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1.“Gespräch im Triesterviertel
am 11.5.2007 in der "Quarinpassage" (Wien 1100)

Thema:

Zur Spinnerin - Gasse mit Bodenschwellen ? PRO und KONTRA
Zur Verkehrssicherheit rund um die Kindergärten/Horte und Schulen in der Quaringasse und Knöllgasse

Podium:

  • Wolfgang Beer (Bezirksrat, Vorsitzender der Verkehrskommission)
  • Thomas Pattart(Verkehrsinspektor)
  • Annemarie Gutschik (Leitung Kindergarten/Hort Quaring.16)
  • Gisela Kratochvil (Leitung Kindergarten/Hort Knöllg.
  • Brigitte Pribyl (Leitung Kindergarten/Hort Quaring.13)
  • Moderation: Reinhold Gebhart („Krone“ Wien – Süd)
Organisation: Fritz Endl (Plattform „MACH MIT! im Triesterviertel“)



Im Folgenden die vollständige Abschrift der digitalen Aufnahme ohne inhaltlicher Änderungen, abgesehen von kleineren Korrekturen zur besseren Lesbarkeit. Kommentare und Ergänzungen sind erwünscht.

Endl: Darf ich sie herzlich begrüßen und ihnen danken fürs Kommen. Ich bin Fritz Endl und so eingebildet zu glauben, dass mich die meisten als Initiator der MACH MIT! Plattform schon kennen. Gemeinsam mit Herrn Kraupa und Frau Lehnhart, die anwesend sind und Frau Janitsch, die verhindert ist, sind wir diese Plattform....Bedanken möchte ich mich auch bei Herrn Architekt Scheiner, dem Eigentümer dieser Passage, dafür, dass wir hier sein können. Die Passage ist ein Mittelding ist zwischen privat und öffentlich zugänglich durch Geschäfte, die bis 19 Uhr geöffnet haben. Bedanken möchte ich mich auch bei Frau Gabi Sich von „Gabi´s Schmankerln“, die hier alles für das Podium hergerichtet hat und überhaupt für ihre ständige Unterstützung unserer Plattform und auch bei SPÖ-Favoriten für die Möglichkeit, uns immer wieder Tische und Bänke auszuleihen, die zwar heute nicht benützt werden, sehr wohl aber bei den Quarinmärkten. Das ist auch nicht selbstverständlich und für uns eine wichtige Geste der Unterstützung unserer Initiative. Kurz zur MACH MIT! Plattform: Sie ist eine private Initiative von Bewohnerinnen und Bewohnern unseres Grätzls und hat als wesentliches Ziel, etwas gegen die Vereinsamung und Isolation im Triesterviertel zu tun. Pathetisch gesagt, das Dorf ein bisschen in die Stadt zu bringen, Kontakte zu knüpfen, einander besser zu kennen und deshalb auf der Straße öfter zu grüßen. Und dazu gehören eben auch solche Versuche wie diese „Gespräche im Triesterviertel“, Themen öffentlich zu diskutieren, darüber zu reden, wenn´s das Grätzl betrifft, also Themen, die für die Öffentlichkeit, also, wenn wir von der Wohnung hinausgehen, von Bedeutung sind. Solche Themen sollten und das ist meine Hoffnung für das Triesterviertel mehr oder weniger oft stattfinden, sofern es eben unsere Kapazität erlaubt. Dieses erste Gespräch zum Thema „Bodenschwellen in der Spinnerin?“ ist ein Typ des Gesprächs, bei dem man das Pro und Kontra abwägen sollte. Es gibt sicher keine einfache Lösung mit der Antwort „Selbstverständlich ja“ oder „Selbstverständlich nein“. Da komme ich gleich zur Art der Gespräche, wie sie wir uns wünschen: Es soll das Üben von sachlicher Diskussion sein, zwar mit Emotionen, aber mit dem Abwägen von Für und Wider, nicht gegen jemand reden mit der Gefahr, zu glauben, die alleinige Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Das zweite Prinzip dieser Gespräche sollte sein: Zuhören können, denn wenn man davon ausgeht, dass der andere auch etwas zu sagen hat, dann hört man ja auch eher zu. Ich habe unseren Moderator Herrn Gebhart, der in dankeswerter Weise bereit ist, auch das nächste Gespräch zu moderieren, gebeten, auf die Einhaltung dieser beiden Prinzipien zu achten. Dazu habe ich mir auch als Unterstützung einen kleinen Trick ausgedacht und zwar dieses kleine Aufnahmegerät. Wer spricht, hat dieses Gerät in der Hand und es nimmt alles auf. Ich möchte diese Gespräche dokumentieren. Das ist ja auch eine Form des Ernst- und Wichtignehmens unserer Wortmeldungen, wir halten sie fest und können damit belegen, wenn wesentliche Vorschläge gemacht worden sind. Heute ist das ein erster Versuch, der sich ja wie ich glaube, weiter entwickeln wird zum Beispiel schon beim nächsten Gespräch in dem künftigen Gymnasium, das derzeit gelb gestrichen wird. Das Gebäude ist ja der Anlass der MACH MIT! Plattform. Als zu befürchten war, dass es abgerissen werden könnte, haben wir gesagt: „Nein, das geht nicht ohne unseren Widerstand.“ Dadurch ist unsere Beziehung zu diesem Gebäude noch mehr verstärkt worden, dort wird das zweite Gespräch stattfinden und zwar die andere Gesprächsform, jene, die von einer Frage ausgeht wie zum Beispiel: Was geschieht mit den Flächen rund um den Eisring Süd ? Für deren Beantwortung braucht es ExpertInnen, die uns dazu etwas sagen, dem jeweiligen Wissensstand entsprechend. Wir stellen bei diesem zweiten Gesprächstyp am 13.6. im ehemaligen „Lucina“-Gebäude eine Frage. Und was ich bei diesen Gesprächen für sehr wichtig halte ist, dass wir uns wieder das Wort ins Triesterviertel holen, das Wort der BewohnerInnen. Wir sollen wieder öffentlich unsere Meinung sagen. Es gehört auch dazu, dass man im Wirtshaus seine Meinung sagt und schimpft: Ja, denen sollte man....Jetzt können sie. Hier sitzen Menschen, die ihnen Antwort geben können nach ihrem besten Wissen, „die sich bemühen“, hat mir dazu kurz vorher Herr Beer gesagt. Was wir nicht wollen sind Beschimpfungen, davon ausgehend, dass als Regel gelten soll: Keiner hat die Wahrheit für sich gepachtet. Der Kreis ist relativ klein, die meisten kennen einander, die Gefahr von Beschimpfungen ist relativ gering und wir können lernen, mit diesen Gesprächsregeln umzugehen. Das wollte ich zur Entstehung und Art dieser Gespräche sagen. Beim nächsten Gespräch am 13.6. wird – so habe ich heute erfahren – ziemlich sicher jemand von der Wiener Stadthalle, der Verwaltung des Eisring-Süd, kommen. Die Leiterin der zuständigen MA51 Frau Dr.Hoffmann kann leider nicht kommen. Von den Wiener Kinderfreunden wird ebenfalls jemand kommen, damit auch die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertreten sein sollen.....Am Schluss meiner Einleitung möchte ich noch davon informiere, dass derzeit das Triesterviertel und ein zweites Grätzl im 22.Bezirk von der Gemeinde Wien zur Situation der älteren Menschen untersucht wird. Das Pilotprojekt nennt sich sALTo und unser Grätzl wird 18 Monate lang von ExpertInnen beobachtet. Was tut sich bei uns an Positivem und Negativem für die älteren BewohnerInnen ? Wir sind also noch einige Monate lang im Mittelpunkt der Wiener Stadtplaner ......Und noch etwas möchte ich erwähnen, das liegt hier vor mir. Eine Broschüre über das Grätzl ist von den Kaufleuten des Triesterviertels nach einigen Verzögerungen erstellt worden und wird in den nächsten Tagen in einer Auflage von 10 000 Stück an die Haushalte zugestellt werden. Da steht viel drinnen, an dem man merkt, unser Grätzl kann sich sehen lassen. Der Obmann Herr Meindl ist hier und Herr Schuller von der Gebietsbetreuung. Mit ihm gemeinsam ist diese Broschüre gemacht worden wie überhaupt die Gebietsbetreuung das Triesterviertel schon seit einigen Jahren stadt- und raumplanerisch sehr unterstützt. Das ist doch eine längere Rede geworden und ich übergebe Herrn Gebhart das Aufnahmegerät.

