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(c) für das Photo: http://www.kulturgut-ev.de/ mit freundlicher Genehmigung


Anläßlich der TageDerUtopie haben wir uns getroffen und unsere Konzepte ausgetauscht: GlobaleDörfer und Handwerk der Zukunft. Sie passen hundertprozentig zusammen!

http://www.fhochx.de/ax/person.html

http://www.ipf-hamburg.net/index.php?id=11

Von ihrem Weblog ist folgender Text, den sie auch in St. Arbogast vorgetragen hat....

Die Ökonomie der Nähe - eine technocraft science fiction

Sie wundern Sich, junger Mann? Was sagten Sie? Sie können das, was Sie sehen nicht so recht verstehen? Die Erklärung ist ganz einfach. Wir haben das Zeitalter der Industrialisierung schon lange hinter uns gelassen. Und das nicht nur physisch sondern auch mental! Es immer schwer für solche epochalen Übergänge ein Datum zu nennen. Die Historiker haben sich darauf geeinigt, dass unsere neue Epoche vor rund 80 Jahren begann. Also ca. 2015.

Ja, da haben Sie Recht. Es war ein verdammt steiniger Weg hierher. Anfang des 21. Jahrhunderts sah es wirklich nicht gut aus. Es stand auf Messers schneide. Schauen wir uns die Situation noch einmal an.

Wir hatten damals in unserem geliebten Europa eine lang anhaltende Wirtschaftskrise zu bewältigen. Trotz außergewöhnlicher Exporterfolge litten unsere Nationen unter Stagnation und Deflation.. unsere Märkte wurden von Billigprodukten und Arbeitskräften aus aller Welt überschwemmt. Die Arbeitslosigkeit lag im Durchschnitt bereinigt über 25% und das, obwohl wir um 2004/2005 in einer ersten großen Welle deutliche Lohnanpassungen vorgenommen hatten. Sie erinnern sich? Die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen demonstrierten damals vor den Konzernzentralen und flehten darum, dass die Aufsichtsräte Vorstände ihre freiwilligen Lohnsenkungen annehmen würden. Sie taten damals alles, wirklich alles, damit die letzten großen Fabriken und Dienstleistungszentralen nicht auch noch abwanderten.. Ursache für die Krise waren nicht die so gerne bemühten kurzen oder langen Zyklen. Die Krise war überhaupt nicht mehr irgendwie zyklischer oder konjunktureller Natur. Sie war grundsätzlicher Natur. Es wurde zunehmend klar: Unsere ganze Kultur war in Frage gestellt..

Es herrschten teilweise chaotische Zustände. Die Renten waren zum dritten Mal hintereinander gekürzt worden. Die Krankenkassen hatten die Altergrenze für lebenserhaltende Operationen fortlaufend nach unten korrigiert. Doch hatten sie etwa die Wahl? Die wachsende Zahl alter Menschen in Verbindung mit teurer Hightech-Medizin erwies sich nicht unerwartet als das Fass ohne Boden. Nur wer privat Geld genug hatte, bekam ab einem bestimmten Alter noch aufwendige Leistungen.

Viele junge Leute mussten von den Eltern oder Großeltern mit ernährt werden. Die Familie erwies sich als das ökonomisch belastbarste soziale Netz. Nur: viele Menschen hatte ja gar keine Familie mehr. Und dort wo die Familien alles schulterten: um welchen Preis! Nun ja: die wirklich fitten und die viel gefragte Experten wanderten einfach aus. Sie gingen nach China und Indien. Sie gingen in die prosperierende Regionen und viele fanden dort eine professionelle Zukunft.

Deutschland hatte es damals besonders hart getroffen. Warum? Nun, gerade hier hatten die Menschen schon sehr früh damit begonnen, immer nur das Billigste zu kaufen. Es gab einfach keine zukunftsfähige Arbeits- und Lebenskultur. Es gab überhaupt kaum noch Kultur. Durch den demographischen Wandel sanken die Immobilienpreise ins bodenlose und mit ihnen ein Großteil der Alterssicherung. Wo wir erfolgreich im Export waren, wurden nur wenige hochqualifizierte Arbeitskräfte gebraucht. Das jahrzehntelange Versagen des Deutschen Bildungswesens war an der Entstehung der Misere damals ganz maßgeblich beteiligt. Die Zahl junger Leute, die Jahr um Jahr ohne jede Chance die Schulen verlassen hatte, war über Jahrzehnte sehr hoch gewesen. Es gab Vorstädte in denen die Armut und die Arbeitslosigkeit von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

Verhängnisvoll war rückblickend betrachtet die Verantwortungslosigkeit der Banken. Nachdem die großen Geldhäuser Ende des 20igsten Jahrhunderts mit Börsenspekulationen und überbewerteten Immobilien unvorstellbare Werte erst erfunden und dann vernichtet hatten, war dann wirklich kein Geld mehr da, um die nationale Wirtschaft zu finanzieren.

Zahllose Unternehmen mussten schließen. Vor allem die Kleinen und der Handel. Die Nahversorgung brach an vielen Orten komplett zusammen.

Das Internet allein konnte diese Versorgungslücken in den entvölkerten Regionen natürlich nicht kompensieren. In den Ballungsräumen gab es fast nur noch menschenleere Billigläden und gigantische Luxusmalls für die Reichen.. Orte, die nur von denen betreten werden durften, die im Besitz der goldenen Kundenkarten waren. Der Begriff „closed shop“ erhielt eine ganz neue Bedeutung. Die öffentliche Hand war immer wieder zeitweise zahlungsunfähig. Kindergärten, Schwimmhallen und öffentliche Bücherhallen waren geschlossen. Es war noch nicht einmal mehr das Geld da, um die Löcher in Straßen zu reparieren. Und das im Autoland Deutschland!

