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"Gleich wann, gleich wo auf der Welt existiert eine tiefe Ganzheit. Das ist die Struktur des Ganzen: Die größte und tiefste physische Gestalt, die da präsent ist. Sie kann gefühlt und gesehen werden. Die fundamentalste Art das Land zu behandeln – sei es ein freies Feld, ein existierende Dorf oder eine Straße in einer Stadt – ist es, respektieren was da ist, es zu schützen, fortzusetzen und besser zu machen. Es zu heilen. Es mehr ganz zu machen. Die großen Städte und Dörfer sind immer in dieser Art gebaut worden und genau dieser Prozess verlieh ihnen ihre Schönheit. Die tiefen Keime von Struktur laufen durch einen Ort in seiner Geometrie, seinen Farben, seinen Gerüchen und seinen Lauten. Es braucht Geschick, diese zu erhalten und zu erweitern. Es erfordert eine liebevolle Aufmerksamkeit dem gegenüber, was da ist. Es bedeutet, das neue sollte immer aus dem Respekt für das, was jetzt da ist und was vorher da war, herauswachsen."

Zitat aus Christopher Alexander, Building Living Neighborhoods www.livingneighborhoods.org (Übersetzung: Markus Distelberger) " Das von Alexander in Hinblick auf die gebaute Umwelt gesagte gilt auch für Landschaften. Dem analytischen und verstehenden Blick erschließt sich, dass heute kaum irgendwo auf der Erde eine reine Naturlandschaft existiert; überall ist der Mensch mit seinen Eingriffen Teil eines komplexen Geschehens, aus dem Landschaft entsteht. Landschaft, und damit meinen wir ohnehin in den meisten Fällen Kulturlandschaft, ist das Produkts eines Zusammenwirkens von Mensch und Natur, wobei Natur aber kein Abstraktum ist, sondern die Gesamtheit jeweils besonderer geologischer, klimatischer, morphologischer, limnologischer und biologischer Faktoren ist; hinzu kommen ökonomische, architektonische, politologische, historische, soziale und sozialpsychologische Faktoren. Aus diesen beiden Faktorenkomplexen und deren immer gegebenem wechselweisen Zusammenwirken entsteht ein "Mehrwert", der dann in unserer Wahrnehmung Landschaft ausmacht.

Dies kommt auch in der genial einfachen und doch kompletten Landschaftsdefinition, die der „Europäischen Landschaftskonvention“ zugrunde liegt zum Ausdruck: „Landschaft ist ein Teil der Erdoberfläche, wie er vom Menschen wahrgenommen wird, der sich von anderen Teilen durch das Zusammenwirken von natürlichen und kulturellen Faktoren unterscheidet“.

Um dieser Vielfalt Rechnung zu tragen, hat ECOVAST eine Herangehensweise zur „Landschaften-Erfassung“ entwickelt, die alle diese Schichten berücksichtigt. Diese dürfen aber nicht im Sinn einer analytischen Methode "abgearbeitet" werden. Vielmehr müssen sie im Sinn eines sowohl "intuitiven, wie verstandesmäßigen Begreifens komplexer Zusammenhänge" Berücksichtigung finden. Auf diese Art kann die Erfordernis, immer die Ganzheit und Besonderheit der jeweiligen Landschaft vor Augen zu haben in die Arbeit und deren Resultat Eingang finden.

Die Herangehensweise wurde unabhängig von Christopher Alexanders Mustermethode entwickelt, doch hat sie mit ihr viel gemeinsam. Wir können heute sagen, dass die Biologie so etwas wie ein neues Leitparadigma bei der Betrachtung vieler nicht nur menschgeschaffener Realitäten geschaffen hat. Die Forschungsgegenstände erschließen sich durch einen mehr oder weniger „großen Grad an Lebendigkeit, den ihre Ausprägungen aufweisen; diese Lebendigkeit wiederum ergibt sich als ein "sich eingespielt haben" der verschiedenen Schichten und Bestandteile, die selber im Laufe der Genese des Ganzen modifiziert wurden. Das kann man auch „Evolution der Landschaft“ nennen. Wir können sofort begreifen dass eine bestimmte Hof- oder Flurform sich in der Geschichte der menschlichen Auseinandersetzung mit Natur und Landschaft – die Umwelt des Menschen - herausgebildet haben; aber auch die Fauna und Flora baut entwickelte sich einerseits aus der Landschaft und ihrer ökologischen Nischen auf, wirkt auf sie gestaltend zurück und wird wiederum durch sie modifiziert - quasi in einem "dialektischen" Prozess mit unzähligen Iterationen.

Daher ist die Ausprägung des einzelnen Elements von der Landschaft "überformt" und es erschließen sich Passungen verschiedenster Form. Die ECOVAST Herangehensweise zur Landschaften-Erfassung schlägt ein 10-Schichten Modell vor, um Landschaften methodisch "lesen" zu können und ihre Besonderheit zu erschließen.

Seit kurzem liegt nun eine Handreichung in deutscher Sprache vor.