Gebhart: Sie haben schon gehört, das Aufnahmegerät dient dazu, dass der, der es in der Hand hält, spricht und die anderen hören zu. Das ist unsere erste Regel. Ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Reinhold Gebhart. Ich schreibe bei der Kronenzeitung seit ca 11 Jahren und dabei hauptsächlich über das Gebiet Wien-Süd. Zum Triesterviertel bin gekommen durch Herrn Endl, das ist auch schon fast zehn Jahre her und mein einziger Bezug zum Triesterviertel. Ich habe einmal vier Jahre in Favoriten gewohnt und wohne jetzt in Wieden. Lassen wir jetzt die Personen sprechen, die wissen, was hier abläuft und beginne mit den beiden Damen rechts von mir.

Gutschik: Mein Name ist Brigitte Gutschik und ich bin Leiterin vom Kindergarten Quaringasse 16. Das ist ein städtischer Kindergarten und wir haben auch eine Hortgruppe. Unsere Hortkinder sind täglich entweder vom Hort in die Schule in der Knöllgasse oder zu Mittag wieder zurück unterwegs. Aus diesem Grund ist es uns ein Anliegen, dass der Verkehr in dieser Gegend beruhigt wird, egal auf welche Art und Weise. Das müssen sicher Fachleute entscheiden, aber wir sind hier, weil wir daran interessiert sind, unseren Hortkindern einen möglichst sicheren Weg zu gewährleisten.

Pribyl: Mein Name ist Annemarie Pribyl. Ich bin derzeit stellvertretenden Leiterin vom Kindergarten Quaringasse 13. Wir haben zwar nur Krippe und Kindergarten, aber wir sind betroffen durch unsere Eltern, die natürlich auch ihre Kinder in den Kindergarten bringen, vielleicht auch zu schnell unterwegs sind und die 30-er Zone nicht einhalten. Es gehört sicher irgendetwas gemacht oder kontrolliert, aber das liegt im Ermessen der Verkehrsexperten, die wir nicht sind.

Beer: Mein Name ist Wolfgang Beer. Ich bin Vorsitzender der Verkehrskommission in Favoriten. Die Verkehrsexperten lehren an Universitäten oder arbeiten in der MA46. Unsere Aufgabe in der Verkehrskommission ist es, den Verkehr in Favoriten politisch zu gestalten und wir sind auch auf die Empfehlungen dieser Verkehrsexperten angewiesen. Nur versuchen wir auch die Bevölkerung miteinzubinden. Ich bin daher auch dankbar, hier sein zu dürfen, weil wir dadurch die Möglichkeit bekommen, von den Menschen, die hier wohnen oder arbeiten, Erfhrungswerte zu bekommen. Wir von der Kommission kennen uns zwar in Favoriten aus, wohnen aber hier in diesem Grätzl nicht. Überall, wo man wohnt, kennt man die Probleme wesentlich besser. Und daher ist das auch für mich wieder eine Chance, im am bestuntersuchtesten Gebiet von Favoriten weitere Verbesserungen voranzutreiben. Pattart: Mein Name ist Thomas Pattart. Ich bin Fachbereichsleiter Verkehr im Stadtpolizeikommando Favoriten. Alle Verkehrsagenden von Favoriten laufen bei mir zusammen, abgesehen von der Planung, Teilnahme an Ortsverhandlungen und Weiterleiten von Beschwerden an die entsprechenden Polizeiinspektionen.

Kratochvil: Mein Name ist Gisela Kratochvil. Ich bin die Leiterin des Kinderfreunde-Kindergartens schräg vis a vis. Wir betreuen bzw. begleiten ca 70 Kinder, je zur Hälfte Kindergarten und Hort. Die Kinder vom Hort sind von der Frage Bodenschwelle Zur Spinnerin nicht direkt betroffen, weil sie von der Schule in der Knöllgasse direkt zum Hort kommen. Von Problemen am Weg zwischen Wohnung und Schule erfahre ich zwar, es betrifft mich aber als Leiterin nicht.

Gebhart: Ich habe kurz vorher mit ihnen geredet und sie haben etwas Interessantes zum Thema Bodenschwellen gesagt.

Kratochvil: Ja, ich habe selber zwei inzwischen erwachsene Kinder und war während der Schulzeit meiner Kinder in diversen Elternvereinen als Obfrau tätig. Meine Kinder sind damals in die Schule in der Otto Probst Siedlung gegangen. Die Otto Probst Strasse hat sich bald nach ihrer Fertigstellung als Schleichweg zwischen Triesterstraße und Neilreichgasse entwickelt. Die 30-er Zone, die sehr bald eingerichtet wurde, ist absolut nicht eingehalten worden. Dadurch ist es zu sehr gefährlichen Situationen für die Kinder gekommen. Ich habe dort auch im Kindergarten der Gemeinde gearbeitet. Es sind insgesamt vier Schwellen gebaut worden. Das hat sich nach einiger Zeit als Bumerang herausgestellt, weil auf den Schwellen war der Zebrastreifen. Da waren die Kinder geschützt, weil die Autofahrer abbremsen musste. Aber dann hat es sich als eine Art Sport herausgestellt, sobald man von der Schwelle unten war, dann sofort Vollgas bis zum Gehtnichtmehr. Dann wieder mit quietschenden Bremsen bis vor die nächste Schwelle und so weiter. Richtig ist, dass die Kinder auf dem Zebrastreifen geschützt waren, aber die Lärmbelästigung für die Anrainer ist gestiegen und ein Überqueren der Straße zwischen den Schwellen entwickelte sich manchmal zum Abenteuer.

Gebhart: Herr Pattart, was haben sie für Erfahrungen bezüglich Verkehrsberuhigung ?

Pattart: Ich nenne ein Beispiel: Wir haben in der Franz Koci Straße einmal eine doppelte Geschwindigkeitsmessung durchgeführt, speziell zu den Schulbeginnzeiten. Dabei haben wir einen Wagen der Landesverkehrsabteilung aufgestellt mit einem mobilen Radargerät und zusätzlich wurde im Abstand von 400 Meter mit einem Lasergerät gemessen. Die Geschwindigkeiten haben sich im Rahmen gehalten. Dort, wo man uns gesehen hat, waren die Geschwindigkeiten etwas niedriger, aber auch der etwas weiter vorne aufgestellte Radarwagen hat nicht wirklich etwas erkannt. Ich möchte vielleicht dazu sagen, dass hier wirklich nur Einzelfälle vorliegen, es ist nicht das Gros der Autofahrer, das schnell fährt. Es gibt ein paar Wahnsinnige, Unbelehrbare. Wir merken das bei der Durchführung von Planquadraten, aber der Großteil der Autofahrer hält sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. Was nun die Schwellen betrifft. Ich selbst bin auch kein Freund von Schwellen. Unsere Erfahrung ist auch, dass vor der Schwelle kurz abgebremst und dann wieder Gas gegeben wird. Von der Überwachung her sind wir leider nicht in der Lage, lückenlos zu überwachen. Wir versuchen, dass wir strategisch geplant an den verschiedensten Örtlichkeiten auftauchen, aber das ist gerade in dieser Zeit vor und nach der Schule nicht möglich, wirklich lückenlos zu überwachen.