Es waren seltsame und dunkle Zeiten. In mancherlei Hinsicht erinnert diese Periode an das Mittelalter. Die Welt litt zwar nicht unter der Pest aber unter AIDS. Man experimentierte damals hemmungslos mit der menschlichen Würde. Es ist noch kaum vorstellbar, in welcher Barbarei die Menschen damals lebten. Ich denke z.B. an diese Frauen, die sich die Haut von Gesichtern reißen ließen. Anschließend wurde sie ihnen wieder faltenfrei auf das rohe Fleisch appliziert. Viele haben sich mit Saugern bei lebendigem Leibe Fett wegsaugen lassen oder sie ließen sich seltsame Polster in die Brust implantieren. Solche Aktionen wurden im Fernsehen life übertragen. Andere Fernsehsender zeigten rund um die Uhr, wie sich Menschen gegenseitig auf das unflätigste beschimpften. Je schamloser sie waren, desto mehr Applaus bekamen sie. Die meistgelesene Zeitung war von einer seelenlosen Grobheit, die wir uns heute kaum vorstellen können. Schauspieler wurden zu Präsidenten und Medienmogule kaufen sich ganze Länder um ihre Macht zu mehren. Das Mittelalter war im Vergleich zu dieser Periode eine nahezu zivilistisierte Zeit.

Alle dachten damals scheinbar, dass diese Entwicklung nicht zu stoppen sei. Dass dieser Niedergang unaufhaltsam sei. Weil…tja, das ist vielleicht sogar die interessanteste Frage… Warum eigentlich? Warum waren sie alle über so viele Jahre wie gelähmt? Warum sind sie wie die Hamster im Rad einfach nur immer nur noch schneller gerannt. In die falsche Richtung?

Überall war zu hören und zu lesen, dass es zu diesem Verhalten und zu dieser Wirtschafts- und Lebensweise keine Alternative gebe. Dass wir uns an die Weltwirtschaft anpassen müssten und dass nur noch billigere Produkte und noch mehr Wirtschaftswachstum die Krise bewältigen könne.. . und dass alles, alles was damals mit uns geschah, Teil dieses großen globalen Fortschrittsplans sei, der jährlich auf den Foren der Weltwirtschaftseliten fortgeschrieben wurde! Ein Fortschrittsplan, der zwangläufig die Welt von Armut und Unterentwicklung befreien würde..

Darüber ist in den letzten Jahren viel geforscht und nachgedacht worden. Wir denken heute, dass es sich in der Endphase um eine Art kollektive Psychose gehandelt hat Historisch gesehen hatte diese Entwicklung ihren Ursprung in der Aufklärung Die mit der Aufklärung verbundene Auflösung aller Bindungen an jede Art von Transzendenz und Spiritualität führte dazu, dass die Menschen seelisch und ethisch bodenlose stürzten und alles, aber auch alles der der Ökonomie unterworfen und zur Ware wurde. Nichts war mehr heilig. Auch wenn es rückblickend betrachtet ein Fortschritt war, dass die Aufklärung für eine Transformation der autoritären Strukturen und der fest gefügten Klassengesellschaft sorgte, so konnte es sich hier doch nur um eine Übergangsperiode handeln. Und Anfang des 21. Jahrhunderts waren wir historisch an dem Tiefpunkt, an dem die Wende eingeläutet werden musste.

Eine der seltsamsten Aspekte dieses kollektiven Realitätsverlustes hatte mit dem Thema Arbeitsplätze zu tun. Denn: Die größte so genannte Arbeitslosigkeit gab doch exakt zu der Zeit, in der es auch die meiste unerledigte Arbeit gab! Denn wer kümmerte sich damals wirklich liebevoll um die Kinder und wer förderte sie in der Schule? Dafür war keine Zeit. Wer sorgte gut für die alten Menschen? Dafür war keine Zeit. Wer sorgte sich ausreichend um die Gesundheit der Bäume und Pflanzen? Wer produziert Kunst und Kultur für alle? Wer hatte genug Zeit um Freundschaften zu Leben oder Zeit für das Spiel? Wer sorgte dafür, dass die Seelen und die Körper der Menschen gepflegt und entwickelt wurden? Niemand hatte Zeit! Noch nicht einmal die Rentner. Und wenn jemand irgendwas tat, dann hielt er gleich die Hand auf. Denn Zeit war kostbar. Und Arbeitszeit so kostbar, dass sie keiner mehr bezahlen wollte oder konnte.

Kurzum: Der Zug war irgendwann entgleist und er raste mit großer Geschwindigkeit in die falsche Richtung. Die Passagiere saßen in dem Zug und sahen gelähmt und fasziniert nach draußen. Keiner traute sich zu, das Ding zu stoppen oder wenigstens die Richtung zu ändern.. Irgendwie war schon klar, dass nur so etwas wie global governance daran etwas ändern könnte … doch wer das seine könnte und wie eine Weltregierung praktisch aussehen könnte, dafür gab es kein Vorbild und nicht genügend Gemeinsamkeiten zwischen den Nationen.

