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Eine Welt in der die Kultur, das Leben, die Produktion durch den menschlichen, dörflichen Maßstab geprägt wird, mit großer Phantasie und Vorstellungskraft geschildert vom Schweizer Autor P.M.

beschrieben in einer Form die einige Ideen der MusterSprache vorwegnimmt....

eine laut Aussage des Betreibers vom Autor freigegebene Website mit einigen wichtigen "Mustern" findet sich hier

ISBN 3-907522-01-X

paranoia-verlag zürich

Hauptthese: NIMA oder: Wahrhafter Reichtum ist kultureller Reichtum

"Das wirkliche Motiv, das die ibus (Menschen, Individuen) veranlasst, in bolos (Gemeinschaften, Dörfern) zusammenzuleben, ist ein gemeinsames nima. "

"Bestimmte nimas kann das ibu nur dann voll ausleben, wenn es andere ibus findet, die das gleiche haben. In einem bolo verwirklichen, ergänzen und verändern die ibus ihr gemeinsames nima. Umgekehrt können ibus, deren nima keine gesellschaftlichen Formen zulässt (Einsiedler, Vagabunden, Misanthropen, Individual-Anarchisten, Narren, Weise usw.) allein bleiben und in den «Zwischenräumen» der überall vorhandenen, aber nicht obligatorischen bolos leben."

"Das nima enthält eine Lebensauffassung, die Grundstimmung, Philosophie, Interessen, Kleidung, Ernährungsweise (Kochstil), Umgangsformen, Verhältnis zwischen den Geschlechtern, zu Kindern, Wohnräumen, Gegenständen, Farben, Tieren, Bäumen, Ritualen, den Tagesablauf, Musik, Tanz, Mythologie, kurz all das, was man als «Tradition» oder «Kultur» bezeichnen könnte. Das nima definiert das Leben, so wie das ibu es sich konkret wünscht."

"Die Quellen des nima sind ebenso vielfältig wie es selbst. Es können ethnische Traditionen sein (noch lebendige oder wieder entdeckte), philosophische Schulen, Sekten, geschichtliche Gemeinsamkeiten, gemeinsam erlebte Kämpfte oder Katastrophen, Mischformen oder ganz neu erfundene. Ein nima kann sehr umfassend und detailliert sein (wie bei Sekten oder Volkstraditonen) oder aber nur Teilbereiche betreffen. Es kann extrem eigenartig sein oder nur die Variante eines andern nima. Es kann sehr offen und veränderungsbereit sein oder geschlossen und konservativ. nimas können auch wie Moden durch die bolos gehen, oder sich wie Seuchen verbreiten und wieder aussterben. Sie können sanftmütig sein oder rabiat, passiv-kontemplativ oder aktivextravertriert. Die nimas sind der eigentliche Reichtum der bolos. (Reichtum = Vielfalt der Möglichkeiten, geistig wie materiell!) "

"Die Vielfalt der Lebensweisen löst unsere heutige Massenkultur, den individualistisch verbrämten Kollektivismus unseres Alltags, die zentral gesteueren Moden und auch die genormten Staatssprachen auf. Jeder kann das Leben wählen, das ihm passt, verreisen, wenn er will, so viel Individualität oder Gemeinschaftlichkeit erleben, wie er für gut hält..."

derzeit komplett auf: http://www.ressort.info/de/lbb21.htm

Spiel

bolo'bolo hat auch ein Spiel inspiriert:

EINE WELT OHNE GELD

Endlich ein Spiel, mit dem wir die Zukunft üben können: Eine neue Welt mit neuen Qualitäten. Eine Welt ohne Arbeitsalltag, Autoverkehr, Bürokratie, AKW-Katastrophen, Waldsterben und Hungerprobleme. Dafür mit mehr Austausch, mit mehr Erfahrungen, mit mehr Besuchen. Fortschritt kann nicht mehr heißen: noch mehr Geld und noch mehr Konsum und noch mehr Verzicht. Du wählst ein Quartier, eine Wahlheimat (ein bolo), in dem Du leben willst. Jedes bolo hat seine spezielle Lebensweise. Auch für Dich ist eine dabei. Zum Aufbau Deiner Wahlheimat brauchst Du gewisse Güter. Du bekommst verschiedene Güter im Verlaufe des Spieles. Die einen brauchst Du selber, die überzähligen tauschst Du mit einem anderen Spieler. Jeder Austausch gibt Erfahrung. Auch jeder Besuch in einem anderen bolo bringt neue Erkenntnisse. Wer sein bolo als erster eingerichtet hat, der hat schon fast gewonnen, aber aufgepaßt: Der letzte kann der erste sein, wenn er sich die Zeit nimmt durch Tausch und Besuche Erfahrungen zu sammeln. (text von http://www.spielarchiv.de)