Gebhart: Wenn man nicht dauernd überwachen kann, was kann man jetzt noch machen, Herr Beer ?

Beer: Ja, die Überwachung ist überhaupt ein grundsätzliches Problem und besonders hier in Favoriten, weil wir ganz einfach zuwenig Polizei haben. Es sind einige Posten nicht nachbesetzt worden, es wurde eingespart. Es würde sich gehören, dass in Favoriten die Polzei wieder aufgestockt wird, weil das die einzige Möglichkeit einer Überwachung ist, auch an den neuralgischen Punkten. Wir brauchen Polizei zur Schulwegsicherung, diese Sicherung hat sich als wirklich gut erwiesen. Nur ist da die Problematik, selbst wenn Elternvereine in ihrem Bereich einen Schülerlotsen stellen. Wenn der krank wird oder sonstwie ausfällt ist die Polizei verpflichtet, einen Ersatz zu stellen. Aber wie bekommt man einen Ersatz, wenn man zum Beispiel keinen Unterstand hat oder nicht genug Personal zur Verfügung hat ? Zu den Schwellen bzw. Zebrastreifen oder gesicherten und ungesicherten Schutzwegen ist zu sagen, dass die Verkehrsunfälle auf Schutzwegen gerade mit Kindern im Steigen begriffen sind. Für Kinder ist das Verkehrsgeschehen ein ganz anderes als für uns Erwachsene. Wir schätzen ab, wie weit ist ein Auto entfernt, welche Geschwindigkeit hat esund wissen, ich befinde mich zwar auf einem Schutzweg, aber im nicht einwandfreien Fall bleibe ich halt lieber stehen und verzichte auf meinen Vorrang als Fußgänger und lass´ das Auto fahren. Für ein Kind stellt sich die Situation wesentlich einfacher dar: Das Kind sagt sich, da ist ein Schutzweg, das ist ein gesicherter Übergang, das Auto muss stehenbleiben und da geh ich hinüber. Es kann aber die Entfernung nicht abschätzen, steigt manchmal auf den Schutzweg, obwohl das Auto schon viel zu nahe ist, der Autofahrer kann nicht mehr bremsen und wir haben einen Unfall mit einem Kind. Daher sind Schutzwege, die nicht mit einer Ampelanlage gesichert sind, für Kinder eher gefährlich, als dass sie den Kindern helfen, sicher die Schule oder den Hort zu erreichen. Und so ähnlich verhält es sich auch mit den Bodenschwellen. Die Bodenschwellen haben schon eine lange Geschichte. Die ersten Bodenschwellen – die Autofahrer werden sich noch daran erinnern – waren relativ steil und wenn man da mit einer etwas höheren Geschwindigkeit drüber gefahren ist, dann hat es sehr stark gerumpelt beim Auto, sodass es Schäden an den Autos verursacht hat. Daraufhin wurde die Norm immer weiter angepasst. Sie wurde soweit angepasst und ich erstmals ein Erlebnis in der Absberggasse hatte, wo wir Bodenschwellen gemacht haben, um die Geschwindkeit zu reduzieren. Die Bevölkerung hat dann bei uns angerufen und hat gesagt: „Was habt ihr denn da für einen Sch... hinbaut.“ Das war ein wörtliches Zitat. Warum ? Wieso? „Ja, des is ja ka Bodenschwelle, des is ja nur so a klane Erhebung.“ Ich habe daraufhin die MA28 angerufen und gesagt, schaun wir uns das einmal an, was ist da passiert ? Die Norm wurde soweit abgeändert, dass die Schwellen so flach sind, dass man sie auch mit 30 km/h überfahren kann, ohne das Auto zu beschädigen. Das bedeutet, dass diejenigen, die die Schwellen oft überfahren, nicht mehr wirklich bremsen. Wir haben aber keine Möglichkeit mehr, die Schwellen anders zu gestalten, weil sie eben der Norm entsprechen müssen. Das bedeutet für mich und auch für die Verkehrskommission, dass sich diese Bodenschwellen eigentlich ad adsurdum führen, weil sie nur Geld kosten und nicht den gewünschten Effekt bringen.

Gebhart: Gibt es Beispiele, wo fast etwas passiert wäre oder schon etwas passiert ist ?

Gutschik: Bekannt ist mir nichts, dass auf dem Schulweg etwas passiert ist und ich bin jetzt das dritte Jahr hier im Hort Quaring.16 Leiterin. Die Hortkinder gehen sicher nicht schauend über die Straße. Man muss bedenken, die sind vier, fünf Stunden in der Schule und sitzen die meiste Zeit und das erste ist: Hinaus aus der Schule und Hurra ! Ob da eine Straße ist oder nicht, da weiß ich nicht, ob das die Kinder sehr berücksichtigen. Wir versuchen natürlich, diese Situationen mit den Kindern zu üben, wir begleiten sie auch die ersten zwei Monate in die Schule und holen sie ab und versuche, ihnen nachzuschauen und zu kontrollieren, ob das auch funkioniert. Nur, ob sie auch nach den beiden ersten Monaten immer so gehen wie sie sollten, das bezweifle ich. Und darum wäre es schon wichtig, wenn die Autofahrer auf Sicht fahren und auf die Kinder Rücksicht nehmen, weil die Kinder nehmen nicht so viel Rücksicht auf die Autos.

Frau ? Hier in der Knöllgasse ist eine Einbahn und manche Autofahrer fahren trotzdem durch und wenn man sie darauf hinweist, zeigen sie den Vogel. Ich wohne hier vis a vis und habe die Fenster neben dem Hort. Und jetzt gibt es ein großes Problem. Wenn die Leute die Kinder in den Hort bringen, bleiben sie vor unserem Fenster am Gehsteig stehen und lassen den Motor laufen. Da steht nicht nur ein Auto, da stehen oft zwei, drei Autos. Die Kinder, die zur Schule gehen, müssen deshalb auf die Straße ausweichen. Wenn man höflich darauf aufmerksam macht, werden wir beschimpft und das passiert täglich von Montag bis Freitag, in der Früh, zu Mittag und am Nachmittg um vier Uhr, wenn die Hortkinder abgeholt werden. Dann gibt es noch ein Problem. Im Haus vis a vis wohnen Behinderte. Da werden auch mit Bussen Leute geholt. Könnte man nicht mit dem Verein sprechen, damit eine Tafel aufgestellt wird, damit die Autos dort stehenbleiben können. Diese Autos sind groß, die stehen auch vor unserem Fenster auf dem Gehsteig. Dann kann die Straßenbahn nicht vorbei, der Chauffeur ist im Haus drinnen und die Straßenbahn läutet. Wissen sie, es ist nicht mehr schön, da zu wohnen. Das geschieht auch täglich. Die Behinderten werden in der Früh abgeholt, mittags gebracht und am Nachmittag kommen auch Behinderte oder werden abgeholt. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber da könnte man doch eine Tafel aufstellen, damit vor ihrem Haus nur diese Autos stehenbleiben können. Der Installateur in der Knöllgasse hat sie ja auch bekommen.