Als besonders riskant erwies sich damals der Konflikt zwischen dem islamischen Teilen der Erde und dem Westen. Die Glaubenskriege, die Anfang des 21. Jahrhunderts vom Westen initiiert worden waren, hatten das Gegenteil von dem bewirkt, was erreicht werden sollte: Der globale Widerstand in traditionellen Kulturkreisen wuchs heran. Es war wie mit der Hydra in griechischen Sage.. wurde ein Kopf abgeschlagen wuchsen sofort sechs weitere Köpfe nach… nichts konnte diese dramatische Zuspitzungen vermeiden.. Unsere Straßen und Hinterhöfe waren zu Schlachtfeldern eines fundamentalistischen Glaubens- und Kulturkrieges geworden.

Unser alter westliche Entwicklungspfad, unser Weltentwurf aber auch unser Führungsanspruch war schlichtweg am Ende.. er hatte alle an den Abgrund geführt.. In Afrika starben die Menschen an AIDS wie die Fliegen… im alten Europa zwang die Arbeitslosigkeit die Menschen auf die Knie.. und der Milliardenmarkt China gab uns damals ökologisch den Rest..

Hört sich ziemlich düster an, nicht wahr? War es auch. Fühlte sich auch genauso an. Und die Lösung kam aus einer Richtung mit der niemand rechnete. Doch Sie wissen ja: Albert Einstein hatte es bereits Anfang des 20igsten Jahrhunderts bemerkt: „The world will not evolve past its current state of crisis by using the same thinking that created the situation.“ Sie verstehen: Nur wenn wer das Denken loslässt, das Ursache für die Krise ist, kann die Probleme lösen. .

Es waren unsere gut ausgebildeten, jungen Leute, die um 2011/2012 den Wandel einläuteten. Sie fingen an Kopftücher zu tragen. Auf den Straßen. In den Schulen. Obwohl es verboten war. Obgleich sie keine Muslims waren. Sie wollten damit ihren Protest gegen den Materialismus des Westens ausdrücken. Sie wollten eine Welt erschaffen, in der dem Geld nicht alles geopfert würde: jede traditionelle Kultur, ganze Völker und globale Biotope, die Umwelt, die Zukunft.. Das Kopftuch wurde zum Inbegriff des spirituellen Widerstandes und eines neuen Lebensentwurfes. Es war erstes Anzeichen eines neuen Weltbildes. Die jungen Leute sahen damals völlig zu Recht ihre Zukunft, ja jede zivilisierte Zukunft in Gefahr. Sie sorgten sich um die Zukunftsvergessenheit und Verlorenheit der Welt, in der sie aufwuchsen.

Sie machten das einzig sinnvolle: Sie hörten auf, zu funktionieren. Sie traten in den ersten großen Generationenstreik ein. Nach dem Vorbild von Mahatma Gandhi leisteten sie passiven Widerstand. Sie weigerten sich Karriere zu machen und zu arbeiten. Sie weigerten sich den Staatsapparat zu nähren und für die Renten zu schuften. Sie gründeten die ersten Hartz IV-Kommunen (Fußnote) , die sich dann zu einem Flächenbrand entwickeln sollten.

Stattdessen bekamen sie Kinder. Sie verbanden sich in Gemeinschaften und zogen aufs Land. Christen und Muslims und all die anderen spirituellen Gemeinschaften besetzten gemeinsam Kirchen, Klöster und leerstehende Wohnanlagen und Fabriken.. …Davon gab es in den neuen Bundesländern mehr als genug.. Sie zogen in die entvölkerten ländlichen Regionen. In die Landstriche in denen nicht mehr produziert wurde.. .. und was war das für ein schönes und fruchtbares Land!!!

Ihre Bewegung war zutiefst spirituell und zutiefst pragmatisch. Es war eine Bewegung die nur eines zum Ziel hatte, einen Neubeginn. Sie war gegen nichts aber gnadenlos für den richtigen Pfad. Sie bebauten Land und sie schmückten die Felder und die Landschaft mit ihrer neuen Kunst.. Sie machten Musik und ihre Küchen waren berühmt für ihre köstlichen Gerichte.. . Die folgten den Lehren unserer großen Vorbilder. Den Lehren Fukoakas, Gandhis, Margret Kennedys und Ferdinand Gesells. Es waren freudvolle Gemeinschaften.. ohne die Schwere eines ideologischen Überbaus..

Und auch die wachsende Zahl der Naturkatastrophen hatte ihren Anteil an diesem Wandel. Große Erdbeben und Verwüstungen durch Überschwemmungen, Orkane und andere biblische Plagen führten dazu, dass die Welt enger zusammenrückte.

Nicht ohne Wirkung blieb damals allerdings auch die Tatsache, dass das englische Königshaus im Jahr 2017 sich dieser Bewegung anschloss. Er überführte alle Krongüter und sehr viel Land in eine Stiftung die zum Ziel hatte, die friedvollen Gemeinschaften bei ihren Bemühungen naturgemäß zu leben zu unterstützten.

Sie fragen mich, warum sich damals die gerade die Religion als Ausweg angeboten hat? Ach wissen Sie. Diese neue Religion hatte wenig mit traditioneller Kirche zu tun.. es ging um etwas anderes. Es ging um Bewusstheit und Spiritualität. Diese Glaubensrichtungen waren bunt und so vielfältig. Die Kopftücher sehen Sie heute nirgendwo mehr.. die sind überflüssig geworden.. nicht nur hier auch anderswo..

