen erzwingen Innovation.
Wenn jetzt kein neues räumliches und soziales Modell entwickelt wird, entstehen massive Brüche.
Globale Dörfer sind eine Antwort für jetzt – nicht für später.
Essenz
Globale Dörfer sind ein kohärentes Modell für eine lebenswerte, resiliente, technologisch avancierte und gemeinschaftsbasierte Gesellschaft im 21. Jahrhundert.