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Protokoll Reflexionstreffen Test-Telefonkette von 25.4. bis 5.5.2008

Ort: PlanSinn Zeit: 13.5.2008 von 11:00 - 13:00

Anwesende: HeinrichHoffer, FritzEndl, Karoline K., Johannes Posch (PlanSinn) und Anne Langner (PlanSinn, Protokoll).
Emma F. und Josef P. haben sich mit Bedauern entschuldigt.

Johannes Posch, Anne Langner, Heinrich Hoffer und Karoline K. beim Reflexionsgespräch

Stimmungsbild 1: Welche Erfahrungen haben die TeilnehmerInnen gesammelt?

Unter den TeilnehmerInnen herrscht zum Abschluss der Testphase sehr gute Stimmung. Sie sind sich einig, gute Erfahrungen mit ihrer Teilnahme gemacht zu haben.

Das Um und Auf des Erfolgs der Teststelefonkette, so der Tenor, war ihr „Generator“, HeinrichHoffer: Er sorgte bei der Gruppenzusammenstellung für eine ausgewogene, kompatible Gruppe, „komponierte“ sozusagen eine gute Zusammensetzung. Die TeilnehmerInnen waren alle bis auf einen mit HeinrichHoffer bereits im Vorfeld bekannt, was sich als wesentlicher Vorteil herausstellte, denn zu ihm hatten sie Vertrauen. Er konnte sie dazu bewegen beim Telefonketten-Testlauf mitzumachen. „HeinrichHoffer war der Türoffner. Wenn er sagt, dass das gut ist, dann vertrau ich ihm und mach auch mit.“ (FritzEndl)

Für manche war es überraschend, wie schnell man in den täglichen Gesprächen persönlich wurde, obwohl man einander kaum oder nie zuvor gesehen hatte. „Man hatte das Gefühl mit Freunden zu telefonieren, die zuhören und sich Zeit nehmen.“ (Karoline K.)

Aus Sicht der TeilnehmerInnen unterstützt die Telefonkette den Zugang zur konkreten Anteilnahme. Als sehr willkommen hat sich die Limitierung der Gesprächsdauer auf ein knappes: Wie geht´s? Was haben Sie heute vor? erwiesen.

„Ich bin nicht auf der Suche nach neuen Kontakten. ... Ich will mir auch nicht von jemandem gleich sein ganzes Leben erzählen lassen.“(FritzEndl)

Gemeinsame Interessen stellten sich ohnehin sehr bald heraus. Wie sehr sich der Kontakt, auch außerhalb der Telefonkette, intensiviert, sollte jedem/jeder selbst überlassen bleiben.

Stimmungsbild 2: Wo sind Unsicherheiten und Stress aufgetreten?

Ein Zeitraum von zwei Stunden, in dem die Kette durchlaufen werden soll, scheint angemessen. Die praktische Erfahrung hat gezeigt, dass sich der Kreis ohne Zwischenfälle binnen einer guten halben Stunde wieder schließt. Wenn es aber länger dauerte, war das Warten darauf für den Ersten in der Kette belastend. Die anderen TeilnehmerInnen kamen im Normalfall sehr gut mit dem Standardprozedere zurecht. Sobald man aber außer Haus war, einen Termin hatte oder durch die physische Anwesenheit anderer Personen abgelenkt war, verursachte das Bewusstsein „jetzt wird gleich wer anrufen“ oder „eigentlich müsste ich jetzt anrufen“, Stress.

Die Re-Definition der Telefonkette: Was macht sie aus Sicht der TeilnehmerInnen aus?

Auf Basis der gesammelten Erfahrungen sind sich die TeilnehmerInnen an der Test-Telefonkette einig: die ideale Telefonkette wird von einer Person initiiert, zu der alle TeilnehmerInnen ein Stück weit Vertrauen haben. Diese Kette umfasst idealerweise 5-7 Personen von denen alle die Telefonnummern aller anderen bekommen. Somit lassen sich Unsicherheiten, beispielsweise wenn einmal jemand ausfällt, leichter überbrücken, indem beispielsweise beim Übernächsten angerufen werden kann und schlussendlich auch alle Bescheid wissen, dass jemand nicht erreicht wurde.

Auch über die Frage, wer als TeilnehmerInnen an einer Telefonkette in Frage kommt, ist man sich einig. Prinzipiell jede/jeder. Insbesondere auch Menschen, für die dasTelefon das zentrale Kontaktmittel nach außen ist (beispielsweise immobile oder eingeschränkt mobile Menschen). Frau F. in einem Telefon-Gespräch Mit HeinrichHoffer: Leute, die kaum aus dem Haus kommen, die vielleicht alt und verlassen sind VertreterInnen von Institutionen oder PolitikerInnen, die vorwiegend zu Recherchezwecken teilnehmen, sollen das gerne tun können. Sie sollen aber nicht an erster Stelle der Kette stehen. Man will so der Gefahr vorbeugen, dass die Kette instrumentalisiert werden könnte.