Interessanter Weise waren es damals die Musikindustrie und das Internet gewesen, die über lange, lange Jahre sehr viel für das Zusammenwachsen dieser einen Welt getan hatte. In den Charts war es den jungen Leuten nämlich schon immer egal, welche Hautfarbe die Sänger hatten und aus welchen sozialen Schichten sie kamen. Die Musik vereinte alle Kulturen dieser Erde und zwar unterschiedslos. In den Chatrooms und in den webloggs, den innovativsten Kommunikationsräumen des beginnenden 21. Jahrhunderts, entstanden die Umrisse der neuen Zeit.

Erstaunlich war, dass damals eigentlich alles Neue schon vorhanden war. Unter der Oberfläche der zentraleuropäischen Gesellschaften waren Gemeinschaften herangewachsen und technische Lösungen entwickelt worden, die den Keim der Zukunft in sich trugen. Es ging uns damals wie mit diesen Vexierbildern…. Sie kennen das Phänomen: Sie sehen eine Vase und plötzlich fällt es Ihnen wie Schuppen von den Augen: Sie bemerken dass das Bild auch das Profil zwei Menschen darstellt.

Soziale Veränderungen geschehen so… Sie geschehen ganz langsam und unter der Oberfläche. Sie geschehen so langsam, dass wir sie nicht sehen können.. bis sie dann plötzlich sichtbar werden. Und erst in diesem Augenblick zeigt uns die Zukunft ihr Gesicht. Und nur Bruchteile einer Sekunde später, haben es dann schon immer alle gewusst. So war es damals auch. Wir hatten plötzlich alle verstanden, dass wir selber das Problem waren und dass wir es folglich auch in der Hand hatten, alles zu ändern.. Für uns.

Die neuen Eliten machten sich damals gewissermaßen stellvertretend auf die Suche nach einem „Zukunftspfad“. Ihr Ziel war eine global umweltverträgliche Lebens- und Arbeitsweise zu entwickeln. Und ihre Credo lautetet: „Von heute an geht jeder Schritt in die richtige Richtung“. Sie wollten nichts beweisen und nichts besiegen außer ihren eigenen Egoismus. Sie wollten zeigen, dass es möglich ist das „gute Leben“ in Gemeinschaft zu leben. Die Ausstrahlungskraft, die sie entwickelten ergab sich aus ihrem mutigen und selbstbestimmten Leben und tun. Es war kein abstraktes Ziel. Sie selber waren die konkrete Alternative. Es gab keine Ausgrenzung. Sie waren freundlich und auch die weniger Begabten fanden dort ihren Platz.

Ja, ich möchte behaupten: Als die Gefahr am größten war und die Mutlosigkeit am entmutigendsten und die Stummheit am lautesten, da fingen die Menschen plötzlich wieder an mit einander zu sprechen.. Sie sprachen überall mit einander.. es war in diesem Land plötzlich ein Murmeln zu hören… die Menschen standen auf den Plätzen und sprachen mit einander.. und sie saßen nicht mehr stumm und feindselig in den Bahnen und Zügen.. sie sprachen mit einander.. sie sprachen nicht mehr über die Dinge, die sie trennten, sondern sie sprachen über die Dinge, die sie vereinten.. Angst und Hoffnungen, Schmerz und Freude .. sie sprachen darüber, was sie wirklich, wirklich brauchten und was sie wirklich, wirklich am liebsten täten… und es gab viel Gemeinsamkeit.. mehr als sie es sich in ihren kühnsten Träumen hatten vorstellen können..

Es gab so viele Gemeinsamkeiten bei den Wünschen und Träumen, dass es zu ganz unglaublichen Szenen kam… nie hat man die Menschen soviel lachen und weinen sehen.. sie lagen sich mitten auf der Straße in den Armen…

Sie glauben ich übertreibe? Nein. Wirklich. Es gibt Filmaufnahmen.. kommen sie mit .. ich zeige es ihnen… Überall wurde Musik gemacht.. die Fernsehanstalten wurden eines Tages von ihnen übernommen.. Es war damals so wie es Ende des 20igsten Jahrhunderts mit der Mauer gewesen war.. eines Tages war sie allein deshalb kein Hindernis mehr, weil sich niemand mehr an das Verbot hielt, sie zu überwinden… .

Ihre Skepsis in Ehren, junger Mann! Wir werden uns das alles gerne gleich im Detail und vor Ort ansehen. Doch vorab erst noch etwas zum Grundsätzlichen. Die Leitbilder an denen wir heute jedes Handeln messen:

