[Home]
Human Habitat2170


Home
Neues
TestSeite
DorfTratsch

Suchen
Teilnehmer
Projekte

GartenPlan
DorfWiki
Bildung+Begegnung
DorfErneuerung
Dörfer
NeueArbeit
VideoBridge
VillageInnovationTalk


AlleOrdner
AlleSeiten
Hilfe

Einstellungen

SeiteÄndern







Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Intro   
1. Die kombinierte Formensprache von gebauter Welt und den diversesten Landschaften.   
Theorie und Leads   
Beispiele und Inspirationen   
2. Das Organischwerden der gebauten Welt selbst.   
3. Das Gebaute als Ausdruck unserer Kultur, der verschiedenen Ausdrucksformen unseres kollektiven Wollens und unserer Identität.   
4. Die Dialektik von Nomadismus und Sesshaftigkeit.   
5. Das Entlassenwerden in und Einlassen auf die Natur   

Intro    

Seit mehr als 30 Jahren verfolge ich (als Soziologe, der weiß dass die wichtigste Komponente des gesellschaftlichen Miteinanders der Raum ist) das Projekt, eine der wichtigsten - und in meinen Augen gefährlichsten - Entwicklungen in der Geschichte der Menschheit zu modifizieren, wenn nicht sogar in gewisser Weise umzukehren zu helfen. Ich beziehe mich auf die zunehmende Mega - Verstädterung und Landflucht, die ein kritisches Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land erzeugt hat, das wie ein Teufelskreis immer schneller und unaufaltsamer wirken wird, wenn ihm nicht durch viele entschiedene und praktikable Projekte - und Ideen - Einhalt geboten wird.

Derzeit steuern wir alle auf eine Situation zu, in der 2% der Landmasse des Planeten zu wuchernden metropolitanen Agglomerationen werden, während 98% eigentlich bestenfalls "Umland" und "Hinterland", aber im Normalfall entweder Agrikulturwüste oder "renaturierte" Sekundärwildnis werden. Diese Situation hat viele gravierende und möglicherweise irreversible Konsequenzen:

  • die urbane Dichte - und vor allem Masse - erzeugt Stress und Krankheit, selbst wenn der Fußabdruck gemildert werden kann, was aber bei derart großen Systemen unwahrscheinlich ist. ("Diseconomy of scale" und massive Externalisierung von Umweltkosten)
  • der Rückzug des Menschen aus der Kulturlandschaft vernichtet potentiellen Reichtum, mindert das Entfaltungspotential der Natur. (was wir heute nicht in der Schule lernen, dass frühere Hochkulturen enorm Biodiversität gefördert haben, wie z.B. die hunderten Kartoffelsorten Perus)
  • Die heilende Funktion der Natur für den Menschen, ihre entscheidende Funktion im Prozess der menschlichen Gesundwerdung und der Herausbildung autonomer Persönlichkeiten, kann sich nicht mehr voll entfalten oder geht ganz verloren.
  • Die Natur, nach der Vernichtung entscheidender planetarer "Lungen" quasi auf sich selbst gestellt, wird sich nicht schnell genug regenerieren, um die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten. Nur ein großangelegtes Projekt zur Sanierung des Wasserhaushaltes nach dem Muster des chinesischen Lössplateaus (siehe Dokumentation von John Liu https://www.youtube.com/watch?v=9YNOOtWbNes) vermag wirklich eine entscheidende Umkehr zu stimulieren.
Es gibt gerade durch die Entwicklung der modernen Technologien jede Menge Gründe dafür, dass ein "rurbanes", das heißt dichtes, reiches und nachhaltiges "städtisches" Leben auch in ländlichen Räumen möglich geworden ist. Ich selbst habe durch wiederholte Aufenthalte in Arcosanti / Arizona und auch einige Gespräche mit Paolo Soleri eine andere Denkwelt kennengelernt, die in ihrer letzten Konsequenz zu einer Wiederannäherung von Mensch und Landschaft jenseits von Flächenfraß und Verhüttelung führen könnte. Ich habe diese Denkwelt in den letzten Jahrzehnten weiter verfolgt und modifiziert, ihre Elemente studiert und eine Konvergenz von Mustern festgestellt, die uns einen alternativen Entwurf unseres planetaren Habitats ermöglichen:

  • weltweite Kooperation und Kommunikation über Internet, Digitalisierung und Telepräsenz,
  • Wissensnetzwerke verbunden mit realisierender dezentraler Automation,
  • dezentrale erneuerbare Energien, solare und geodynamische, und ihre Anwendung vor Ort,
  • eine neue, phytochemisch aufgebaute Werkstofftechnologie, die die fossile Ölchemie ablöst,
  • eine kulturelle Evolution in Richtung von autarken Gemeinden und zunehmender Selbstbestimmung.
All diese Muster sind überlagert und blockiert von einem überkommenen, persistenten, merkantil-kapitalistischen System, geboren aus 5000jähriger Stadtgeschichte, das enorme Beharrungskräfte entwickelt und auch aus den neuen Technologien heraus überholte industriell-etatistische Antworten gibt. Ja, wir werden "Mutterstädte" brauchen auf diesem Planeten und Industrien, aber sie werden ein eher schrumpfendes Segment bilden, so wie es heute die Landwirtschaft ist. Der Planet und die künftigen Ökonomien brauchen keine 1000 Exportstädte, sondern immer weniger. Der neue Sektor der dezentralen, selbstversorgenden Selbstbestimmung könnte mit einigen urbanen "Hubs" der Prosumer - Industrie ein globales Bündnis eingehen. Darin entsteht der größte (und in dieser Form vielleicht letzte) Markt - Boom der Menschheitsgeschichte, einer der nicht in einer großen Katastrophe mündet, sondern einer, der einen großen Teil der Welt zum Garten macht.

im April 2018 plante ich auf der CORP an der Technischen Uni Wien ein Referat halten: das Motto der Konferenz hieß Expanding Cities – Diminishing Space. ( http://www.corp.at/index.php?id=3&L=2). Meine Antwort auf die dort ausgesprochene Fragestellung lautete, einen visionären Ausblick auf eine Welt der inversen Urbanisierung zu geben. Dazu bediente ich mich eines "utopischen" Narratives:

Im Jahr 2170 hat dieser Planet eine Transformation erfahren, die die Elemente der ökologischen Landschaftsgestaltung und der Stadtgestaltung verschmelzen hat lassen. Die Oberfläche dieses Planeten kündet von einem neuen Zusammenwirken von Mensch und Natur. Statt uns in die Megacities zurückzuziehen, sind wir alle Gärtner geworden - aber durchaus nicht ohne gewisse urbane Errungenschaften mitzunehmen. Wir leben zumeist in verdichteten kleinstadtartigen Umgebungen in verschiedensten Gestalten, die von mehr oder weniger konzentrischen Ringen intensiv und extensiv bewirtschafteter Kulturlandschaft umgeben sind und auch von Bereichen die dem menschlichen Eingriff entzogen sind. Obwohl uns alle möglichen modular verbundenen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, ist der Fußgänger wieder zum Maß aller Dinge geworden. Unsere Städte und Dörfer drücken verstärkt kulturelle Diversität aus. Wir haben Raum zur Entfaltung gewonnen, weil wir Städte als Organismen, als gigantische Pflanzen, die uns Schutz und Nahrung bieten, zu gestalten gelernt haben.

Diese Ansätze die unten nur ein wenig skizziert sind, möchte ich in eine Ausstellung und ein Buch transformieren. Unterstützung vorausgesetzt.

Die Auzsstellung kombiniert 5 Mustergruppen, beschrieben in der folgenden Skizze, mit ein paar Bildern, Links und Stichworten angereichert ....

1. Die kombinierte Formensprache von gebauter Welt und den diversesten Landschaften.    

Wie wir uns der Wüste und dem Gebirge, dem Wald und der Tundra anzupassen vermögen und im Gegenzug diese Landschaften in Kenntnis der ihnen innewohnenden Kräfte sanft im Spiel der Wechselwirkungen vermenschlichen, ohne sie künstlich gestalten zu müssen.

