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Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Bilder vom Triesterviertel   
EinigeWahlergebnisse   
Statistik 1.1.2011: 10.775 Personen wohnen im Triesterviertel   
Aus: Wolfgang Slapansky: "Leben und Arbeiten im Triesterviertel"   
Weitere Beiträge zur Chronik des "Triesterviertels"   
10.12.2009 Name "Triester-Viertel" im Jahr 1925   

Bilder vom Triesterviertel    

Das "Triesterviertel" ist Teil des 10.Wiener Gemeindebezirkes Favoriten am nördlichen Wienerberg zwischen und entlang Matzleinsdorferplatz, Evangelischer Friedhof, Triesterstraße, Raxstaße und Gußriegelstraße.

Näheres siehe Plan und Google Map

Plan für die Wr.Feuerwehren von 1934/35 (Quelle: Bezirksmuseum Favoriten) Entlang von Gußriegel- und Troststraße gab es noch große Bereiche mit Schrebergärten, wichtig für Gemüseanbau und Obstbäume.

EinigeWahlergebnisse    

Statistik 1.1.2011: 10.775 Personen wohnen im Triesterviertel    

..............................

Im angegebenen Wohnbereich (Zählsprengel 10080-84 und 10100) lebten am 1.1.2011 insgesamt 10.775 Personen.
(Quelle: MA 5: Wiener Bevölkerungsregister)

Männlich: 5.287 Weiblich: 5.488 Inländer: 7.013 Ausländer: 3.762 Geburtsland: Österreich: 5.897 Ausland: 4.878 Migrationshintergrund: Nein: 5.314 ja: 5.461

Mit Migrationshintergrund:

Serbien/Montenegro: 1178, Türkei: 1062, Bosnien/Herzegowina: 479, Polen: 352, Rumänien: 231, Kroatien: 193, Deutschland: 189, Mazedonien: 151, Bulgarien: 109, Ungarn: 107, Slowakei: 89, VR China: 81, Russische Föderation: 61, Indien: 53, Philippinen: 52, Nigeria: 51, Iran: 47, Tschechische Republik: 37, Ägypten: 36, Afghanistan: 26, Kosovo:25....

Altersgruppen

  • Bis 4 Jahre: 693
  • 5-9 Jahre: 509
  • 10-14 Jahre: 515
  • 15-19 Jahre: 618
  • 20-39 Jahre: 3493
  • 40-59 Jahre: 2669
  • 60-79 Jahre: 1894
  • 80 und älter: 384
....
...............................Das "Triesterviertel" in den 50-er Jahren: Vorne rechts die Spinnerin am Kreuz, oben Mitte der ehemalige FC-Wien-Platz (1919-1959, heute "Fortuna-Park"), rechts davon die Starhemberg-Kaserne und links davon die Heller-Fabrik, rechts unten die beiden Schulen

TextVomAudioguideTriesterviertel

Aus: Wolfgang Slapansky: "Leben und Arbeiten im Triesterviertel"    
Zur Geschichte eines Bezirksteiles. Favoritner Museumsblätter Nr.18, Wien 1993

"Neben dem zentral gelegenen Bezirksteil von Inner-Favoriten zwischen der Favoritenstraße und der Laxenburger Straße gehörte das Gebiet des heutigen Triesterviertels um die Jahrhundertwende zu den begehrtesten Baugründen in Favoriten. Hier stand noch weites, unverbautes Land zur Verfügung, das vor allem für Unternehmer interessant war, die an eine Expansion ihrer Fabrik dachten.

Betrachtet man die Lage des Triesterviertels, dann ist klar, dass sich dieses Gebiet aufgrund der topografischen Gegebenheiten für die Ansiedelung von Großbetrieben geradezu aufdrängte. Die Nähe zu den dichtverbauten Bezirken Wieden, Margareten und Meidling sowie zu Inner-Favoriten ermöglichte eine rasche infrastrukturelle Aufschließung des Gebiets. Ebenso boten die günstig gelegenen verkehrstechnischen Anbindungen gute Voraussetzungen für die Betriebe. So war vom nahegelegenen Matzleinsdorfer Bahnhof eine relativ problemlose Zulieferung der benötigten Rohstoffe möglich. Schließlich bleibt die Triester Straße zu nennen, die wichtigste Ausfallstraße nach Süden.

Gegen Ende des 19.Jahrhunderts war das heutige Triesterviertel weitgehend unverbautes Land. Die Bahntrasse der Südbahn sowie der protestantische Friedhof am Matzleinsdorfer Platz markierten gewissermaßen die Grenze zur verbauten Stadt. Abgesehen von dem 1892 eröffneten, weitläufigen Gelände des Franz Joseph Spitals, den „Weber-Häusern“ im Bereich Knöllgasse/Quellenstraße, der 1895 eröffneten Volksschule in der heutigen Knöllgasse sowie einigen Ziegelwerksanlagen am Wienerberg gab es keine größeren Bauwerke. Dies änderte sich rasch, als zwischen 1900 und 1915 eine Reihe von Fabriksanlagen und in der Folge Wohnhäuser errichtet wurden. Zwischen den Fabriken und den Zinshäusern wurden zahlreiche freie Flächen als Lagerplätze, vor allem für Holz, adaptiert.

Große Zinshäuser mit Dutzenden Bassena-Wohnungen entstanden hauptsächlich entlang der Knöllgasse sowie um die „Webergründe“. Bereits nach wenigen Jahren war die Einwohnerzahl des Triesterviertels auf rund 1000 angewachsen. Auch Kleingewerbetreibende siedelten sich innerhalb weniger Jahre im Triesterviertel an. Zahlreiche für die Nahversorgung der Bevölkerung wichtige Betriebe wie Greißlereien, Gasthäuser und Handwerksbetriebe ließen sich hier nieder.