Beer: Das Aufstellen solcher Tafeln ist sicherlich kein Problem, der Verein müsste es nur beantragen. Wir wissen nicht, wo diese Vereine Haltemöglichkeiten brauchen. Der Installateur ist genauso an die MA46 herangetreten, hat ersucht dort eine Ladezone zu bekommen, die Polizei hat es überprüft und die MA46 hat es dann genehmigt. Das ist der ganz normale Vorgang. Warum das der Verein nicht macht weiß ich nicht. Dort wären es nur bestimmte Zeiten und wir haben das in Favoriten schon oftmals gemacht, dass für Behindertentransporte an bestimmten Zeiten freizuhalten ist..... Warum so viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden müssen, kann ich aber nicht ganz verstehen. Genau von diesen Eltern, die selber Verkehr verursachen, kriegen wir dann meistens Schreiben, dass es Probleme gibt, man nicht vor der Schule stehen bleiben kann, es sind so viele Autos da und man kommt überhaupt nicht mehr durch den Verkehr. Ich habe kein Mittel gegen diese Unvernunft, Kinder dauernd mit dem Auto in die Schule zu bringen. Die Schulen sind so eingeteilt, damit sie die Kinder fußläufig erreichen können. Manche Eltern glauben, ihre Kinder in andere Schulen geben zu müssen und dann kommen natürlich Entfernungen zusammen, die vielleicht wirklich schwierig sind für das Kind. Aber grundsätzlich ist es auch von der Stadt Wien so vorgesehen, dass die Schule im unmittelbaren Wohnbereich ist, das heißt, fußläufig zu erreichen ist. Höhere Schulen haben wir nicht so viele, da hat man natürlich weitere Entfernungen, aber dafür gibt es die Schülerfreifahrten. Wenn die Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, ich finde es unvernünftig, aber ich habe keine Lösung dafür.

Gebhart: Vielleicht ist für die Eltern das Argument Sicherheit wesentlich, dass sie ihre Kinder nicht alleine auf den Schulweg schicken wollen ? Diese Erfahrung habe ich auch am Lad, wo ich herkomme, gemacht, aber das scheint ein allgemeines Problem zu sein und da wird man vermutlich schwer etwas machen können, oder?

Pattart: Wie ich bereits vorher erwähnt habe, es liegt eindeutig an der Überwachung. Je besser ich ein Gesetz überwache, desto mehr Effekt habe ich. Im speziellen Fall habe ich die MA67 ersucht, das ist die Parkraumüberwachungsgruppe, dass sie in der Früh und am Abend verstärkt überwacht, dass man hier eine Art Parkplanquadrat startet, man also versucht, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes etwas mehr Disziplin hineinzubringen. Aber die sind auch für ganz Wien zuständig, daher kann man das nur eine begrenzte Zeit lang verfolgen und dann erst wieder einige Wochen später. Wir wissen, dass hier ein enormer Stellraumdruck herrscht, besonders bei den Kindergärten ist alles zugeparkt. Es gibt auch keine Möglichkeit, das Fahrzeug fünf Gehminuten weiter weg abzustellen. Das ist hier nicht möglich. Ich bin da aufgewachsen in diesem Grätzl und habe auch die Entwicklung gesehen.

Herr ? Wegen möglicher Parkpickerln im 10.Bezirk putzt sich Stadtrat Schicker ab und sagt: „Vielleicht im nächsten Jahrzehnt“. Frau Mospointner sagt auch, wir haben die Parkraumbewirtschaftung eingereicht, von allen Parteien einstimmig beschlossen und jetzt lese ich in der letzten Favoritner Zeitung, das ist gar nicht so. Sie hat ja die Unwahrheit gesagt, weil die FPÖ und die ÖVP sind dagegen, die Grünen sind dafür und die SPÖ ist Wiegelwagel. So schauts nämlich aus: Die Politiker habe alle schöne Worte, aber es interessiert sie gar nicht, was mit dem Bürger passiert.

Endl: Aber hier sitzen doch auch Politiker.

Herr ? Wo ist ein Politiker ?

Endl weist auf Herrn Beer.

Herr ? Sie sind Politiker ?

Beer: Bezirksrat.

Herr ? Ach so, Bezirksrat. Von welcher Partei ?

Beer: Von der SPÖ.

Herr ? Na gut, ich habe ihnen das jetzt gesagt von der Frau Mospointner. Ich war dreimal bei ihr. Ich habe noch ein Problem. Das muss sich Herr Pattart anschauen (Zeigt Fotos) Die können sie haben. Das ist Zur Spinnerin Ecke Windtenstraße. Da ist frisch bemalt worden und dauernd stehen dort PKW´s, da müssen um 6 Uhr in der Früh die LKW´s herumreversieren und man hört dauernd Pink-Pink-Pink. Da müsste man doch nur Poller herstellen, wie es weiter unten schon passiert ist.

Gebhart: Wir entfernen uns etwas vom Ausgangsthema. Frau Prybil, was würden sie sich wünschen ?

Prybil: Vielleicht, dass die Markierungen etwas sichtbarer sind. Ich bin selber Autofahrerin und wie die 30-er Zone hier eingeführt worden ist, habe ich das sofort gesehen und habe ich zu meinen Kolleginnen gesagt: Habt ihr gesehen, wir haben jetzt eine 30-er Zone, Juhu! Die Kolleginnen haben gesagt, wo hast du sie denn gesehen ? Sie sind von einer anderen Richtung gekommen. Hier oben ist nicht ganz klar, ob der 30-er weitergeht. Autofahrer brauchen vielleicht die Erinnerung daran. Es gibt auch öfters Bodenmarkierungen „Achtung Kinder!“ Das wäre sicher nicht schlecht, wenn schon keine Zebrastreifen oder Bodenschwellen sind. Also etwas, das darauf hinweist, dass hier Kinder sind.