 Die Würde des Menschen ist unantastbar. Alle haben unterschiedslos das Recht darauf, sich zu entwickeln und zu entfalten. Jeder hat das Recht auf dieser Welt zu sein. Unsere Gemeinschaften basieren auf dem Grundsatz der gegenseitigen Förderung und Integration - nicht der Ausgrenzung.  Wir sind eine Gesellschaft, die dem Wohl der Kinder und zukünftiger Generationen verpflichtet ist. Dies ist wichtiger als die jedes wirtschaftliche Ziel.  Jedes Wirtschaften muss ökologisch und sozial zukunftsfähig sein. Nur global gerechtes und global umweltverträgliches Wirtschaften wird von uns akzeptiert. Jedes Wirtschaften hat sich dieser ethischen Anforderung zu unterwerfen.  Wir fördern und schützen die kulturelle Vielfalt.  Menschen brauchen nicht nur körperliche Nahrung. Sie brauchen auch geistige Nahrung, Gemeinschaft und kulturelle Entwicklung. Die Naturwissenschaft ist ein Weltbild unter anderen, das gleichberechtigt neben anderen Weltbildern steht und immer dort seinen Zweck erfüllt, wo dies von den Gemeinschaften für sinnvoll erachtet wird.  Wir glauben, dass jeder das Recht hat, seinen Glauben zu leben. Wir respektieren den menschlichen Hunger nach Gerechtigkeit und jede Andersartigkeit und Vielfalt.  Die Würde der Tiere und Pflanzen ist unantastbar. Wir haben nicht das Recht die Schöpfung zu zerstören und wer auch immer dies tut, wird von uns daran gehindert werden.  Wir zwingen niemanden nach unseren Regeln zu leben. Aber wer unsere Regeln nicht respektiert, der muss die Gemeinschaft verlassen. Wir schaffen Orte, wo diejenigen, die anders leben möchten, anders leben können. Wir gehen mit unseren Gegnern ebenso so konsequent wie auch respektvoll um.

Doch nun zur Praxis. Was, mein Lieber, möchten Sie sich gerne ansehen?

Es gibt sechst Bereiche, die wir faktisch völlig neu organisiert haben

Die Energieversorgung Die Ernährungswirtschaft Die Mobilität Die Produktion der schönen und nützlichen Dinge.. Das Wohnen Das Gesundheitswesen Das Lernen und die Kultur

Da wir nicht die Zeit haben, uns alles anzusehen. Was interessiert sie am meisten? Womit fangen wir an? Unsere Technofakturen? O.k. prima. Dann lassen sie uns den Rundgang damit beginnen… Ja, die schönen und nützlichen Dinge besaßen schon immer eine große Anziehungskraft auf Menschen. Sowohl auf diejenigen, die sie in der Nutzung haben, als auch auf diejenigen, die mit ihrer Herstellung befasst sind.. und glauben Sie mir: wenn wir eines verstanden haben und respektieren, dann in welch großem Umfang es Menschen nach Schönheit dürstet.. und das ihr Leben lang.

Das wichtigste war, dass wir die Herstellung von Gütern auf folgende Grundsätze gestellt haben:

Es werden nur noch Güter hergestellt, die von einem konkreten Menschen wirklich gewünscht werden und diese Dinge werden genau nach dessen Vorstellungen und Bedürfnisse konzipiert Sie werden sehen: es gibt keine Kaufhäuser mehr, keine Warenlager und fast Nichts mehr, das auf Vorrat produziert wurde um anschließend irgendwie verramscht zu werden. Alles was wir heute herstellen wurde in unseren Werkstätten als Einzelstück entworfen und seriell hergestellt..

Dass dies so radikal und vollständig möglich wurde, ergab sich aus der klugen Nutzung der technischen Möglichkeiten, die uns das 20. Jahrhundert schenkte… Ausgehend von den traditionellen Möglichkeiten des Handwerks haben wir Werkstätten erschaffen, in denen alles vom Kopf auf die Füße gestellt wurde. Dabei haben wir zwei wichtige Erfahrungen machen dürfen:

Erstens: es haben erstaunlich viele Menschen Freude daran, Dinge selber herzustellen oder zumindest an der Herstellung und Gestaltung direkt mitzuwirken… sie lassen ihre Ideen einfließen, sie entscheiden über Farbe und Gestaltung, sie wählen die Materialien aus.. Alle möchten gerne, dass die Dinge mit denen sie sich im Alltag umgeben etwas ganz Besonderes sind und ihren Bedürfnissen und Wesen ganz und gar entsprechen. Dies gilt vor allem auch für technische Geräte.

Zweitens: es macht oft durchaus Sinn diesen Prozess arbeitsteilig zu organisieren. Früher dachten die Handwerker und kleinen Produzenten immer, dass sie alles allein und selber machen können und müssen und dabei kam dann oft genug Mittelmaß heraus … viele waren schlecht ausgebildet. Ästhetische Bildung war eine extreme Ausnahme. Alles was mit Produktion verbunden war, hatte einen schlechten Ruf. Alle wollten Designer werden oder Architekten aber keiner wollte damals die Möbel oder die Wand wirklich herstellen.

Es ist uns inzwischen gelungen das Beste aus drei unterschiedlichen Produktionsweisen zu kombinieren.. Materialästhetik und Qualität aus dem Zeitalter des traditionellen Handwerks, Prozessmanagement und Effizienz wie wir sie in der industriellen Prozessorganisation kennen und die neuzeitliche Arbeit in flexiblen Netzwerken und Kooperationen. Wir nutzen heute das Internet als Produktionsplattform um das kollektive Wissen, Daten, Blaupausen, Entwürfe und Musterbücher abgerufen und mit ihnen arbeiten zu können… sehen Sie! Sehen Sie sich diese fünfachsige Werkzeugmaschine einmal genauer an. Sie kann direkt alle Materialien fräsen und modellieren, ganz gleich, ob es sich um Holz, Metall, Glas handelt.. direkt daneben sehen Sie eine Laserfräse und ein Hologrammprägemaschine.. In dieser Werkstatt ist produktionsseitig und gestalterisch fast alles möglich. Handwerk ist heute auch zu einer Art „elektronisches Handwerk“ geworden. Diese Fachleute können im Cyberspace Objekte modellieren, die anschließend 1:1 realisiert werden. Diese Technik ist heute nicht mehr besonders teuer und sie finden Sie weltweit.. Diese Art von zentral-dezentraler Fertigung hat einen wichtigen Beitrag zur Lösung globaler Probleme geleistet..