Als die Stadtverwaltung Anfang der zwanziger Jahre daranging, der enormen Wohnungsnot in Wien durch ein brei angelegtes Wohnbauprogramm entgegenzuwirken, wurden auch im Triesterviertelzwei markante Gemeindebauten errichtet. 1923 bis 1924 erbaute die Gemeinde Wien den Victor-Adler-Hof, 1924 bis 1925 den Quarinhof. Beide Gemeindebauten standen in der Tradition des kulturellen Anspruchs des „Roten Wien“, dessen oberstes Ziel es war, bedürftigen Menschen kostengünstige und vorbildlich ausgestattete Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Gaststätten und Kinos waren bis zum Zweiten Weltkrieg die wichtigsten Angebote für die karge Freizeit der Bewohner des Triesterviertels. Eine Reihe von Gaststätten mit angeschlossenen Gastgärten waren an Sonntagen äußerst beliebte und stark frequentierte Treffpunkte. In einigen Gasthäusern sorgten Sänger oder Blasmusikgruppen für Unterhaltung. Kartenspielen, Kegeln und ähnliche Vergnügungen gehörten zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Im „Cafe Weberhof“ konnte zudem Billard gespielt werden. Daneben waren es eine Reihe von Kinos, die sich in der Zwischenkriegszeit größter Popularität erfreuten. Das erste Kino war das „Weberkino“ in der Quellenstraße, wo bereits vor dem Ersten Weltkrieg Stummfilme gezeigt wurdn. Das „Quellenkino“ in der Quellenstraße, das „Metropolkino“ am Matzleinsdorfer Platz oder das „Atlantis“ in der Wiedner Hauptstraße gehörten in der Zwischenkriegszeit zu den besonderen Attraktionen. Mehrere ambulant tätige Schausteller ergänzten schließlich das Unterhaltungsangebot im Triesterviertel. Ergänzed bleibt noch festzustellen, das auch einige Fußballvereine im Triesterviertelihre Spielstätten hatten. So etwa der SC Nicholson und der SpC Südstern in der Angeligasse oder der SpV Neutral, der Nachfolgeklub des Werksportvereins Axa Abadie, in der Windtenstraße.

Auch Spaziergänge und Ausflüge hinaus an den Stadtrand am Wienerberg gehörten für viele Familien zu den beliebten Freizeitaktivitäten. Auf den weiten, unverbauten „G´stetten“ ware an Sonntagen hunderte Menschen unterwegs. Im Sommer boten die Ziegelteiche Möglichkeiten zum Schwimmen, im Winter zum Eislaufen. Zahlreiche Familien fanden an Sonntagen ihr „Privates Glück“ in einem der vielen Schrebergärten, die auf vielen der (noch nicht baulich genützten) Grundstücke im Triesterviertelangelegt wurden.

Der Zweite Weltkrieg markierte eine deutliche Zäsur im Alltagsleben. Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmittel und Heizmaterial war mit Fortschreiten des Krieges weitgehend eingeschränkt bzw. zusammengebrochen. Einige Fabriksgebäude im Triesterviertelwurden von den Nationalsozialisten in abscheulicher Weise zweckentfremdet: Sie dienten von 1944 bis 1945 als Lager ungarischer Juden. Durch die vielen Bombentreffer im Jahr 1944 und 1945 waren zahlreiche Wohnhäuser und Fabriksgebäude zerstört oder erheblich beschädigt. Ganze Häuserreihen lagen in Schutt und Asche. Doch bereits gegen Ende der vierziger Jahre war der Wiederaufbau so weit fortgeschritten, dass ein „normales“ Leben wieder einigermaßen möglich war.

Für die Charakteristik des Triesterviertels gab es durch den Zweiten Weltkrieg kaum wesentliche Veränderungen. Bis in die sechziger Jahre blieb das Gebiet ein in der Hauptsache von den großen hier ansässigen Industriebetrieben geprägter Stadtteil. Zunehmend jedoch wurde das Triesterviertelverstärkt als Hoffnungsgebiet für den expandierenden Wohnbau in Erwägung gezogen. Auf vielen bislang freien Wiesenflächen oder Lagerplätzen entstanden zahlreiche neue Wohnungen.

Heute stellt das Triestervierteleinen fast idealtypischen Stadtteil mit einer funktionalen Durchmischung von Industriebetrieben, Kleingewerbebetrieben und Wohnhäusern dar. Die in den letzten Jahren deutlich vermehrte Bautätigkeit von Genossenschaften unterstreicht den Trend, das durch die Industrie geprägte Triesterviertelzunehmend als qualtitativ hochstehende Wohngegend zu etablieren. Ein Industriestadtteil ist auf dem rasanten Weg zum „Dienstleistungsstadtteil“."

Weitere Beiträge zur Chronik des "Triesterviertels"    

10.12.2009 Name "Triester-Viertel" im Jahr 1925    

FritzEndl: Walter Sturm vom Bezirksmuseum entdeckt im "Heimat=Jahrbuch der Pfarre Sankt Johann Evangelist" des Jahres 1925 im Beitrag über die Notkirche "Zur Königin des Friedens": "Zehn Jahre sind es her, daß in dem sogenannten "Triester-Viertel" die Katholiken eigenen Gottesdienst haben." (Autor: Rektor P.Franz Gippert)