Beer: Zu der Wortmeldung wegen der Parkpickerlzone in Favoriten. Ich weiß nicht, was die Bezirksvorsteherin genau gesagt hat, aber ich erinnere mich, dass wir beschlossen haben, dass wir die Situation untersuchen lassen werden. Die Stadt Wien hat zu den Parkpickerln eine Vorher- und Nachher-Studie erarbeiten lassen, es läuft derzeit auch ein Versuch bei der Stadthalle und es gibt teilweise auch schon Auswertungen. Ein Teil der Auswertungen ist, dass es in den Parkpickerlbezirken am Anfang eine eklatante Verbesserung gegeben hat, aber diese Verbesserung verschwindet. Warum, weiß man noch nicht genau, aber wir vermuten aus Gesprächen mit der Bevölkerung aus den Parkpickerlbezirken, dass ein Garagenplatz wesentlich teurer ist als ein Parkpickerl und die Menschen aus den Garagen wieder herauskommen und wieder im öffentlichen Raum parken. Dadurch geht dieser positive Effekt wieder verloren. Wir können die Menschen nicht zwingen, in die Garagen hineinzufahren. Wir hätten durch ein Parkpickerl, selbst wenn wir es in Favoriten einführen würden, einen Verdrängungsprozess. Hier haben wir nicht wirklich viele Parkgaragen, weil ein Althausbestand ist aus einer Zeit, als es noch keine Tiefgaragen und Hausgaragenplätze im Ausmaß 1:1 errichtet worden sind. Diese Maßnahme würde im Endeffekt nicht wirklich dazu führen, dass man einen gesicherten Parkplatz hat. Es läuft daher eine Untersuchung in diesen Außenbezirken, die noch nicht in diese Parkraumbewirtschaftung eingeschlossen sind, um zu erfahren, wie schaut es überhaupt aus mit der Stellplatzsituation, wieviele Autos gibt es in diesen Bereichen und wieviele Parkplätze haben wir zur Verfügung ? Weil ein Parkpickerl macht nicht wirklich einen Sinn, wann ich in diesem Grätzl als Hausnummer sage ich 5000 Autos habe, ich aber nur 4500 Parkplätze zur Verfügung stellen kann. Dann habe ich damit nichts gewonnen, dann zahlt zwar jeder einzelne Bewohner, hat aber oft keinen Parkplatz und kommt dann nach einiger zeit zu uns und sagt: Jetzt habt ihr das Parkpickerl eingeführt, ich zahle dafür, aber parken kann ich erst nicht. Also das Ganze wird untersucht und man schaut sich das jetzt an und wenn es Ergebnisse gibt, wird man zusammenkommen, sie beratschlagen und auch im Bezirk besprechen. Nun zur Wortmeldung wegen der Piktogramme und dem Anbringen von Verkehrsschildern: Wir haben ein Problem mit den Verkehrsschildern und deren Wahrnehmung durch die Autofahrer. Ich weiß nicht, wem es vielleicht schon passiert ist, mir ist es selbst schon vor Jahren auch schon passiert. Ich bin jahrelang immer dieselbe Strecke ins Büro gefahren und plötzlich hält mich ein Polizist auf und sagt: „Junger Mann“ - damals war ich noch ein junger Mann - „Sie fahren da gegen die Einbahn.“ Sag ich: “Da ist keine Einbahn. Da fahre ich schon seit acht Jahren.“ Sagt er: „Die Einbahn haben wir umgedreht. Sie fahren jetzt gegen die Einbahn.“ Also, man fährt eine Strecke, man kennt die Strecke in- und auswendig und nimmt gar nicht mehr wahr, was da an Änderungen passiert. Und so passiert das halt auch mit den 30-er Zonen. Wir haben vor und das wird bis Herbst geschehen, dass in ganz Favoriten 30km/h gelten wird, dass 30-er Zonen gemacht werden, ausgenommen sind die Hauptstraßen. Dort macht es nämlich keinen Sinn, 30 km/h zu fahren und in den Grätzln, die wir in Favoriten zu Hauf haben, macht es auch keinen Sinn, schneller zu fahren. Wer vernünftig ist, fahrt eh nicht schneller als einen 30-er und so haben wir dann die Möglichkeit, wenn wir genügend Polizisten hätten, auch das zu überwachen und entsprechend zu strafen. Bei den Piktogrammen ist die Probematik, man sieht sie zwar gut im Sommer, sobald aber Schnee darauf fällt, sind sie weg. Man muss also versuchen, ein Mittelmaß zu finden und im Zuge dieser 30-er Zonen schaun wir uns ganz Favoriten nocheinmal an, wo es einen Sinn macht, Piktogramme aufzubringen und wir haben uns auch vorgenommen – und das war ein einstimmiger Beschluss in der Verkehrskommission und in der Bezirksvertretungssitzung – dass wir versuchen werden, vor allen Schule, Kindergärten und Horte – ausgenommen wieder die Hauptverkehrsstraßen – die 30-er-Zonen zu machen und auch verstärkt Piktogramme und Tafeln aufzustellen, um vor allem ein Bewusstsein dafür zu bilden: Halt, da ist eine Gefahrenstelle mit Kindern ! Das ist ein Programm, das derzeit in Favoriten läuft und das eine gewisse Zeit der Umsetzung braucht.

Frau ? Eines hat sich bei meiner Wortmeldung schon erübrigt, aber ich möchte Frau Kratochvil bestätigen: Vor den Bodenschwellen wird voll abgebremst und nachher voll Gas gegeben und das wäre für die Anrainer eine wahnsinnige Belästigung, wenn das hier in der Zur Spinnerin oder Quaringasse gemacht werden würde.....Ich weiß, eine zusätzliche personelle Kontrolle kostet viel Geld, aber vielleicht könnte das durch die Schulen oder Kindergärten geschehen, wenn man da jemand aufstellt und wenn es nur für zwei Stunden ist. Die wissen ja, wann die Leute kommen und wenn der da zu schnell fährt, ihnen sagt, sie werden eine Anzeige bekommen. Dann könnte man ihnen einen Schrecken einjagen.

Gutschik: Da würde es auch bei uns personelle Probleme geben ähnlich wie bei der Polizei. Personal haben wir sicher keines übrig. Da müssten wir bei unseren vorgesetzten Dienststellen nachfragen, was die davon halten.

Kratochvil: Ich gehe noch einen Schritt weiter. Es ist sicher eine Personal- und Zeitfrage, aber ich sage ganz einfach: Ich sehe es nicht als meine Aufgabe zu sagen: „Du böse Bub, wennst noch amal mehr als an 30-er fahrst, dann zeig´ i di an“. Meine Aufgaben sind, die Kinder zu betreuen, sie zu begleiten und ihnen in den Stunden, in denen sie bei uns sind, eine schöne Zeit zu bieten. Und dieser Aufgabe kommen wir nach.....Es kann nicht unsere Aufgabe sein, auch noch die Kontrollfunktion außerhalb zu übernehmen. Ich kann schauen, dass wir in den ersten Wochen die Kinder im Frühdienst zur Schule begleiten und sie abholen. Zum Großteil übernehme ich diese Aufgabe, weil ich in den Gruppen beim Kinderdienst nicht abgehe und schrittweise ziehen wir uns dann zurück. Ich bin jetzt dazu übergegangen, dass wir stichprobenartig nachsehen, dass eine Kollegin „zufällig“ den Kindern nachgeht, wenn sie von der Schule kommen. Wenn uns die Kinder vor der Schule stehen sehen, gehen sie ganz brav und schauen wie es sich gehört. Das ist ähnlich wie bei den Autofahrern. Es scheint offenbar ein gewisses Maß an Kontrolle notwendig zu sein, um sich wieder zu besinnen, was ich eigentlich tun darf und was nicht.

Gebhart: Was findet man für eine Lösung, wenn es keine Kontrolle gibt? Darum geht es ja.`

Pattart: Verkehrserziehung noch und noch. Von uns selber von der Landesverkehrsabteilung der Polizei werden schulische Verkehrserziehungen durchgeführt und für Gewaltprävention. Vom Bezirk selber, von den einzelnen Inspektionen und den dazugehörigen Schulen...

Gebhart: Wann fängt denn das an, in welchem Alter ?