Kritik

Helmut Leitner: "Ich habe mich, auch auf Grund der euphorischen Bewertung auf dieser Seite, jahrelang bemüht dieses vergriffene Buch zu bekommen. Jetzt sah ich es wieder verfügbar, habe es gleich bestellt, und bin tief enttäuscht. Keine konkreten Konzepte. Keine Muster für eine bessere Welt. Aber Fantasienamen als Tarnkappen für ärgerlichen Unfug. Als Kostprobe eines dieser sogenannten Muster:

nugu: Das nugu ist eine Goldkapsel, 3.7 cm lang und 0.9 cm im Durchmesser, die mit einem Drehkombinationsschloss gesichert ist, dessen siebenstellige Code-Zahl nur das betreffende ibu selbst kennt, und die eine bei Einnahme sofort tödliche Substanz enthält. Jedes ibu kann sein nugu von seinem bolo jederzeit beziehen, wie das taku. Das ibu kann sein nugu zusammen mit den taku-Schlüsseln an einer Halskette tragen, damit es sofort erreichbar it, wenn es aus bolo'bolo aussteigen möchte. Wenn das ibu wegen einer Lähmung oder Verletzung sein nugu nicht selbst einnehmen kann, sind die ibus verpflichtet (siehe sila). ihm dabei zu helfen. Wenn das ibu genug von bolo'bolo, nima, yala, fasi, jaka und anderem hat, dann hat es immer die Möglichkeit, endgültig zu verschwinden, und dieses (Reform-)Alptraum zu entkommen. Es soll nicht die Ausrede haben, dass es zum Leben verpflichtet sei, weil es die Verantwortung für bolo'bolo oder andere ibus trage. Das nugu erinnert ibu daran, dass auch bolo'bolo keinen Sinn hat. dass niemand und keine Gesellschaftsform dem ibu in seiner Verlassenheit und Verzweiflung helfen kann. Das Leben ist zum vorneherein ein fataler Fehler und es gibt keinen größeren Schrecken als nicht sterben zu können.

  • "ibu" ist ein Mensch
  • "bolo" eine Basis-Gemeinschaft von ca. 500 ibus.
  • "taku" ist eine verschließbare Truhe, die die Menge des Privatbesitzes beschränken soll.
Jeder soll also das Recht auf seine Selbstmordkapsel und Sterbehilfe habe, da es sowieso keinen Weg aus der Sinnlosigkeit gibt.

Facit: Wer Lust auf eine 28-er-Packung Schwachsinn (aus so vielen Konzepten besteht das gedankliche Universum des Autors p.m.) hat, möge sich dieses Büchlein zu Gemüte führen. Empfehlen würde ich es niemandem. "

19. Dezember 2010 17:31 CET Helmut Leitner


Es ist wieder einmal ziemlich spannend wie sehr man ein Glas als halbvoll oder halbleer empfinden kann. Ich habe die Passage wie etliche andere auch als zynisch empfunden, und dennoch sehe ich in den bolos eine lebensbejahende Idee.
FranzNahrada 19. Dezember 2010 17:50 CET

Ich sehe es nicht als halbleer, sondern als zu 99% leer. Aber vielleicht kann man es ja als kapitalismuskritische Erbauungsliteratur in einem quasi-religiösen Zusammenhang (Jammertal ohne Ausweg) verstehen und konsumieren. Mich widert dieses unernste und halbherzige Dahingeschreibe jedenfalls an. -- HelmutLeitner 20. Dezember 2010 7:16 CET

weiterführende Texte

Interview zu bolo'bolo

/Commons


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