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Hans Gert Graebe / Leipziger Gespraeche /
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16. Interdisziplinäres Gespräch "Das Konzept Resilienz als emergente Eigenschaft in offenen Systemen"

Das

16. Interdisziplinäre Gespräch: Das Konzept Resilienz als emergente Eigenschaft in offenen Systemen

bildet den Höhepunkt und Semesterabschluss des Moduls "Interdisziplinäre Aspekte des digitalen Wandels".

Termin: 7. Februar 2020, 10–16 Uhr
Ort: Research Academy Leipzig, Wächterstraße 30, 04107 Leipzig

Mit diesem interdisziplinären akademischen Gespräch wird die im Herbst 2011 begonnene Reihe akademischer Reflexionen über die Umbrüche unserer Zeit fortgeführt. Das Interdisziplinäre Gespräch ist der Semesterhöhepunkt unseres Interdisziplinären Lehrangebots.

Die Reihe der Interdisziplinären Gespräche am Institut für Informatik wird unterstützt vom Institut für angewandte Informatik (InfAI), von LIFIS - Leibniz-Institut für Interdisziplinäre Studien, dem MINT-Netzwerk Leipzig sowie der Research Academy Leipzig.

Links:

Impulsreferate:
Anliegen

Im Seminar (siehe Reader) hatten wir den Begriff des Systems, besonders in dessen technischer und ingenieur-technischer Ausprägung, als enge Symbiose von Beschreibungsformen und Vollzugsformen menschlicher Praxen herausgearbeitet.

In diesen Vollzugsformen interagiert eine Vielzahl derartiger Systeme, so dass auf der Ebene der Beschreibungsformen auch Systeme von Systemen in den Fokus rücken, die als systemische Interaktion von Komponenten gefasst werden können und üblicherweise auch so gefasst werden. Damit verbunden ist auf der Ebene der Beschreibungsstrukturen eine Komplexitätsreduktion längs einer White Box / Black Box Strategie, in der bewährte Praxen – im günstigsten Fall – als Komponenten auf deren Schnittstellenverhalten reduziert werden, um neue übergreifende Praxen auf der Ebene eines "Systems von Systemen" zu implementieren. Jene Implementierung als eine Transformation einer "Wirklichkeit an sich" in eine "Wirklichkeit für uns" folgt einer engen Zweck-Mittel-Bestimmung längs der Interessen der handelnden Subjekte, was mit einer weiteren Reduktionsleistung der Modellierung auf das Wesentliche verbunden ist, die im TRIZ-Umfeld auf eine ausgefeilte Methodik von 76 Standardverfahren zur Entwicklung angemessener Stoff-Feld-Modelle zurückgreifen kann.

Ein derartiger Obersystem-System-Komponenten-Komplex als dominantes intersystemisches Verhältnis spielte in (Holling 2001) zur Analyse intersystemischer Stabilitätsverhältnisse, die (ebenda als "adaptiver Zyklus") auch Stabilität durch Systemumbau erfassen, eine zentrale Rolle. Es führt mathematisch auf die Struktur eines gerichteten azyklischen Graphen (Hollings "Panarchie"-Konzept ist als Modell von Systemebenen noch strikter), in dem sich Abhängigkeiten wie

System A enthält Komponente B und System B enthält Komponente A

nicht darstellen lassen.

Genau dies ist aber die Perspektive, die Luhmanns Systemtheorie einnimmt mit der Betrachtung der Wirkung von Codes (und damit Implementierungen) eines Systems auf dem Hintergrund aller anderen Systeme als Komponenten (die wie Komponenten nur indirekt über ihre Schnittstellencodes gesteuert werden können).

So weit eine kurze Beschreibung der vorgefundenen Beschreibungen zum Systembegriff, die im Seminar eine Rolle spielten.

Mit dem Konzept der Resilienz (Brand 2007) bzw. der Robustheit (Anderies 2004) wird versucht, die Robustheit einzelner Systeme in ihrem intersystemischen Zusammenhangsverhältnis zu bewerten, indem Robustheitsparameter von benachbarten Systemen und Komponenten ausschließlich über die Input-Output-Schnittstellen kommuniziert werden und sich damit lokal in den Reflexionsstrukturen eines einzelnen Systems bewerten lassen. Die bisherigen Konzepte konzentrieren sich auf die Suche nach aussagekräftigen Kopplungsparametern.

Die TRIZ-Theorie der Evolution Technischer Systeme (Lyubomirskiy 2018) sieht im S-Kurven-Modell der Systementwicklung in einer solchen Robustheit nur eine Phase der Systementwicklung, während in den Phasen der Stabilisierung und von Reife/Niedergang andere Systemqualitäten an Bedeutung gewinnen, insbesondere Leistungen, die andere Systeme für die Stabilisierung der Betriebsbedingungen eines solchen "reifen Systems" zu erbringen haben. So ist die heutige Dominanz sauerstoffbasierter Metabolismen auf der Erde keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis aktiver Transformationsprozesse in der Biosphäre mit wesentlichen Auswirkungen auch auf die Geosphäre.

In unserem Interdisziplinären Gespräch wollen wir uns dem Konzept der Resilienz als einem vielfach überladenen Begriff nähern, der in aktuellen Nachhaltigkeitsdebatten immer wieder in den Vordergrund gerückt wird. Mit unserem Fokus auf emergente Phänomene in offenen Systemen wollen wir die Bedingtheiten von Argumentationslinien unter diesem speziellen Blickwinkel genauer in Augenschein nehmen.

Literaturangaben im Reader.

Hans-Gert Gräbe, 31.12.2019

Teilnehmer

  • Gerd Arnold, Ingenieur, evermind Leipzig
  • Katrin Buchheim, Digital Humanities, Uni Leipzig
  • Yaoli Du, Philosophie, Uni Leipzig
  • Prof. Hans-Gert Gräbe, Informatik, Uni Leipzig
  • Veronika Heuten, Digital Humanities, Uni Leipzig
  • Annemarie Hohbach, infai, Uni Leipzig
  • Prof. Robert Holländer, IIRM, Uni Leipzig
  • Ken Pierre Kleemann, Philosophie, Uni Leipzig
  • Sebastian Koch, DRK Leipzig
  • Nastasja Krohe, Philosophie, Berlin
  • Shoshana Laubisch, Musikwissenschaft, Leipzig
  • Dr. Sabine Lautenschläger, IIRM, Uni Leipzig
  • Georg von Nessler, Kulturwissenschaft, Leipzig
  • Norman Radtke, infai, Uni Leipzig
  • Immanuel Thoke, Informatik, Uni Leipzig
  • Jörg Wittenberger, Informatik, softeyes Dresden
  • Manfred Wolff, Mathematiker, ASG Leipzig
Interessiert, diesmal aber verhindert

  • Renate Baricz, Studentin, Uni Leipzig
  • Nicola Klöß, Umweltbeauftragte, Uni Leipzig
  • Daniela Kulik, IHK Leipzig
Unterstützer der Veranstaltung


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