Pattart: Das fängt in der ersten Klasse Volksschule an. Obwohl wir schon soweit wären, schon vorher in der Vorschule anzufangen, weil es pädagogisch sinnvoll wäre. Mit sechs Jahren sind die Kinder soweit reif, um das Vorgetragene zu verabeiten und sich dann entsprechend zu verhalten. Aber wenn ich sehe, was Vier-Fünfjährige schon alles machen, glaube ich, dass auch sie mit einer passenden Verkehrserziehung zurecht kommen würden. Aber dazu fehlt uns das Personal. Und wie sie wissen, haben wir eine Menge an Gesetzen zu vollziehen und können das nicht auch noch machen. Selbst wenn die Personalfrage etwas gemildert wäre, sind wir mit dermaßen viel Arbeit behaftet, auch mit Protokollierungssachen, wo wir beim Computer sitzen statt dass wir draußen sind. Das ist auch unser Problem und das ist ein enormes Problem. Und wenn ich ihnen sage, wie viele Polizisten in ihrem Grätzl heute auf sie aufpassen, in diesem Rayon, in der Inspektion Zohmanngasse, was schätzen sie? .....Das sind ein Wachkommandant und vier eingeteilte Beamte, die im Funkstreifenwagen Dienst versehen. Aber sie fahren hier nicht Streife, sondern sie unterstehen der zentralen Funkstelle und werden zu Einsätzen geschickt. Favoriten ist der einsatzstärkste Bezirk . Ich bearbeite zur Zeit auch das Einsatzreferat und habe daher auch mit der Personaleinteilung zu tun. Die Bereiche sind dermaßen weitläufig, ob das jetzt die Hundeüberwachung, Lärmerregung oder Baustellen sind. Sie werden das ja auch vom Käfig bei der Schule wissen. Der Sommer kommt und geht dann los. Motorräder, laute Autos, die „road runner“, das sind alles vorhersehbare Aktivposten, die könnens in diesem Vierteljahr abhaken, was jetzt wieder drankommt. Und das geschieht laufend und unsere Leute versehen entsprechen ihren Dienst. Ich selber habe morgen eine Aktion im Horrstadion, dann habe ich Lokalkontrollen und dann ist ein Verkehrsschwerpunkt. Das sind vierundzwanzig Stunden Dienst. Man versucht halt gewissen Bereiche abzudecken, wir können Prioritäten setzen. Wir können es in diesem Grätzl mit der Parkraumüberwachung versuchen. Der Magistrat ist zuständig für die Strafzettel, das ist nicht mehr Polizeiangelegenheit. Oder im Zuge einer Aktion, dass man in Früh auftaucht, dass man den Kollegen sagt, nehmt auch die Laserpistole mit. Wenn wir einmal gesehen werden, vielleicht legt sich das dann, aber ehrlich gesagt, ich weiß, wovon ich spreche, dadurch, dass ich an solchen Aktionen selbst teilnehme beziehungsweise sie auch leite. Es ist enorm schwierig. Das Unrechtsbewusstsein mancher Autofahrer: Der fährt mit 90 - 100 die Triesterstraße rauf und sagt, er is´ an 60-er g´fahrn. Und das wird sich nicht ändern, solange nicht drastische Strafen verhängt werden aber wirklich drastisch, solange bringen wir das Ganze nicht in den Griff.

Frauenberger Josef: Vor den Kindergärten Schwellen hinmachen ist sicher nicht notwendig, weil die Eltern passen eh auf. In der Knöllgasse wäre es notwendig, aber da kann man´s nicht machen wegen der Winer Linien, dort ist ein 50-er. Aber da in der Quaringasse-Knöllgasse gehört ein Posten hin genauso wie unten bei der Troststraße. Da biegen´s links und rechts ab und die G´schrappen wissen nicht, wo´s hinrennen soll´n. Da wäre es notwendiger, wenn dort ist eh eine Stoptafel.

Gutschik: Verkehrserziehung geschieht schon ab dem Kindergarten, aber ein Großteil der Verantwortung liegt schon noch bei den Eltern. Das ist in erster Linie wichtig. Bei jeder Horteinschreibung, wenn die Kinder mit den Eltern vor der ersten Klasse kommen, sage ich den Eltern: Bitte üben sie mit den Kindern den Schulweg. Das ist uns schon ein großes Anliegen und unsere Kolleginnen machen Verkehrserziehung von Anfang an und meine Kollegin kann ihnen auch noch etwas dazu sagen.

Pribyl: Ich möchte mich da auch ganz herzlich bei unserer Polizei bedanken. Wir haben jedesmal im Mai die Polizei im Haus und die Kinder erleben das hautnah. Die Vorschulkinder dürfen mit den Polizisten den Schulweg üben und auch die Regelung der Kreuzung. Ich muss sagen, die machen dass ganz ganz toll , sie nehmen sich Zeit, obwohl so wenig Personal vorhanden ist. Ich kann auch jederzeit anrufen, wenn irgendetwas ist. Da muss man wirklich einmal ein Lob sagen, weil es eine gute Zusammenarbeit gibt. Die Kinder lieben diese Aktion und sie wissen, ein Jahr bevor sie in die Schule gehen, kommt ein Polizist und es kommt die Hundestaffel, wenn sie Zeit hat und es kommen auch noch die „Weißen Mäuse“. Da dürfen sie auf´s Motorrad. Es wird der Schulweg genau durchbesprochen. Das ist der Höhepunkt unseres Schulungsprogrammes für die Vorschulkinder.

Gebhart``: So ein Lob zu bekommen tut auch ganz gut HerrPattart''', nicht ?......(Zustimmendes Lachen)

Herr(?) Kinder springen vor der Straßenbahn auf die Gleise, die machen sich einen Spaß daraus. Oder sie bleiben mitten auf der Straße stehen und plaudern, lassen die Flaschen und sonst was fallen...

Kratochvil: Es ist sehr wichtig und schön für mich als Mutter und als Kindergartenpädagogin, dass sie versuchen, Hilfe oder Lösungsansätze zu finden, die für die Kinder etwas bringen. Nur, ich nehme eine Tendenz wahr, dass wir uns davon entfernen zu fragen, wie bringen wir die Autofahrer dazu, langsamer zu fahren und aufzupassen. Wir fragen uns zunehmend: Wie bringen wir die Kinder dazu, dass sie auf die Narrischen aufpassen, die sich nicht an Regeln halten ? Aus meiner eigenen Erfahrung, ich bin seid fünfundzwanzig Jahren Kindergartenpädagogin, würde ich die Lösung woanders suchen, denn in diesem Alter, in dieser Entwicklungsstufe können Kinder Entfernungen oder Geschwindigkeiten oft nicht richtig einschätzen. Das hängt auch mit der geringen Körpergröße zusammen. Ich weiß selber nicht, wie eine Lösung ausschauen soll, aber das denke ich nicht, dass es zum gewünschten Erfolg führt, nämlich, dass die Autofahrer langsamer fahren.

Herr(?): Ich habe mir das Ganze von hinten angehört, aber das Hauptproblem, was ich seh´ ist: Ich wohne in der Quaringasse beim Hort. Die Kinder, die herauskommen, gehen ganz ordentlich, da gibt es eigentlich keine Schwierigkeiten. Sie gehen da hinauf und dann gehen sie hinüber über die Quaringasse und drei, vier Mödlinger, Wien Umgebung- Autos kommen gegen die Einbahn daher. Das Kind erschreckt, rennt ausse und dann bimmelt die Straßenbahn. Der fahrt net vielleicht grad weiter, der biegt da ab und fahrt auch noch über die Einbahn. Das ist jeden Montag in der Früh und Freitag meistens dann so ab halb Zwei und Drei. Was soll´ ich dem Kind sag´n ? Pass auf die Einbahn auf ? Wenn da eine Kontrolle gemacht werden würde Ich weiß, das ist schwer. Komischerweise, wenn die Funkstreife um halbneun oder um dreiviertelneun da rauffährt, da hört man kein Moped, da hört man kein Auto, nichts, aber am Montag um sieben bis acht oder am Freitag um zwei, da fahrn´s gegen die Einbahn, sinnlos, denen was sagen. Wann man sich auch hinstellt und ihm fragt: Hearst, merkst net, dass des a Einbahn is ?“ „Na und was is ? Des is a Tafel.“ Des is a Tafel, des stimmt, nur für das Kind, was da druntergeht, is des vielleicht a Katastrophe. Die Kinder, die passen auf, wenn´s vom Hort rauskommen, aber die Autos, die knallen da auwe. Und des is jedesmal in der Früh, wenn die Triesterstraße zu is, da mach ma an Abschneider . Wann man mit der Straßenbahn um 8 Uhr in der Früh zur Davidgassen fahrt und will über die Fußgängerübergang gehen, biegen die Autos zur Triesterstraße ab, obwohl dort eine Verbotstafel ist. Ich habe schon oft ältere Frauen, die zur Apotheke gehen müssen -weil wir leider die Apotheke in der Quarinpassage noch immer nicht haben – g´seh´n, wie sie mitten auf der Straßen stehen und nicht wissen, wo´s hingehen sollen. Na, die biag´n ab aner nach dem andern. Das sind neuralgische Punkte und zeitgebunden eigentlich. Vielleicht kann man da was machen.