Theorie und Leads    

http://www.ial.tugraz.at/ Institut für Architektur und Landschaft

Beispiele und Inspirationen    

Brentakanal und Villegiatura

Zisterzienische Renaissance

Görömö

Cesar Manrique Lanzarote - unterirdische Pools, Wohnzimmer

Gomera

Manarola https://i1.wp.com/www.triprules.com/wp-content/uploads/2015/05/Manarola-Italy.jpg?w=750&ssl=1

Hamburg Flakturm

https://www.atlasobscura.com/places/arcosanti

http://www.messner-mountain-museum.it/corones/museum/

https://inspiration.detail.de/diskussion-architektur-und-natur-das-dach-als-gestaltungselement-in-der-landschaft-113493.html

http://fahrradinontario.net/?page_id=25 Fallingwater


Ronda ist eine Stadt auf einem Berggipfel in der andalusischen Provinz Málaga in Spanien:

schöne weitere Bilder: https://www.pinterest.at/pin/323344448229549093/


Todi in Umbrien


"Treescapers":

https://www.google.at/search?q=Raimond+de+Hullu+vision+for+Oas1s+green+buildings&client=firefox-b&dcr=0&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=4_yGsA8BjKvn5M%3A%2CeX4w1HdfVOlrHM%2C_&usg=__WKmdzPKn57Z0p7fge4w0qBHwASw=&sa=X&ved=0ahUKEwiB2ba76rTaAhWRZFAKHdgQDs8Q9QEILDAA#imgrc=4_yGsA8BjKvn5M:

Riedental

Foto: Franz Keller Schwarzer Adler

2. Das Organischwerden der gebauten Welt selbst.    

Wie unsere Häuser und Städte Pflanzen und Tieren ähnlicher werden, mit Skelett, Nervensystem und Blutkreislauf, wie eine kreislaufförmige Ökonomie-Ökologie eine Welt ohne Abfälle trägt und einen Zyklus des Gedeihens für alle trägt.

Bauen mit lebendigen Bäumen - in Baumzeit:

http://naturalhomes.org/timeline/khasi-bridge.htm

Frank Lloyd Wright, Antonio Gaudi, Hundertwasser, NikiDeSt?.Phalle und viele andere als Pioniere

State of the Art:

Vincent Callebaut

Sarly Adre Bin Sarkum, Malaysia

vgl. auch weitere Bilder, zum Beispiel zu "Eigentümerbäumen": http://lady3000.ru/2018/05/08/kak-dumaete-dozhivem-my-s-vami-do-takogo-buduschego/

weitere fundsachen möglich hier: http://www.evolo.us/category/architecture/

3. Das Gebaute als Ausdruck unserer Kultur, der verschiedenen Ausdrucksformen unseres kollektiven Wollens und unserer Identität.    

Wie wir uns in Subkulturen zusammenfinden, um in Habitaten unsere innere Berufung gemeinschaftlich zu leben und zu erfüllen, und wie sich aus der Welt der Berufungen ein Werk der Menschheit formt - getragen von Orten, die in ihrer Mannigfaltigkeit Stationen einer Abenteuerreise gleichen.

http://tampu-tocco.com/en/machu_picchu_architectural_shape.php

4. Die Dialektik von Nomadismus und Sesshaftigkeit.    

Wie wir uns wenn notwendig zu entkoppeln und befreien lernen, wenn wir zu sehr in Abhängigkeit geraten, wie wir unserer Sehnsucht nach Weite und Abenteuer, nach Erlebnis und Erweiterung unseres Lebensfeldes, nach globalen Beziehungen und Fluss von Mensch und Material die eleganteste Form geben. Also auch Nomadismus voll zu leben imstande sind, wenn wir es wirklich wollen.

Mecedes Benz

Granola: Van, car, truck, whatever you may consider it. We consider these dream homes.

5. Das Entlassenwerden in und Einlassen auf die Natur    

als Ausdruck unserer seelischen und körperlichen Gesundwerdung, die unser gebauter Schutzorganismus unterstützt. Wie auch das Nicht - Zuhause jenseits des Habitats unser Wohnzimmer und unsere Lebensschule wird.