Trotzdem gibt es auch heute immer noch viele Menschen, die trotz dieser unglaublichen technischen Möglichkeiten die ganz traditionelle Handarbeit vorziehen…oft genug auch ihre eigene…

In allen Werkstätten finden Sie daher auch immer Schulen in denen unsere Meister ihr traditionelles oder technologisches Handwerk ausüben und Ihr Wissen an Schüler weitergeben. Diese Kompetenzen stehen ohne Konkurrenz nebeneinander, weil sie sich gegenseitig befruchten und brauchen. Unsere Meister sind lebendige Kulturdenkmäler. Sehr lebendig! Es ist immer noch so, dass ganz viele der erfolgreichsten Entwürfe oder neue Produktionsverfahren hier an diesen Orten entwickelt werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Ort am produktivsten sind, an denen interdisziplinär gearbeitet wird … alle unsere jungen Leute, die sich für den Gestaltung und Herstellung im Bereich der Produktion interessieren, gehen heute einige Jahre auf die Wanderschaft und arbeiten in mindestens fünf bis sechst unterschiedlichen Werkstätten.

Die größte und die ehrenvollste Herausforderung sind unsere großen Gemeinschaftsprojekte.. wissen Sie, das was in früheren Zeiten die Kathedralen waren.. Wenn eine Stadt oder Region eine neue Schule benötigt, ein Zentralgebäude für Versammlungen, einen Platz oder einen Park, dann finden Ideenwettbewerbe statt. Wir tragen die besten Gedanken und Konzepte zusammen. Dann strömen die Menschen zusammen und beraten darüber, was realisiert werden soll. Diese Großbaustellen sind mit die produktivsten Orte auf unserer Erde! Die besten jungen Frauen und Männer, viele Künstler und Handwerker strömen dorthin und der grandiose Wettbewerb der dort zwischen den Künstlern und Handwerkern um die beste Lösung, die ideale Gestalt stattfindet bringt uns all voran.. ja, die Künste haben ungeheure Fortschritte gemacht..

Ein großer Schritt war auch, dass wir diese Produktion wieder in die Innenstädte brachten.. Warum auch nicht. So effizient und leise, wie diese Maschinen heute arbeiten, wird dort niemand gestört. Die alten Kaufhäuser und die alten Fabriken, die Anfang des Jahrhunderts plötzlich lehr standen haben wir mit neuen Inhalten gefüllt.. Dort drüben sehen Sie z.B. eines unserer Visualisierungs- und Präsentationshallen. Die Umkehrung der Produktions- und Wirtschaftsweise hatte das, was früher Verkauf oder Handel genannte wurde, auf völlig neue Füße gestellt. Unsere Innenstädte aber auch die Peripherie ist heute voller kleiner Manufakturen. Arbeiten und Wohnen haben wir wieder zusammengebracht, wo immer es möglich war.

Die wenigen, ausgewählten Dinge denen die Menschen heute einen Platz in ihrem Leben einräumen sind, gibt es doch schließlich immer erst dann, wenn die künftigen Nutzer sie schön genug finden.. das sind langwierige Aushandlungsprozesse.. Aber vor allem braucht es dafür die notwendigen Visualisierungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten… Ich meine, wer von uns kann sich Objekte im Detail vorstellen, ohne sie vorher gesehen zu haben?

Schauen Sie sich z.B. die Schuhgeschäfte an. Es besteht heute aus einem Scanner, einem Berater und Analysewerkzeugen… Laufbandanalysen, Druckverteilungsmessung. Dort an der Wand stehen zur Anschauung einige wenige Schuhmodelle und es hängen Häute an der Wand, verschiedene Ledertypen.. Der Schuh wird auf Wunsch des Kunden auf dessen Leisten erst dann gebaut, wenn er mit dem Entwurf von Leisten und Schaft einverstanden ist. Die Schuhe werden in einer kleinen Manufaktur hier vor Ort hergestellt. Hocheffizient das ganze. Was uns leider nicht gelungen ist, ist den individuellen Leisten überflüssig zu machen. Aber da er aus Holz ist, haben wir aus ökologischer Perspektive nichts daran zu kritisieren. Der Plotter zum Ausschneiden des Schaftes wird direkt angesteuert. Der Rest ist nach wie vor gute Handarbeit. Der Qualität halber und weil es doch viele junge Menschen gibt, denen diese Art von Handwerk Freude bereitet. Allerdings machen die wenigstens einen Job ihr Leben lang. Wir fördern den Wechsel und das lebenslange Lernen. Na ja, versteht sich ja auch eigentlich von selbst.

Der Preis? . Dass Sie danach fragen! Echte Schuhe haben einen echten Preis. Aber sehen sie: erstens ist die Fertigung sehr effizient… wir verschwenden weder Material noch Energie … und zweitens ist es so, dass die Rahmenbedingungen unter denen wir heute wirtschaften für alle ganz andere sind: die Menschen müssen nicht mehr so hohe Steuern zahlen und müssen auch nicht soviel verdienen. Die meisten haben genug Geld in der Tasche und weil sie keine Angst haben, müssen sie das Geld auch nicht festhalten und es macht wenig Sinne unnütze Dinge zu sammeln.. die Kostenrelationen haben sich dramatisch verändert: Energie und Rohstoffe sind kostbar.. irgendwie haben die meisten Menschen heute kein Bedürfnis so viele dinge zu besitzen.. es hat mit dem Wunsch nach Mobilität zu tun und mit dem Wunsch nach dem Wesentlichen. Vom Maßschuhmacher zur Schuh-Technofaktur

Sehen Sie. Unsere Wirtschaft steht heute auf zwei Säulen.