Pattart: Ich wiederhole mich, aber je nach personellen Ressourcen werden wir uns das einmal anschauen. Aber man kann nur an einem Platzerl sein, es geht um das gesamte Gebiet, egal wo das ist. ......

Herr(?) Ich bin Radfahrer, bin die Knöllgasse runterg´fahrn und wollte links zurTroststraße abbiegen. Da hat ein Autofahrer die Straßenbahn überholt. Wenn ich sein Schatten net siech, lieg i unten beim Fleischhacker. .......

Beer: Darf ich vielleicht, um die Diskussion abzukürzen, an die Straßenverkehrsordung erinnern. In der Straßenverkehrsordnung sind Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen. Das bedeutet – und darauf hat der Gesetzgeber sehr Bedacht darauf genommen - dass das Kind ganz einfach mit dem Verkehr – und das zeigen auch die neuesten Untersuchungen – erst ab vierzehn Jahren wirklich zu Rande kommt. Also mit vierzehn Jahre sind Jugendliche erst in der Lage, aktiv im Verkehr teilzunehmen..... Es ist sicherlich so, dass Kinder ganz andere Voraussetzungen haben als wir Erwachsenen. Es hat vor einigen Jahren am Rathausplatz „Kindersicherheitstage“ gegeben, das war sehr interessant. Da sind Autos im Maßstab auf einen Erwachsenen abgestimmt im Vergleich zum Kind aufgeblasen worden. Da hat man wirklich die Motorhaube 5 cm über dem Kopf und wenn man sich vorstellt, ein Kind hat das bei jedem Auto und bewegt sich ganz vorsichtig nach vor um zu schauen, kommt da irgendwas. Ein Kind kriegt viel nicht mit. Ein Erwachsener sieht bei einem großen Auto auch wenig, aber er ist erfahrener und er kennt ähnliche Situationen. Wir brauchen uns nur zurückerinnern an eine Kreuzung, wo uns irgendein Kastenwagen oder Transporter im Weg steht und wir wollen die Straße überqueren, wie vorsichtig wir vorschauen, weil wir wissen, es kann da was kommen. Ein Kind weiß das ganz einfach nicht. Kinder kann man nicht so in den Verkehr einbinden, dass sie als vollwertige Verkehrsteilnehmer zu betrachten sind. Nun zu dem Problem, dass manche Autofahrer trotz vorhandener Tafeln gegen die Einbahn fahren oder abbiegen. Wir haben ja diese Einbahn in der Knöllgasse gemacht genau aus dem Grund, damit dieser Abschneider nicht gefahren wird und die Autos auf der Triesterstraße bleiben. Und das ist genau dieser Prozentsatz von Autofahrern, der hinterm Steuer sitzt und sagt: „Den Abschneider haben´s mir a´draht ? Na, mir net, i fahr geg´n die Einbahn!“ Also, das sind bewusste Aktionen. Wir haben aber im ganzen Bezirk, also nicht nur hier in diesem Bereich, solche Situationen, weil wir sagen, wir wollen den Hauptverkehr auf den Hauptverkehrstraßen, in den Nebengassen sollen die Kinder und Fußgänger geschützt sein und eine gewisse Lebensqualität vorhanden sein. Und wenn man den Leuten etwas sagt, werden die nie etwas zugeben oder sagen: Ja, jetzt bin ich absichtlich gegen die Einbahn g´fahrn oder absichtlich falsch abbog´n, wenn´s ein Polizist ist und wenn ich was sag, sagt er: „Hau di über´d Häuser, übern Acker“ Darum werden wir es nicht schaffen, alle diese Punkte im Bezirk wirklich zu überwachen, zumindest nicht mit dem Stand an Polizei, den wir haben. Aber das liegt nicht an der Polizei, sondern das liegt an der Personalpolitik, die hier gemacht wird, dass hier in Bereichen eingespart wird, die meiner Meinung nach zu den wichtigsten Bereichen gehören, damit man sich wohl und sicher fühlt und die Sicherheit g´hört auch im Straßenverkehr dazu. Aber ohne mehr Personal werden wir es nicht schaffen. Wir sind zwar dran im Bezirk, wir hofieren das immer wieder, aber es ist so wie wann man zu einem Toten reden würde......

Pattart: In der Straßenverkehrsordnung gibt es auch einen Paragraphen, der explizit auf Kinder hinweist. Das ist der 29a und da hat sich der Lenker dementsprechend zu verhalten, abgesehen davon, dass das eine Tempo 30 – Zone ist. In dem Moment, wo er erkennt, dass Kinder die Fahrbahn überqueren wollen oder dass sie die Absicht haben oder wie auch immer sich so befinden, dass sie die Fahrbahn betreten könnten, hat der Lenker stehen zu bleiben, um ihnen das sichere Überqueren zu ermöglichen. Man vergisst durch diese vielen Begleitmaßnahmen das eigentliche Ursprungsgesetz. Das STVO aus dem Jahre 1960 ist dermaßen umfangreich und ausgereift, dass sie diese Lücken alle auffüllt. Man braucht wirklich nur dieses Buch zur Hand zu nehmen...... Wir pflastern oft Halteverbote hin, wo es explizit schon verboten ist, nur um es noch mehr zu verdeutlichen, damit er ja weiß, dass er da nicht stehen bleiben darf. Wir werden auch hier fallweise Schwerpunkte setzen, aber wir können nicht überall sein und gerade in der Früh von sieben bis acht Uhr und am Nachmittag haben wir den größten Arbeitsaufwand, Verkehrsunfälle, Einbrüche usw. Wir schauen, dass wir die Meldungen aus der Bevölkerung filtern und wirklich zu einem Ende führen können und zielgemäß Schwerpunkte setzen. Aber inwieweit das auch wirklich Wirkung zeigt, ist schwer. Es wird oft als Wirkung verkauft. Man sieht das an den großen Aktionen, die zur Zeit laufen. Da bleibt ja nichts hängen. Hängen bleibt dort etwas, wo ich mit kleinen mobilen Einheiten bin und nach 20 –30 Minuten sofort wieder meinen Standort verlege. Man hört es ja dann im Radio und wir können schon wieder fahren. Auch in der Nacht bei Schwerpunkten ziehen wir die „gefährlichen“ Autofahrer aus dem Verkehr. Sie ahnen ja gar nicht, wie viele Leute ohne Führerschein und alkoholisiert fahren. Wenn wir einen Ang´soffenen erwischen, dann hat der meistens über ein Promille. Die mit bis zu 0.5 Promille laut Gesetz, die gibt es fast nicht. Zuletzt haben einen Mofa-Lenker mit 2,7 gehabt....Drogenfälle haben wir sehr selten, das ist nicht einmal so arg. Unsere Leute sind zwar dahingehend geschult, dass sie die Symptome wie Pupillenreaktion und Trägheit erkennen, wenn der Alkotest nichts ergibt. Das muss dann über einen Amtsarzt gehen und das dauert ....

Frau (?): Verlautbarungen im Radio sind problematisch.....

Pattart: Da gebe ich gleich weiter an Herrn Gebhart.

Gebhart: Ich bin vom Printmedium, aber die Kollegen vom Radio wollen halt optimales Service liefern. Die sagen ja auch, wo aktuell Schwarzkappler sind, was auch nicht immer stimmt, aber der Zuhörer hat halt das Gefühl, er wird vom Sender bestmöglichst informiert. Es gibt halt einen Wettbewerb und da wird immer etwas Neues erfunden........