In Punkto Reichweite der Kette gibt es von FritzEndl die Präferenz, die Kettenmitglieder aus einem eingeschränkten geographischen Gebiet, einem Grätzl, zusammenzubringen, damit einerseits zusammen an der Verbesserung der gemeinsamen Umgebung gearbeitet werden kann und andererseits im Notfall die TeilnehmerInnen leicht aufsuchbar sind und nicht erst die halbe Stadt durchquert werden muss.

Einem Wechsel in der Reihenfolge der Gesprächspartner stehen die TeilnehmerInnen kritisch gegenüber. Das ist auch verständlich, wenn man berücksichtigt, dass sich in der Test-Telefonkette Menschen begegnet sind, die sich gerne miteinander unterhalten. Abwechslung wäre aufgrund der bisher gesammelten Erfahrung im Gegenteil sogar störend: „Ich möchte jemanden über die Jahre hinweg auch so kennen lernen, dass ich an seiner/ihrer Stimme erkenne, ob was nicht stimmt.“ (FritzEndl)

Die '''Begleitung der Telefonkette durch eine professionelle stadtteilbezogene Institution''' wird begrüßt. Sie soll eine schützende Hand über die Telefonkette haben und insbesondere dafür sorgen, dass Anliegen der Telefonkettenmitglieder, die der Vermittlung an Magistratsstellen oder ähnliche Einrichtungen bedürfen, von der jeweiligen Institution begleitet und unterstützt werden.

Mit der Bezeichnung Telefonkette für dieses Instrument sind die TeilnehmerInnen grundsätzlich zufrieden. Tatsächlich wurde die Telefonkette einmal mit einem Kettenbrief assoziiert und stieß daher auf Ablehnung. Auch generell negative Zuschreibungen zum Begriff Kette wurden angemerkt. Als Alternativvorschlag bringt Herr Endl den Begriff „Telefonring“ ein. Auf Zustimmung trifft schließlich die Bezeichnung „Telefonkreis“.

Die Umbenennung des Instruments ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da Verwirrung unter möglichen InteressentInnen auftauchen könnten, wenn auf bisherige Erfahrungen mit der Telefonkette verwiesen wird und dadurch zusätzlicher Erklärungsbedarf entsteht.

Das Konzept Telefonkette in Zukunft: Wie ist es um die Übertragbarkeit der Telefonkette bestellt?

FritzEndl plant für die nähere Zukunft einen auf das Triesterviertel bezogene Telefonkreis. Folgendes Szenario wurde diskutiert: FritzEndl sucht unter Mithilfe von MultiplikatorInnen wie beispielsweise HausärztInnen interessierte TelefonringteilnehmerInnen. Das Einzugsgebiet der zukünftigen TeilnehmerInnen soll sich dabei auf das Grätzl Triesterviertel beschränken. FritzEndl möchte damit MultiplikatorInnen gewinnen, die im Idealfall dann eigene Telefonkreise gründen. Als überparteiliche Institution kommt die Gebietsbetreuung für städtische Wohnhausanlagen des Bezirks in Frage.

Auch Frau F. und Herr P. haben rückgemeldet, dass sie gerne weiter in einer Telefonkette bzw. einem Telefonkreis mitmachen würden. HeinrichHoffer kann sich vorstellen Frau F. oder Herrn P. bei der Gründung einer eigenen Telefonkette zu unterstützen.

Diskussion

14.5.2008:

Mail von FritzEndl an PlanSinn: "Könntet ihr als "PlanSinn"- bzw. sALTo - Team-Verantwortliche sozusagen offiziell die beiden Favoritner Gebietsbetreuungen von meiner (= Initiative MACH MIT! im Triesterviertel") Bereitschaft informieren, sie als professionelle "Supervisor"-Ebene beim Telefonketten/kreis-Projekt im "Triesterviertel" zu akzeptieren. Ich fände auch möglichst klare Verantwortlichkeiten bzw. Regeln für sinnvoll. Auch wegen eines gemeinsamen Begriffs sollte es Klarheit geben, sonst herrscht - wie im Protokoll auch erwähnt - schon zu Beginn unnötiger Erklärungsbedarf."

30.5.2008

Kein Interesse an einer Zusammenarbeit "auf gleicher Augenhöhe" von Seiten der Gebietsbetreuung für Gemeindebauten

Inhalt einer weiteren eMail von FritzEndl an PlanSinn: In einem zufälligen Gespräch mit Stefan Arlanch von der Gebietsbetreuung für Gemeindebauten (dabei war auch seine Chefin Claudia Kappacher) über das Telefonprojekt am vergangenen Dienstag konnte ich keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit "auf gleicher Augenhöhe" erkennen. "Diese GB setzt einen Auftrag "von oben" in Richtung "nach unten" mit ihren üblichen Mitteln um. Sollen sie, aber ohne mich."