Es gibt die Dinge, die mit sehr viel Sorgfalt und sehr viel Kunstfertigkeit und Erfahrung hergestellt werden mit dem Ziel, dass diese Dinge ihren Besitzern aber auch künftigen Generationen möglichst lange Freude bereiten. Wir erleben heute oft einen unglaublichen Wetteifer zwischen Produktautoren und Produzenten. Einen Wettbewerb um Ideen, um Qualität und ästhetische Aspekte. Das zweite Standbein ist die Kreislaufwirtschaft. Vor allem die ganze Technosphäre und viele kurzlebige Produkte werden auf der Grundlage der neuen Industriellen Kreisläufe konzipiert.. sie sind einerseits kundenspezifisch konfiguriert. Dann sind sie aber auch lernfähig und nachrüstbar und sie bauen bis hinunter in die Moleküle auf Modulen auf, die wieder verwendbar sind. Unsere industriellen Kreisläufe basieren auf Nutzungskaskaden.

Wir haben damals als erstes die Energieversorgung auf neue, auf nachhaltige Füße gestellt.. Solarenergie, Biomassekraftwerke, Wasserstoff, Sonnenenergie, passive Sonnenenergie sowie die lange unterschätzte Erdwärme liefern uns in Zentraleuropa die Energie die wir brauchen. Aber wir brauchen auch gar nicht mehr soviel Energie.. Ganz wichtig war bei der Umgestaltung, dass wir nicht auf eine Lösung gesetzt haben, sondern auf die Vielfalt.. auf die dem Ort, der Region jeweils angepassteste Lösung.. das Schwierigste war die großen EVU s wieder unter Kontrolle zu bekommen, denn die hatten ganz andere Interessenlagen…

Zweitweise haben wir uns darum gesorgt, wie wir die Finanzierung der vielen neuen und Energieversorgungsprojekte hinbekommen. Denn die Banken erwiesen sich in dem notwendigen Umbau als ein ganz schwieriges Kapitel. Wir haben die neue Wirtschaft auf ganz neue finanzielle und organisatorische Beine stellen müssen. Nachhaltiges Wirtschaften war nur möglich, wenn Kapital zur Verfügung stand und die Unternehmen nicht räuberisch hohe Zinsen erwirtschaften mussten… Es war der „Intergenerationenvertrag“ der hier die Rettung brachte. Wir haben die Gelder für die Alterssicherung für die Sicherung der Zukunft mobilisieren können. Es ist uns gelungen das vagabundierende Kapital, von dem es mehr gab, als wir alle es uns damals vorstellen konnten, in die richtigen Fonds zu lenken. Die Gelder gingen in die dem Intergenerationenvertrag angeschlossenen Zukunftsfonds. Diese wurden nicht von Banken verwaltet, sondern von Menschen, die Verantwortung für das Ganze übernehmen konnten und wollten. Diese Fonds wurden zum Teil regional verwaltet, zum Teil zentral.

Nichtwahr? Nun sagen sie doch mal ehrlich. Wenn Sie sich so umsehen. Man kann doch wirklich nicht sagen, dass unsere Bewegung technikfeindlich ist. Oder? Technikfeindlich waren die Mütter und Väter dieser Bewegung noch nie.. warum sollten sie auch? Ich meine Technik ist etwas grandioses.. Angefangen von der Energieversorgung, den Autos oder dem Internet. Alle ganz wunderbare Errungenschaften.. Wir alle lieben die Musik und wir lieben auch die vielen wunderbaren Filme, die uns die Welt der Film- und Kunstschaffenden schenken….auch gegen viele Cybernetspiele ist nichts einzuwenden.. es sei denn, dass sie zu Gewalt anstacheln.. Wir haben auch nichts dagegen wenn unangenehme Tätigkeiten, die niemand verrichten möchte, entfallen.

Das war ja immer einer dieser blöden Tricks mit denen neues Wirtschaften verhindert wurde.. immer wurde so getan, als wir nur zwei Alternativen hätten. Entweder wie die Affen auf den Bäumen zu leben oder diesen zerstörerischen Großtechnologieanbietern ohne Nachzudenken zu folgen und zu akzeptieren dass die Menschen einfach überflüssig werden.. genau genommen ging es damals den Entscheidern doch immer nur um die Definitionsmacht und die hiermit verbundenen persönlichen Vorteile. Erlauben Sie mir die kleine Nebenbemerkung: wir sind heute auch sehr verblüfft darüber, dass die Frauen die ja doch immer in der Übermacht waren, diesem Treiben so lange tatenlos zugesehen haben.. Doch zurück zum Thema: gerade die kleinen Dörfer in denen dann plötzlich alles ganz anders lief waren wichtig für die großen Veränderung. Ich denke z.B. an das kleine Dorf in Niedersachsen, in dem die ganze Bevölkerung zusammenlegte, um mit einem Biomassekraftwerk die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Gemeinschaft ihre Energieversorgung völlig autonom sicherstellen kann. Oder das Dorf in Hessen, in dem sich alle in einem Verein zusammenschlossen um dann gemeinsam die Lebensqualität ganz praktisch zur realisieren, die sie sich für sich und die Kinder wünschten.