Kratochvil: Die Frage ist vermutlich: Was will ich mit dieser Aussage: „Dort stehen´s grad“ erreichen ? Will ich damit verhindern, dass der arme Teufel zahlen muss ? Ich denke nicht, dass das angestrebt wird, aber Tatsache ist: Wenn´s funktioniert, dass dort langsamer g´fahr´n wird, dann erreichen´s im Prinzip das, was für mich im Vordergrund stehen würde, das sie sich in diesem Bereich an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten und nicht, dem unbedingt Geld abzunehmen.....

Gebhart: Ja, um dieses Gespräch zu einem Ende zu bringen: Wir haben jetzt Argumente gehört von allen Seiten, es sind Wünsche an die Politiker und Fachleute herangetragen worden. Es ist von Seiten der Polizei g´sagt worden, dass wo es geht kontrolliert wird, dass die Kinder zu früh und so gut es geht informiert werden. Wir haben auch gehört, dass das gut ankommt. Trotzdem wird es die ideale Lösung nie geben. Es gibt bei den Autofahren immer schwarze Schafe, Kinder werden sich auch nicht immer daran halten und es passiert dann doch immer wieder etwas. Möchte noch jemand ein Schlusswort sagen?

Gutschik: Egal, was auch immer geschieht, aber die MA46 für Verkehrsangelegenheiten gehört sicher auch einmal eingebunden, um Vorschläge zu bringen zur Verkehrsberuhigung und wir wären dafür sehr dankbar.

Pribyl: Es soll nur zum Wohle der Kinder und auch der Anrainer entschieden werden, damit eine Lösung gefunden werden kann, die für möglichst viele zufriedenstellend ist.

Beer: Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich für die Einladung. Es waren wieder viele Informationen, vieles ist auch uns bekannt, für einiges gibt es halt keine Lösung. Das muss man auch ganz offen sagen, weil es hat glaube ich keinen Sinn, sich hierher zu setzen und zu sagen: „Wir schauen uns das an und machen schon“ und dann passiert ewig nichts und irgendwann kommt jemand von ihnen wieder einmal auf mich zu und sagt: “Wir sind da gesessen und was ist jetzt passiert?“ Wir haben uns das Gebiet angeschaut und es gibt nicht wirklich viele Möglichkeiten mehr, hier Verbesserungen durchzuführen. Wir haben uns auch ang´schaut, was es im Bereich Zur Spinnerin für Möglichkeiten gäbe, die Geschwindigkeiten zu reduzieren. Die einzige Möglichkeit wäre, dass man versetzte Parkordnung macht, Schwenks einbringt, was aber dann wieder bedeuten würde, dass man in diesem Bereich jede Menge an Parkplätzen verlieren würde. Wir haben das Problem, dass ein großer Parkraumdruck herrscht, das sieht man an den Eckverparkungen. Die führen aber wieder dazu, dass man nicht sicher queren kann, schon gar nicht mit Kindern. Das heißt, wir wollen nicht noch mehr Parkplätze wegnehmen. Großräumig umbauen ist leider Gottes auch nicht möglich, weil wir von den Abständen zwischen den Häusern abhängig sind. Wie dieses Haus hier (Quaringasse) gebaut wurde, haben wir versucht, es so angenehm wie möglich für Fußgänger zu machen. Es gibt ja einen starken Lobbyisten für Fußgänger und Radfahrer, der eh dort vorne sitzt, Herr Szekeres versucht im Bezirk auch das Möglichste zu machen und so versuchen wir im Bezirk eine Symbiose einzugehen. Einerseits die Vertreter, die sich um die langsamen Verkehrteilnehmer annehmen, ich wiederum bin leidenschaftlicher Autofahrer, vergiss´ aber nicht, dass, wenn ich aus dem Auto aussteigen ich plötzlich wieder ein Fußgänger bin, was viele ja vergessen, dass sie ja eigentlich zu jeder Gattung von Verkehrsteilnehmer gehören. Denn irgenwann fahrt man auch mit dem Radl, geht zu Fuß, fährt mit dem Auto, mit der Straßenbahn, mit der U-Bahn, mit einem Bus und irgendwann wird man älter und es fängt an zu zwicken, die Gehsteigkante höher und die Ampelphase doch nicht so lang wie´s früher war. Also wir versuchen im Bezirk und da sind alle Parteien gleichmäßig daran beteiligt –weil wir haben uns einmal ausgemacht, der Verkehr eignet sich nicht wirklich als politisches Thema. Es gibt sicher immer wieder sehr viele Meinungen, wie wir es hier beim Thema Schwellen gesehen haben. Wenn man eine Umfrage machen würde, würde etwa eine Hälfte für eine Schwelle sein und die andere Hälfte dagegen. Wenn jeder am Verkehr teilnimmt und eigene Vorstellung hat, kann man nicht politisches Kleingeld durch Verkehrspolitik gewinnen. Man kann nu r versuchen, Verkehrspolitik so zu gestalten, dass sie für alle Bereiche und jeden einzelnen Bewohner verträglich ist und dann wird es eine Zufriedenheit im Bezirk geben. Manchmal gelingt´s, manchmal gelingt´s auf Grund der örtlichen Situation nicht so ganz, aber bis jetzt haben wir überall noch eine Lösung gefunden, dass man es doch ein wenig verträglicher machen hat können. Ich bedank mich bei ihnen jedenfalls recht herzlich. Falls irgend jemand ein Anliegen, ich bin über die Bezirksvorstehung erreichbar und ich rufe auch gerne zurück. In der Verkehrskommission sind wir auch dankbar, wenn wir ein Feedback von der Bevölkerung kriegen und Punkte aufgezeigt werden, die verbesserungswürdig sind. Dann schauen wir uns das gerne an und versuchen, es zu verbessern, zu entschärfen oder was auch immer möglich ist.

Pattart: Sollten sie einmal in eine Inspektion hineingehen und da sind fünf, sechs, zehn Leute drinnen, denken sie nicht, was machen die da herinnen, warum gehen die nicht hinaus ? Die wären alle liebend gerne draußen, weil was die in der Inspektion machen ist Aktbearbeitung. Wir versuchen immer besser zu werden, ihre Probleme soweit wie möglich zu lösen. Ich kann nur sagen, wir arbeiten daran und vielleicht wird es uns irgendwann einmal gelingen, mit weniger Schreibarbeit und mehr Außendienst der ganzen Lage soweit Herr zu werden, dass sie sich sicher fühlen.

Kratochvil: Ich kann mich nur meinen beiden Kolleginnen anschließen, dass man einfach nicht vergessen sollte: Kinder sind Kinder! Und die sind etwas ganz Besonderes mit ganz besonderen Rechten. Danke.

Gebhart: Gibt es noch aus dem Publikum eine Wortmeldung ?

Kucer Josef: Ich hab´ einmal ein Erlebnis gehabt, das war für mich erschütternd. Wir hab´n einen Ausflug g´macht und ich bin mit einem Bub´n im Auto g´fahr´n. Und er sagt: „Ich fürcht mi von a Sonntag auf´n ander´n, wenn i mit´n Papa im Auto fahr.“ Weil der Papa war a Wüdsau. Das muss man sich vorstell´n. Was geht in dem Kind vor ? Und mit Sicherheit wird heut a no so Trottel geb´n....Und das ist die Erziehung, aber nicht nur von Kindern....

Endl: Mir bleibt, mich herzlich bei allen zu bedanken, die hier mitgemacht haben, aktiv und passiv. Ich freu´ mich über jeden, der gekommen ist....Bis zum nächsten „Gespräch im Triesterviertel“ am 13.6. in unserem künftigen Gymnasium im Grätzl.