Oder die alten Industriebrachen mit ihren neuen kooperativen Werkstätten. Es war einfach ganz unglaublich, wie diese neuen Produktionsstrukturen plötzlich alles verändert haben. In diesen dezentral organisierten Werkstätten war alles möglich, weil alles wirklich war. Diese Erfahrung, die Dinge selber in der Hand zu haben und sie ganz konkret nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten, war der Sprengsatz aus dem die Veränderung geboren wurde. Man muss keine Angst vor der Zukunft mehr haben, wenn man die eigene Zukunft selber und ganz wortwörtlich in die eigenen Hände nehmen kann. Denn schließlich gibt es in unsrem gesegneten Land tatsächlich doch alles war wir wirklich brauchen: Wasser, Land, Nahrung, nachwachsende Rohstoffe, Energie.. und alles andere wird halt im Kreislauf gefahren oder importiert.. Unsere Waren – made in Germany und unsere Technologien sind sehr gefragt.

Aber wissen Sie was? Wenn wir damals nicht das Handwerk gehabt hätten, dann wäre es schlecht ausgegangen… Denn auf die Konzerne hatten wir damals zu Beginn wenig Einfluß.. die schwebten irgendwo da oben.. über allem: über den Nationen, über den Börsen, über den Kontinenten, über den Vertretungen der Arbeitnehmer.. und sie machen aus uns ihre Gefangenen der Hoffnungslosigkeit und der Machtlosigkeit…. Machtlos, weil sie uns eingeredet haben wir könnten nix machen und weil sie es geschafft hatten uns auseinanderzudividieren.. als Konkurrenten .. im Kampf um die besten Arbeitsplätze, die schönsten Frauen und die dicksten Autos..

Nur die kleinen Betriebe, das Handwerksbetriebe, die waren hier vor Ort .. die waren real und es war machbar.. alles was wir wirklich brauchten war – wie sich bald herausstellte hier und vor Ort machbar.. wir waren viel wohlhabender und reicher als wir es uns vorher je vorstellen konnten.. es gab eigentlich alles was wir brauchten.. nun, ja, fast alles..

Wir kommen heute nicht mehr dazu, alle Bereich durchzugehen. Aber lassen Sie uns noch kurz auf das Thema Wohnen kommen. Ich hatte es schon kurz angerissen.. wir leben heute anders als damals. Die Kleinfamilie gibt es faktisch nicht mehr oder sagen wir mal: sie ist eine extreme Ausnahme.

Alle Versuche, dieses kleinste soziale Netz zu einer tragfähigen Grundlage unserer Gesellschaft zu machen, schlugen fehl und es war auch rückblickend betrachtet falsch es zu versuchen.

Die romantische Liebe war ein Konstrukt, dass sich definitiv als zu fragil und unberechenbar erwiesen hatte, um die Zukunft der Kinder darauf zu bauen.. Nicht dass wir die Liebe und gerade die romantische Liebe, die Liebe mit dem großen L, nicht wertschätzen.. das Gegenteil ist der Fall.. schauen Sie sich um: verliebte Paare überall.. Wir haben diese Kostbarkeit ganz im Gegenteil geradezu perfektioniert und gerettet! Nur die Erziehung der Kinder findet heute in anderen, in stabileren Strukturen statt. Wir finden heute überall in den Städten und auf dem Land die „Frauen- und Männerzelte“. Die Kinder werden in diesen Frauenzelten geboren und in den ersten Jahren bleiben sie dort. Wenn die männlichen Kinder alt genug sind, spätestens mit 8 Jahren, dann wechseln sie in die Männerzelte und lernen dort, was es heißt ein Mann zu sein.

Wir halten die Unterschiede der Geschlechter heute für einen Segen.. Vorausgesetzt es herrscht gegenseitiger Respekt vor der Andersartigkeit und beide Geschlechter kommen – wie auch die Kinder - zu ihrem Recht. Sie werden in diesen Zelten nicht so viele junge Leute treffen. So zwischen 18 und 30 Jahren sind sie meist unterwegs.. Die meisten leben wie Nomaden.. sie sind auf der großen Wanderschaft des Lernens und Liebens..

Erst in der Zeit der Elternschaft lassen sich die meisten an einem Ort nieder und bleiben dort für eine längere Zeit. Auch das ist ein Grund, warum wir heute nicht mehr soviel produzieren müssen.. erstens haben alle alles und zweitens macht Besitz die Menschen unbeweglich und lähmt sie.. im Körper wie im Geist..

Ach Du meine Güte! Was sehe ich? Wir haben uns verplaudert. Es ist ja schon früher Nachmittag.. Ich muss Sie jetzt leider sofort verlassen. Ich habe noch eine Verabredung und da ich so schrecklich spät dran bin, schaffe ich den Termin nur mit einem Individualmobil. Dort drüben auf dem Parkplatz stehen welche. Darf ich Sie irgendwohin mitnehmen? Ich habe noch genügend Guthaben auf meiner Mobilitätskarte. Ich könnte sie mitnehmen. Sie können natürlich auch gerne das Sammeltaxi nehmen. Das ist unterhaltsamer! Es bringt Sie zum Bahnhof. Ich wünsche Ihnen viel Glück, mein Freund! Machen Sies gut! Bis zum nächsten Mal.


frau ist immer so jung wie sie sich fühlt.......

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